Ganzheitlich und individuell - Besucheransturm beim Tag der offenen Tür im "Medicum Fulda"

Fulda. "Kurze Wege für Patienten" und eine neue Qualität der Patientenbetreuung - so lautete der Tenor anlässlich der Einweihung und Erö

Fulda. "Kurze Wege für Patienten" und eine neue Qualität der Patientenbetreuung - so lautete der Tenor anlässlich der Einweihung und Eröffnung des Medicum Fulda im Münsterfeld, Flemingstraße 3-5. Das Ziel sei es, ganz unmittelbar am Patienten zu wirken und dies vernetzt zwischen verschiedenen medizinischen Kompetenzen, brachte es Bauherr und Investor Markus Röhner auf den Punkt. Prälat Alois Lang und und Stefan Bürger segneten die neue Einrichtung und betonten dabei die Perspektive, die Einrichtung mit Leben zu erfüllen und gegen Not und Leiden zu helfen.

Aus einem militärischen Gelände sei ein so genanntes "Konversionsgelände" geworden. Nach langem Ringen um das Münsterfeld sei eine "Entwicklung mit großer Dynamik" gestartet worden, die für die Stadt Fulda, den Stadtteil und die Region von großer Bedeutung sei. Die Stadt Fulda wachse in Richtung Westen, und wenn alle zusammen helfen, sei für die Gemeinschaft und das medizinische Angebot Vieles möglich.

Als Partner des Gesundheitszentrums bot sich Harald Jeguschke, Vorstandsvorsitzender des  Klinikums Fulda, an, der es befürwortete, "die Sektorengrenze im Gesundheitswesen", vor allem was die Kostenfrage auch in Hinsicht auf die Patienten betreffe, zu überwinden. Die Einrichtung des Gesundheitszentrums im Münsterfeld sei eine "tektonische Verschiebung in Fulda" zum Wohl der Patienten und werden in Zusammenarbeit mit dem Klinikum Fulda erfolgen. Es gehe um ein "gemeinsames Versorgungsnetz". Auf die Problematik der Sterilisation chirurgischer Instrumente eingehend, sagte er, dass diese Herausforderung in "Rekordzeit" gelöst werde und mit Hilfe der eigenen Mitarbeiter eine effektive Problemlösung gefunden worden sei.

Das das Gesundheitswesen sich an die neuen Anforderungen anpassen müsse, erklärte Dr. Samir Al-Hami vom Neuro-Spine-Center Dr. Al-Hami. Trotz Kritik an der Gesundheitspolitik sei hier im Münsterfeld etwas Besonderes gelungen, dass nun die betreibenden Ärzte mit Leben erfüllen müssten. Gesundheit sei "wie Salz in der Suppe; wenn es fehlt, fällt es auf", erläuterte Dr. Wolfgang Zeckey von der Orthopädenvereinigung Osthessen, der selbst eine Praxis im Medicum Fulda betreibt und Ideengeber für diese Einrichtung war. Er legte seinen Schwerpunkt auf die Prävention, denn Gesundheit sei "ein Geschenk für uns alle". In Ergänzung zum Klinikum Fulda möchte das ambulante Zentrum, dass zwei Bauabschnitte hinter sich hat, diesem Ziel gerecht werden.

Ein effektives Gesundheitssystem müsse sowohl im Oberzentrum Fulda als auch im Landkreis Fulda, also auch auf dem Land, gelingen, erklärte Landrat Bernd Woide. Es müsse ein "Mix" aus Grundversorgung, gesundheitlicher Prävention und medizinischer Versorgung in Stadt und Land ohne Konkurrenzdenken geschaffen werden, betonte CDU-Bundestagsabgeordneter Michael Brand. Die Region Fulda sei ein "Vorbild in der Zusammenarbeit von Medizin, Politik und Gesellschaft", die eine hohe Qualität in der medizinischen Betreuung gewährleiste.

