Gedenken an die Pogromnacht 1938 in Fulda

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Die Synagoge in Fulda.

In dieser Woche wird in Fulda mit Besuchern aus dem Ausland mit mehreren Veranstaltungen der Pogromnacht im November 1938 gedacht.

Fulda - Im Rahmen der Gedenkwoche anlässlich des 80. Jahrestages der Pogromnacht des Jahres 1938, in der auch in Fulda nicht nur die Synagoge und der alte jüdische Friedhof (heute Jerusalemplatz) zerstört wurden, sind eine Reihe von Veranstaltungen geplant, die vom Kulturamt der Stadt Fulda, dem Fuldaer Geschichtsverein, der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit sowie dem Projekt Juden in Fulda organisiert werden.

Schweigemarsch in der Innenstadt

Aus Anlass der Gedenkwoche besuchen mehr als 20 Gäste aus den USA, Israel und Brasilien die Heimatstadt ihrer Eltern und Großeltern. Sie werden erzählen von den Erlebnissen ihrer Familien und sind auf Spurensuche nach den Orten ihrer Eltern und Großeltern, die einst in Fulda lebten.

Am Dienstag, 6. November, startet um 10.40 Uhr im Gedenken an die Deportationen aus Fulda ein Schweigemarsch vom Jerusalemplatz zum Bahnhof. Dort werden ab 11 Uhr Mitglieder der jüdischen Familien Braunold, Strauss und Wertheim sowie Roman Melamed von der jüdischen Gemeinde Fulda an das Geschehen erinnern.

Am Abend des 6. November laden dann der Fuldaer Geschichtsverein und die Stadt Fulda um 18 Uhr ins Kanzlerpalais zu einem Podiumsgespräch mit den Nachfahren der Familien Braunold, Flörsheim, Kamm, Strauss, Tockus, Trepp und Wertheim ein. Nachdem die Nachfahren über verschiedene Aspekte wie Alltag in Fulda, Rettung durch Kindertransporte, Deportation und Ermordung oder gelungene Flucht berichtet haben, wird das Publikum die Möglichkeit haben, Fragen zu stellen.

Gedenkveranstaltung

Am Donnerstag, 8. November, gedenken die Nachfahren der Zerstörung des Friedhofes im Zuge der Pogromnacht. Heinz Hesdörffer, 95-jähriger Überlebender des Holocaust, spricht das Kaddisch für das Seelenheil der Verstorbenen. Beginn ist um 17 Uhr auf dem Jerusalemplatz.

Im Anschluss findet die Gedenkfeier um 18 Uhr am Platz der Synagoge Am Stockhaus statt. Neben anderen spricht Michael Braunold, dessen Vater durch einen Kindertransport gerettet, die Großeltern von Fulda deportiert und ermordet wurden. Nach der Gedenkstunde lädt die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit zu einer Lesung in das Kanzlerpalais (VHS, Unterm Hl. Kreuz. 1, 36037 Fulda) ein. Der Eintritt frei. Geplant ist eine Lesung und anschließende Diskussion mit Igal Avidan über sein Buch: „Mod Helmy

Wie ein arabischer Arzt in Berlin Juden vor der Gestapo rettete“. Der Arzt Mod (Mohamed) Helmy wurde von den Nationalsozialisten als „Nichtarier“ diskriminiert und als Ägypter inhaftiert. Trotzdem half er jahrelang einer jüdischen Familie aus Rumänien, sich vor der Gestapo zu verstecken. Der Autor Igal Avidan fand Helmys ehemalige Patienten, besuchte seine Verstecke und zeichnet seine einzigartige Geschichte nach.

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