Aus für Geburtshilfe im Fuldaer Geburtshaus

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Fulda. Zu wenig Personal, zu hohe Kosten. Ab April 2014 können die Hebammen keine Geburtshilfe mehr im Geburtshaus anbieten.

Fulda. Das Geburtshaus "Lichtblick" muss nach 18 Jahren die außerklinische Geburtshilfe einstellen. Gründe dafür sind Personalmangel und der hohe Kostendruck. Das Geburtshaus am Heinrich-von-Bibra-Platz kann deshalb ab April 2014 vorerst keine Geburtshilfe in der Einrichtung mehr anbieten. Die Hebammen leisten aber weiterhin Betreuung während und nach der Schwangerschaft.

"Die ergebnislose Suche nach qualifiziertem Fachpersonal und der hohe Kostendruck, der auf den Hebammen lastet, haben das Team leider zu dieser Entscheidung gezwungen", sagte Ellen Bittorf, Geschäftsführerin des "Geburtshaus und Familienzentrum e.V.". "Die laufenden Kosten sind für ein kleines Haus sehr hoch, genauso wie die Hebammen-Versicherungen, die im kommenden Jahr nochmals  um 20 Prozent ansteigen wird", erklärt Bittorf. Eine Hebamme muss dann jährlich rund 5.000 Euro für ihre Versicherung bezahlen. Die Entscheidung sei nicht leicht gefallen, besonders weil das Geburtshaus das einzige in der Region ist. "Bei besseren Bedingungen möchten wir die außerklinische Geburtshilfe gerne wieder aufnehmen".

In der Hebammenpraxis werden weiterhin Vorsorgeuntersuchungen, Hebammensprechstunden, Nachsorge, Rückbildung und zahlreiche Kurse angeboten.Ebenso wird der Verein "Geburtshaus und Familienzentrum e.V." sich weiterhin für die Begleitung und Beratung von Familien einsetzen. "Wir wollen das Angebot unseres Hauses in Zukunft erweitern und den aktuellen Bedürfnissen von Frauen und Familien anpassen", so Bittorf. Ein Hauptanliegen des Vereines sei es, Eltern in ihrer neuen Rolle zu stärken, Kinder zu fördern und ein Forum des Austausches, der Information und der Unterstützung zu bieten. In den vergangenen Jahrzehnten habe sich das Bewusstsein von Familie stark geändert. "Viele Frauen arbeiten bis kurz vor der Geburt, die Zahl der Alleinerziehenden wächst, die Unterstützung der Mehrgenerationsfamilie gibt es kaum noch, aber auch die Männer haben ein anderes Verständnis von ihrer Vaterrolle bekommen", sagt Bittorf.

Unter anderem ist auch ein Sportangebot für Senioren geplant. Ebenso wurden für Väter und junge Mädchen spezielle Angebote und ein Kompetenz-Workshop für Mütter entwickelt.Außerdem möchte die Einrichtung weiterhin mit anderen Fachkräften, wie Heilpraktikern, Osteopathen oder Logopäden verstärkt zusammenarbeiten.

Weitere Informationen zum Geburtshaus "Lichtblick" in Fulda gibt es hier.

Deutschlandweit sind die geringe Bezahlung und die hohen Prämien der Haftpflichtversicherungen für Hebammen in der Kritik. Anke Bastrop aus Schwerin, selbst Mutter und große Anhängerin von Geburtshäusern und Hebammen, hat deshalb eine Online-Petition zur Besserstellung der Hebammen ins Leben gerufen.

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