Machtvolle Demonstration gegen den "III. Weg" in Fulda

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Veranstaltungen gegen das Treffen der als rechtsextrem eingestuften Partei / Starke Polizeipräsenz

Fulda - Mit einer machtvollen Demonstration für Toleranz und Offenheit haben viele Fuldaer am Samstagnachmittag rund 100 Teilnehmern der als rechtsextrem eingestuften Partei "Der III. Weg" gezeigt, "dass wir Fulda sind und ihr Nazis nicht". Die Stadt und ihre Einfahrtstraßen waren seit dem Vormittag gesäumt von einem massiven Polizeiaufgebot. Hubschrauber kreisten über Fulda. Die Beamten mussten unter anderem am Buttermarkt und schließlich am Bahnhofsvorplatz eingreifen, als am frühen Abend beide Gruppen kurzzeitig aufeinander trafen. Zudem mussten Sitzblockaden aufgelöst werden. Die Bundespolizei hat den oberen Bereich des Bahnhofes  für Reisende geschlossen.

Zwei Veranstaltungen, organisiert vom "Aktionsbündnis für ein demokratisches und weltoffenes Fulda“ und von "Fulda stellt sich quer" auf den Plätzen Unterm Hl. Kreuz und Uniplatz, stimmten seit dem Vormittag auf die Gegendemonstration ein. Diese startete dann um kurz nach 16 Uhr und führte unter anderem durch die Friedrichstraße und am Stadtschloss vorbei. Neben den Fraktionen im Stadtparlament waren auch mehrere Organisationen und die Kirchen aktiv vertreten, und just als die Mitglieder des "III. Weges" am Peterstor vorbeizogen, läuteten in der ganzen Stadt die Glocken.

Alle Redner sowohl Unterm Hl. Kreuz als auch auf dem Uniplatz appellierten an die Bürger, Flagge zu zeigen für ein demokratisches Miteinander, gegen Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit. Mitunter wurde auch Unverständnis für die Entscheidung der 6. Kammer des Verwaltungsgerichts Kassel geäußert, die eine Verbotsverfügung der Stadt Fulda vom Montag als rechtswidrig eingestuft hatte. Zu den Rednern zählten Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld, der frühere Oberbürgermeister Gerhard Möller, Landrat Bernd Woide, SPD-Landratskandidat Simon Schüler, die drei Bundestagsabgeordneten Michael Brand, Birgit Kömpel und Sabine Leidig, Vertreter der Fraktionen sowie  - auf dem Uniplatz - Mitglieder von "uno-eine Welt in Fulda", des Ausländerbeirates und von "Pax Christi". 

Mit besonders starkem Beifall wurden die Worte des ehemaligen Oberbürgermeisters Dr. Wolfgang Hamberger quittiert, der am Freitag seinen 85. Geburtstag hatte feiern können. Er war 1993 im Amt gewesen, als 500 Neonazis am 14. August in die Stadt eingefallen waren und ungehindert auf dem Domplatz eine Kundgebung hatten abhalten können. Hamberger erinnerte zum einen an das Vorbild des Hl. Bonifatius, zum anderen an das reiche Leben der einstigen jüdischen Gemeinde in Fulda. Andreas Goerke vom Bündnis "Fulda stellt sich quer" bezeichnete Hamberger seinerseits als großes Vorbild, weil dieser 2003 Rechtsradikalen die Stirn geboten habe, als diese  zu einer Demonstration aufgerufen hatten.       

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