"Die Menschen wollen ernst genommen werden"

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Landtagsabgeordneter Thomas Hering (rechts) im Gespräch mit Redaktionsleiter Bertram Lenz

Gast der "Fulda aktuell"-Redaktion: Der Fuldaer CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Hering

Fulda - Vor etwas über zwei Jahren, genau am 28. Oktober 2018, ist Thomas Hering aus Fulda in den Hessischen Landtag gewählt worden. Anlass genug für „Fulda aktuell“, den CDU-Politiker bei einem Redaktionsgespräch eine erste Bilanz seiner Abgeordnetenarbeit ziehen zu lassen. Das Fazit des Vaters dreier Söhne: „Für jemanden, der neu in den Landtag gekommen ist, haben die vergangenen zwei Jahre durchaus Herausforderungen gebracht. Beginnend mit der knappen Ein-Stimmen-Mehrheit unserer Regierungskoalition aus CDU und Grünen, dem Einzug einer sechsten Fraktion, über die damalige Erkrankung unseres Ministerpräsidenten Volker Bouffier bis hin natürlich zur Corona-Pandemie. Aber auch gewalttätige oder tragische Ereignisse innerhalb Hessens und unserer Fraktion zähle ich dazu“.

Die Beschränkungen, denen die Menschen wegen Corona unterworfen sind, schränken natürlich auch die Vor-Ort-Arbeit von Hering ein, der als direkt gewählter Landtagsabgeordneter im Wahlkreis 14 (Fulda I) die Nachfolge von Dr. Walter Arnold angetreten hat, während CDU-Kollege Markus Meysner den Wahlkreis 15 (Fulda II) vertritt. „Wenn persönlicher Kontakt gar nicht möglich ist, halte ich diesen möglichst über Telefon und per E-Mail, aber auch über Videoschaltungen“. Freuen kann er sich beispielsweise darüber, wenn es seinem Einsatz zu verdanken sei, dass heimische Vereine mit Fördermitteln bedacht werden.

Anliegen und Sorgen

„Aber die persönlichen und gerne auch mal geselligen Begegnungen fehlen mir schon ein wenig“, bedauert Hering, „weil dort auch immer gute Gelegenheiten sind, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und Sorgen beziehungsweise Anliegen an mich herangetragen werden“. Er sei dann auch immer bemüht, möglichst zeitnahe Rückmeldungen zu geben, denn: „Die Menschen wollen ernst genommen werden. Dann haben sie auch Vertrauen in dich als Abgeordneten“.

Ein Lob der Region

Geradezu ins Schwärmen kommt der Polizeibeamte Hering, wenn er die Region Fulda charakterisieren soll: „Tradition, Brauchtum und Zusammenhalt – das alles hat uns stark gemacht. Dieses Mit- und nicht das Nebeneinander, gerade auch von Unternehmern und Arbeitnehmern, ist auch in der Corona-Krise sehr wichtig, wenn alle aufeinander angewiesen sind“. Die Region zeichne sich sowohl durch hohe wirtschaftliche Stabilität des Mittelstandes als auch durch starken ehrenamtlichen Einsatz, Vereinstätigkeit und eben durch gesellschaftlichen Zusammenhalt aus. Positive Voraussetzungen also, um in der Pandemie zu bestehen, die viele Menschen vor eine ungewisse wirtschaftliche Zukunft und vor psycho-soziale Herausforderungen stelle.

Bei seiner Abgeordnetenarbeit sei ihm wichtig, Richtung und Fakten zu kennen. „Auf klare Ansagen habe ich immer schon bei meiner Tätigkeit als Polizeibeamter Wert gelegt“, argumentiert Hering, der sichtlich stolz und auch zufrieden damit ist, bei verschiedenen Themen – auch innerhalb der CDU-Fraktion und der Koalition – „Farbe bekannt und meine Überzeugung vertreten zu haben“. Beispielsweise, als es um das Thema „Starke Heimat“ gegangen sei, oder auch bei seinem Engagement im Innenausschuss des Landtages, die Rechtsgrundlagen Innerer Sicherheit betreffend.

„Da kann ich mich mit meinem Wissen und meiner Erfahrung einbringen“, sagt der Fuldaer und lobt zugleich unter anderem das menschlich gute Miteinander, übrigens auch mit Abgeordneten des Koalitionspartners. „Das gegenseitige Vertrauen ist da, so fühle ich mich mit meinen Argumenten sehr ernst genommen“, sagt Hering, für den selbst es enorm wichtig ist, als Landtagsabgeordneter authentisch zu sein und sich mit hohem persönlichen Engagement und Offenheit den Menschen seines Wahlkreises verpflichtet zu fühlen.

Thema „LEP“

Da ist es auch kein Wunder, wenn er bei der brisanten Thematik „Fortschreibung des Landesentwicklungsplanes (LEP)“ einen „roten Kopf“ bekommt. Seine Hauptkritikpunkte: Zu grob gerasterte Kriterien und Inkonsequenzen in Form so genannter „Insellösungen“. Hering hofft darauf, dass die ausgewiesenen „ENTWICKLUNGSachsen“ im Wortsinn der Entwicklung Raum geben und nicht etwa nur die sonst vorliegende Insellage der Stadt Fulda überdecken. „Da habe ich in Wiesbaden schon deutlich gemacht, ein Ohr dran und ein Auge drauf zu haben“, beteuert er. Keine Kommune dürfe einem anderen Landkreis zugeordnet werden, so der 49-Jährige, dem zufolge die Debatte um den „LEP“ bisweilen auf einer „emotionalen Schiene“ gelaufen ist und deren mögliche Auswirkungen viele Menschen gerade auch in unserer osthessischen Region sehr betroffen gemacht haben.

Jetzt müsse zunächst die erneute Offenlegung erfolgen, unterstreicht Hering abschließend. Und dürfte sich auch nicht scheuen, abermals das direkte Gespräch mit der Hessischen Landesregierung, wie erst kürzlich wieder geschehen auch mit Hessens Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir zu suchen, wenn die Region Fulda ins Hintertreffen zu geraten drohe. Das nämlich sei er den Menschen hier schuldig.

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