Geisas Bürger wollen einen neuen Arztsitz in der Stadt

Bereits im Januar stand das Thema ärztliche Versorgung im Geisaer Land  ganz oben auf der Agenda, nun soll sich was ändern.

Geisa - Aufgrund der aktuellen medizinischen Unterversorgung der 7.500 Bürger des sogenannten „Geisaer Landes“ (Stadt Geisa, Gemeinden Buttlar, Schleid und Gerstengrund) durch eine ständige ärztliche Unterbesetzung, wechselnde Honorarärzte und eine aktuell dauerhaft nicht besetzte Arztstelle haben engagierte Bürger eine Unterschriftenpetition gestartet. Insgesamt 3.464 Unterschriften übergaben sie an Geisas Bürgermeisterin Manuela Henkel, mit der Bitte, diese an die Zulassungsstelle der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringens zu übersenden.

Damit wollen sie ihren Unmut zum Ausdruck bringen und die Schaffung eines neuen Arztsitzes in der Region Geisa einfordern. Dieser soll langfristig mit einem Arzt besetzt werden. „Interessenten gibt es und wenn junge Ärzte dauerhaft kommen wollen, dann muss man auch mit neuen Arztsitzen die entsprechenden Voraussetzungen schaffen“, so Bürgermeisterin Manuela Henkel.

Ihrer Meinung nach ist die aktuelle Situation vor Ort medizinisch nicht mehr vertretbar. Bereits im Januar stand das Thema ärztliche Versorgung im Geisaer Land bei ihren Bürgerstammtischen immer wieder ganz oben auf der Agenda. „Die Bürger möchten ein langfristiges Vertrauensverhältnis zu einem Arzt aufbauen“, zieht die Bürgermeisterin ein Fazit aus den zahlreichen Gesprächen. Das sei ihnen mit ständig wechselnden Honorarärzten nicht möglich. Aktuell ist ein Arztsitz voraussichtlich bis zum Jahresende gar nicht mehr besetzt, was die Situation noch mehr verschärft. „Ältere Bürger ohne Angehörige vor Ort haben kaum die Alternative, nach Bad Salzungen oder Fulda zum Arzt zu fahren“, sagt Wiesenfelds Ortsteilbürgermeister Michael Kehl. „Eine wohnortnahe Versorgung ist gerade für sie wichtig.“

Als die Information von der unbesetzten Arztstelle durch die Medien ging, habe bei Geisas Bürgermeisterin Manuela Henkel das Telefon nicht mehr stillgestanden. „Bei uns herrscht an allen Seiten darüber Unverständnis“, betont Schleids Erster Beigeordneter Martin Schuchert. Ehrenamtliche Bürger und Ortsteilbeiräte hatten sich dann entschlossen, die Angelegenheit selbst in die Hand zu nehmen. „Bis heute erfolgte aufgrund des demografischen Wandels und der damit einhergehenden veränderten Altersstruktur von der kassenärztlichen Vereinigung keine Neuberechnung der Arztsitze in der Region“, sagt Manuela Henkel. Alleine dadurch sei die Region schon unterversorgt. „Es kann nicht angehen, dass wir im ländlichen Raum immer das Nachsehen haben“, so die Bürgermeisterin.

Die 3.464 Unterschriften wurden nun an Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner, an die Ärztekammer und die Kassenärztliche Vereinigung Thüringens weitergeleitet. „Das ist ein starkes Signal aus der Bürgerschaft. Da gibt es kein „weiter so“, begründet mit abstrakten Paragraphen. Die Kassenärztliche Vereinigung muss zum Wohle der Bürger im Geisaer Land handeln. Sonst wird die vielzitierte „Stärkung des ländlichen Raums“ zur Farce“, betonte Ortsteilbürgermeister Jürgen Dücker abschließend. Vor Ort in Geisa ist man nun gespannt, inwieweit man von Seiten der Politik und der zuständigen Verantwortlichen langfristig die medizinische Betreuung vor Ort unterstützen und verbessern will.

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