Gast auf Augenhöhe: Das Erasmus für Jungunternehmer-Programm in Fulda

Der Fuldaer Fotograf Kris Duangphung (rechts) und sein „Erasmus“-Austauschpartner Erikas Vosylius aus Litauen.

Junge Unternehmer aus dem Ausland kommen nach Fulda, um zu lernen. Der Fotograf Kris Duangphung ist einer der Mentoren.

Fulda - Erikas Vosylius ist 19 Jahre alt und kommt aus Litauen. Er ist Fotograf und Jungunternehmer und plant, sich in seiner Heimat selbstständig zu machen. Um erste Erfahrungen zu sammeln, was er dazu wissen muss und wie er am besten vorgeht, hat sich der junge Litauer beim EU-Programm „Erasmus für Jungunternehmer“ („Erasmus for Young Entrepreneurs“, kurz „EYE“) für Existenzgründer beworben. „Auch ich beteilige mich an dem Programm und mir wurde als Unternehmer in Fulda Erikas vorgeschlagen, weil unsere Berufsfelder zusammen passen“, sagt Kris Duangphung, selbstständiger Fotograf und Model aus Fulda. Der erste Kontakt wurde per „Skype“ geknüpft. „Das Tolle an dem Programm ist, dass man sich auf Augenhöhe begegnet. Erikas arbeitet nicht für mich, sondern soll selbstständig den Beruf und alles, was daran hängt, kennenlernen“, so Duangphung.

Komplett durchgeplantes Projekt

Zwei Monate verbringt der Litauer in Fulda. Das Programm wird finanziell gefördert. „Um am ,Erasmus-Jungunternehmerprogramm’ teilnehmen zu können, müssen alle Bewerber ein Exposée einreichen und das Projekt komplett durchplanen“, so Duangphung. Ziel ist es zum einen, die Arbeitsweise als selbstständiger kennenzulernen beziehungsweise zu vermitteln und zum anderen, ein anderes Land zu erkunden. „Ich möchte ihm zeigen, wie man mit der Fotografie Geld verdienen kann“, sagt der Fuldaer Mentor. Die ersten Hindernisse seien bereits am Anfang sichtbar geworden: „Mit einer billigen Kamera kann man einfach keine wirklich professionellen Fotos machen“, sagt Duangphung. Vosylius habe in Litauen als Hobby vor allem Autos fotografiert. „Ich möchte ihm zeigen, wie er aus seiner Leidenschaft einen Beruf machen kann“, so der Fuldaer.

"Learning by doing"

Die Kommunikation verläuft auf Englisch und die beiden Fotografen sind meist gemeinsam unterwegs. „Ich möchte ihm die Grundlagen geben, die für einen Fotografen unbedingt nötig sind“, so Duangphung. Aber Vosylius ist in Fulda auch eigenständig unterwegs. Bei den gemeinsamen Terminen arbeitet der Litauer mit der Ausrüstung von Duangphung oder ist bei Hochzeits-Shootings dabei. „So lernt er ganz nebenbei, was bei Hochzeitsfotografie wichtig ist“, sagt Duangphung.

Der Fuldaer Fotograf ist einer der ersten Mentoren aus Fulda und sieht das „Erasmus“-Programm als „interessante und empfehlenswerte Erfahrung“ an. Denn die Teilnehmer sind gleichwertige Partner, die sich gegenseitig auch über ihren jeweiligen Herkunftsländer informieren. „Sollte ich irgendwann einmal darüber nachdenken, in Litauen tätig zu werden, so habe ich nun bereits einen Kontakt zu einem Kollegen genknüpft“, sagt der Fuldaer.

Hintergrund

Fulda. Das „Erasmus“-Programm für Jungunternehmer ist ein europäisches Austauschprogramm, unter anderem mit Stipendien, das den Aufbau internationaler Geschäftsbeziehungen innerhalb und außerhalb Europas fördern soll. Die Dauer des Austausches beträgt zwischen einem und sechs Monaten innerhalb Europas. In Fulda ist das „Inter.research Institut“ für das Programm zuständig. Auf www.open-eye.net gibt es weitere Informationen. Ansprechpartnerin ist Eva-Maria Kropp, Telefon 0661/ 20093747, E-Mail kropp@inter-research.de .

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