Dass Gesundheit und solche Gesundheitszentren wie hier in Fulda in Zukunft immer wichtiger würden, unterstrich Dr. Eike Wenzel , Inhaber des Deutschen Trend- und Zukunftsforschungsinstitutes, in seinem Festvortrag "Von der Symptom-Medizin zur neuen Gesundheitskultur". Gesundheitswesen bedeutet Dienstleistung. Menschen möchten sich gerne um ihre eigene Gesundheit selbst kümmern und ihre Bedürfnisse formulieren. Der Arzt werde damit zum "Gesundheits-Berater". Das individuelle Wohlbefinden und die langfristige Prävention stünden dabei im Mittelpunkt eines ganz selbstbewussten Menschen und potentiellen Patienten. Wellness, alternative Medizin und biologische Ernährung seien die Schlagworte. Es sei ein "Megatrend Gesundheit", weg von Krankheit hin zu aktiver Fitness und Wellness mit der Perspektive auf "Ganzheitliche Selbstkompetenz", zu verzeichnen. Der frühere Lebensweg, der Kindheit/Jugend, Berufsleben mit Familie und Ruhestand umfasste, differenzierte sich immer mehr. Es entstünden neue Persönlichkeitsstrukturen in den jeweiligen Lebensabschnitten, die auch besondere Ansprüche an Gesundheit und Wohlbefinden stellten. Sei es der "Comuni Teen - die MeWe-Generation", die "Latte Macchiato Familie - die urbanen Hedonisten mit Kids", der "Super-Daddy - der familienzentrierte Mann", der "Greyhopper - have fun with 71" oder die "Super-Grannys - Enkel halten jung" - jeder Altersabschnitt stehe zukünftig für ein verstärktes Selbstbewusstsein im Umgang mit der eigenen Familie, dem Beruf, dem Anderen und seiner eigenen Gesundheit. Und wie Gesundheit aktiv ging, erläuterte der im Haus engagierte Physiotherapeut Lutz Meissner auf seine bekannt sympathische Art, indem er die "Promis" einige Gymnastikübungen vom Stuhl aus machen ließ; durchweg ein gelungener Einstand.

Investor Markus Röhner, Generalunternehmer der R+S solutions Holding AG, blieb es überlassen, allen Unterstützern zu danken. Das Gesundheitszentrum Medicum im Münsterfeld sei eine sehr gute Standortsentscheidung; eine Erweiterung sei geplant. Hier werde eine "tolle Leistung" angeboten, die von zahlreichen Ärzten geleistet würde, die nicht in Konkurrenz zu einander stünden. Trotz anfänglicher Bedenken, außerhalb der Innenstadt eine solche Einrichtung zu schaffen, habe man ein bemerkenswertes Ergebnis in Kooperation mit allen Beteiligten geschafft.

Dass das Medicum bereits jetzt auf ein großes Interesse stoße, bewiesen die Besucherströme mit rund 10.000 Gästen zum anschließenden Tag der Offenen Tür, die das breite Spektrum des medizinischen Angebotes mit praktischen Übungen und Untersuchungsmethoden sowie Vorträgen in Anspruch nahmen. Aber auch Zauberer oder eine Tombola sorgten für Abwechslung. Ebenso präsentierten die Künstler Joanna Skurska und Leszek Skurski von der Red Corridor Gallery ihre Werke in der Neurochirurgischen Praxis von Dr. Samir Al-Hami.

Das Medicum Fulda umfasst 9.300 Quadratmeter Fläche, auf der Ärzte und medizinische Dienstleister tätig sind. Das Bauprojekt kostete rund 11,5 Millionen Euro. In der Einrichtung werden etwa 170 Menschen beschäftigt sein. Zur Leistungspalette gehören die Diagnostik, Allgemein- und Alternativmedizin, zwei Operationsräume für ambulante Eingriffe sowie ein Informations- und Beratungszentrum mit einem vielfältigen Angebot von Ernährungs- und Pflegeberatung, Liegediagnostik, Selbsthilfegruppen und Sozialdienst. Daran angeschlossen sind Geschäfte rund um die Pflege, die Orthopädie und den Sanitätsbereich, ein Versicherungsunternehmen, eine Bank, eine Drive-in-Apotheke sowie eine Bäckerei mit Café.

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