Intensives Gedenken bei "antonius" 

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Eine Tafel soll an die damaligen Ereignisse erinnern 

Vor 80 Jahren sollten 93 Bewohner des damaligen Antoniusheims getötet werden

Fulda - Am 21. und 22. Juli 1937 wurden 93 Bewohnerinnen und Bewohner des damaligen St. Antoniusheims Fulda von den Nationalsozialisten abtransportiert. Sie sollten im Rahmen der NS-Euthanasie getötet werden. Durch strategisches Handeln und gute Netzwerke ist es den damaligen Verantwortlichen des St. Antoniusheims gelungen, einen Großteil der Bewohner wieder zurückzuholen. Dennoch wurden 37 Menschen ermordet. Anlässlich des 80. Jahrestages erinnerte "antonius" an die grausamen Ereignisse und gedachte den Opfern im Rahmen einer Gedenkfeier.

„Wir sind zusammen gekommen, um uns zu erinnern und uns vor Augen zu führen, was damals passiert ist". Mit diesen Worten begrüßte Rainer Sippel, Geschäftsführer von "antonius", die zahlreichen Gäste. Auch die Bundestagsabgeordneten Michael Brand und Birgit Kömpel kamen zur Gedenkfeier. Brand betonte in seiner Ansprache, dass Euthanasie kein Thema der Vergangenheit sei: „Es ist heute an uns, diese Erinnerung wach zu halten, damit alte Fehler nicht wieder getan werden.“ Kömpel sagte: „Alle Menschen sind wertvoll. Lassen wir es nie wieder zu, dass der Staat oder andere darüber entscheiden, wer perfekt ist oder wer nicht!“

Dr. Wolfgang Hamberger, ehemaliger Oberbürgermeister der Stadt Fulda, ging in seinem Vortrag auf die geschichtlichen Ereignisse dieser Zeit ein. Im Anschluss schilderte Björn Bierent, Mitarbeiter von "antonius", die grausamen Ereignisse, die sich an diesen Tagen im St. Antoniusheim zugetragen haben. Bei seiner Spurensuche ist er auf die Schwesternchronik gestoßen, in der die damalige Oberin Schwester Adolfine Fabra die Ereignisse des 21. Und 22. Julis 1937 festhielt: „Mit welchen Gefühlen nun die lieben Schwestern sich ans Packen der Sachen für die ihre Kinder begaben, kann man nicht in Worte fassen, als ob es zu einer Massenbeerdigung gehe. […] Mit wehem Herzen sahen wir dem 21. Juli entgegen. […] An diesem Tage wurden unsere Kinder mit zwei Autos nach Hephata und Treysa überführt. Am folgenden Tage, […] holten zwei Autos unsere erwachsenen Zöglinge ab. Dass auch hier der Abschiedsschmerz groß war, ist selbstverständlich, da manche von ihnen 30 und mehr Jahre Freud und Leid des Heimes geteilt hatten.“

Als Zeichen der Erinnerung und der Mahnung wurde eine Gedenktafel enthüllt. Nach dem Verlesen der 37 Opfer sprach Professor Dr. Gerhard Stanke, Generalvikar des Bistums Fulda, ein Gebet für die Ermordeten. Für musikalische Begleitung sorgte die Musikschule Ebert.

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