Gastwirt gibt auf: „Wir fahren nur noch auf Sicht“

Mitte des Jahres gehen im „Gasthof Haunetal“ in Steinhaus die Lichter aus. Die Wirtsleute Michael und Bettina Zimmermann hören unter anderem wegen der Corona-Pandemie auf.
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Mitte des Jahres gehen im „Gasthof Haunetal“ in Steinhaus die Lichter aus. Die Wirtsleute Michael und Bettina Zimmermann hören unter anderem wegen der Corona-Pandemie auf.

Gastwirt Michael Zimmermann beendet Pachtvertrag für den „Gasthof Haunetal“ in Steinhaus zur Jahresmitte

Petersberg. „Die Situation in der Gastronomie ist seit Jahren schwierig. Und Corona hat das Fass zum Überlaufen gebracht“, sagt Gastwirt Michael Zimmermann, der gemeinsam mit seiner Frau Bettina seit 17 Jahren den „Gasthof Haunetal“ in Steinhaus betreibt. Im Sommer dieses Jahres ist Schluss, denn dann werden die Wirtsleute den Gasthof als Pächter aufgeben.

„In den Lockdowns ist viel Personal abgewandert und die Dokumentationspflichten in der Gastronomie bedeuten einen erheblichen Mehraufwand“, so Zimmermann. Doch das sind nicht die einzigen Punkte, mit denen er in der Pandemie zu kämpfen hat: „Seit der 2GPlus-Regelung im Landkreis Fulda arbeiten wir auf absoluter Sparflamme“, sagt der Gastwirt.

Auch größere Feiern gibt es seit dem Frühjahr 2020 kaum noch. „2020 hätte von den Vorausbuchungen unser bestes Geschäftsjahr werden können.“ Aber durch Lockdowns und Kontaktbeschränkungen wurde den Wirtsleuten buchstäblich ein Strich durch die Rechnung gemacht. Seitdem hat sich die Situation kaum verändert: „Dieses Wochenende wollte eine Gesellschaft von 50 bis 60 Leuten einen Geburtstag bei uns feiern. Inzwischen ist die Zahl der Gäste auf 15 geschrumpft“, erzählt Zimmermann. Auch im Dezember des vergangenen Jahres seien alle größeren Feiern abgesagt worden. Der Sommer 2021 habe den Wirtsleuten geholfen, habe aber die Verluste der Wintermonate nicht ausgleichen können.

Der „Gasthof Haunetal“ in Petersberg-Steinhaus.

„Ich rechne damit, dass es Preissteigerungen von 20 Prozent geben wird. Bei Gas, Strom und auch Lebensmitteln. Hinzu kommt, dass Lohnerhöhungen für Angestellte der Gastronomie im März anstehen“, so Zimmermann. Die Lohnerhöhungen sieht er allerdings als gerechtfertigt an. Im „Gasthof Haunetal“ sind derzeit fünf Menschen fest angestellt. Durch Quarantäne und Krankenhausaufenthalte werde diese Zahl jedoch immer wieder dezimiert.

„Wir fahren eigentlich nur noch auf Sicht. Vorplanungen sind unmöglich geworden“, so Zimmermann. Als Pächter habe er noch das Glück, dass er die Situation beenden könne. „Wenn mir das alles hier gehören würde, müsste ich weitermachen“, sagt er.

Von den Gästen hat er viele bedauernde Rückmeldungen bekommen, als klar war, dass der 15. Juni der letzte Tag im „Gasthof Haunetal“ sein wird. „Die Leute finden es schade“, sagt der Gastwirt. Es stelle sich die Frage, wo zukünftig in Steinhaus Familienfeiern, Tröster oder auch einfach das Feierabendbier genossen werden könne. „Es wird etwas fehlen im Dorf“, sagt Zimmermann. Die Gastronomie auf den Dörfern müsse sich anders aufstellen. Ob das funktioniere, weiß er nicht zu sagen. „Es gibt zu viele Fragezeichen, wie es in der Gastronomie weitergeht.“

Bis zum 15. Juni wird das Geschäft normal weiterlaufen – je nachdem, was die Coronalage erlaubt. Danach wollen sich Bettina und Michael Zimmermann beruflich neu orientieren, „aber nicht in der Gastronomie. Die Situation ist andernorts wegen Corona kaum anders“, so Zimmermann.

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