Harsche, aber auch versöhnliche Worte

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Vollbesetzter Saal der Rhönhalle
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Propst Bernd Böttner (links) und Dekan Bengt Seeberg
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Christina Krenzer (links) und Pfarrerin Heike Dietrich

Vollbesetzer Saal der Rhönhalle bei Versammlung der evangelischen Kirchengemeinde Tann

Tann - Mitunter heftige persönliche Angriffe, aber auch viele Worte der Versöhnung haben am Donnerstagabend die mit viel Spannung erwartete Versammlung der evangelischen Kirchengemeinde Tann im vollbesetzten Saal der Rhönhalle geprägt. Seit Langem schon schwelt ein Konflikt zwischen Mitgliedern des Kirchenvorstandes und engagierten Gemeindemitgliedern, die dieses Zerwürfnis vor Kurzem öffentlich gemacht hatten („Fulda aktuell“ berichtete ausführlich).

Im Zentrum der Diskussion steht der Fortgang des allseits beliebten Pfarrers Kai Kleina, wobei dem Kirchenvorstand vorgeworfen wird, die Hintergründe dieses Weggangs zu verschweigen. Eine Unterschriftensammlung, initiiert unter anderem von Jörg Witzel, hatte diese Gemeindeversammlung ermöglicht. Wie Witzel am Donnerstagabend auch betonte, seien einzelne Kritiker und deren Familien unter Druck gesetzt und eingeschüchtert worden.

Propst Bernd Böttner (Hanau) indes sagte als Vertreter des Bischofs zu Beginn, dass es nicht begründet werden müsse, warum ein Pfarrer gehe. Dies sei dessen eigene Entscheidung, und hier gelte der Schutz seiner Persönlichkeit. Der Kirchenvorstand habe sich eh‘ „auf gefährliches Eis“ begeben, als er Antworten formuliert habe, warum Kleina gegangen sei.

Kirchenvorstands-Vorsitzende Christina Krenzer forderte zu Beginn der Zusammenkunft, an der unter anderem auch Dekan Bengt Seeberg (Fulda), Pfarrerin Heike Dietrich und Bürgermeister Mario Dänner teilnahmen, dass man besser wieder mit- als übereinander sprechen solle. Die Situation habe sich nach dem „unnötig polemischen Abschiedsgottesdienst“ für Pfarrer Kleina zugespitzt, so habe es Pressegespräche gegeben mit dem Ziel „Der Kirchenvorstand muss weg“. Jetzt gehe es darum, den „riesigen Scherbenhaufen“ zu beseitigen, da vieles beschädigt worden sei. Darunter persönliche Freundschaften. Sie lobte Pfarrerin Dietrich für deren hohe Kompetenz und Engagement, derzeit zwei Pfarrstellen zu versorgen. Dabei müsse sie „stets aufs Neue auf Anfeindungen reagieren“. Krenzers Appell: „Lasst uns einander wieder mit Respekt und Toleranz begegnen anstatt mit Groll und Angst“.

Die Atmosphäre spitzte sich zu, als die Frage kam, wann eigentlich die Spannungen begonnen hätten, und Karl-Heinz Rommel betonte: „Seit ich aus dem Kirchenvorstand ausscheiden musste“. Man habe ihn regelrecht hinausgemobbt. Seitens der Kirchenvertreter wurde dargelegt, dass Rommel der Schwiegervater von Pfarrer Kleina und es laut den gesetzlichen Vorschriften nicht möglich sei, dass Familienmitglieder gemeinsam im Kirchenvorstand vertreten seien. Eine solche Konstellation könnte bei Entscheidungen problematisch sein.

Debattiert wurde vornehmlich um die Frage des Stils, wie Rommel diese Entscheidung nahegebracht worden sei: Simone Kleina warf Krenzer vor, nicht das Gespräch gesucht zu haben – was diese entschieden zurückwies. Vielmehr sei versucht worden, Brücken zu bauen, um das engagierte Kirchenvorstandsmitglied Rommel nicht ins Abseits zu stellen. Beispielsweise hätte er weiter an Sitzungen teilnehmen können, nur ohne Stimmrecht. Die Diskussion gipfelte dann unter anderem in den Vorwurf, Ziel sei einzig gewesen, die Position zu Pfarrers zu schwächen – daher auch Rommels Ausscheiden aus dem Kirchenvorstand.

Weitere Punkte befassten sich mit einem adventlichen Konzert, an dem anstatt eines heimischen Chores eine musikalische Formation aus Meiningen teilgenommen habe, sowie allgemein mit der vielschichtigen Tätigkeit des Kirchenvorstandes, dargelegt von Jürgen Herberich. 

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