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´Gemeinsam stark sein´

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Fulda.Bei ihm laufen wichtige Fden zusammen: Das Selbsthilfebro Osthessen ist Ansprechpartner fr alle diesbezglich aktiv

Fulda.Bei ihm laufen wichtige Fden zusammen: Das Selbsthilfebro Osthessen ist Ansprechpartner fr alle diesbezglich aktiven Gruppen, koordiniert ihr Miteinander und hilft Interessierten, die eine solche Gruppe suchen. Selbsthilfe ist notwendig, ermutigend und weiterhin sehr gefragt", betont Christine Kircher, die das genannte Bro betreut. Sie versteht sich als Anwltin dieser Art von Auseinandersetzung mit gesundheitlichen oder anderen Problemen. Der Austausch mit hnlich beziehungsweise gleich betroffenen Menschen tut gut und hat groe Bedeutung - gerade fr Prophylaxe und Nachsorge", so Kircher. Hilfreich sei vor allem auch, dass man hnlich Betroffenen vieles an der persnlichen Situation gar nicht erklren msse.

Der Landkreis Fulda untersttzt die Selbsthilfe-Arbeit und wrdigt damit ihren gesellschaftlichen Stellenwert. Nach Angaben von Sachbearbeiter Thomas Mller stellt der Kreis dem Bro Osthessen jhrlich 4.000 Euro an kommunalisierten Landesmitteln zur Verfgung. Die Frdergelder fr die einzelnen Selbsthilfegruppen beliefen sich 2009 beim Kreis auf 12.000 Euro, bei der Stadt Fulda auf 6.620 Euro. Die Gesamtsumme in Hhe von 18.620 Euro wurde auf 36 Gruppen aufgeteilt, nachdem diese entsprechende Frderantrge gestellt hatten. Christine Kircher, die im Beirat bei der anteiligen Vergabe dieses Gesamtbetrags mitwirkt, freut sich ber die gute Kooperation mit der kommunalen Seite.

Das Selbsthilfebro Osthessen wird getragen von der Parittische Projekte gGmbH", einer 100-prozentigen Tochter des Parittischen Wohlfahrtsverbands. Der Zustndigkeitsbereich umfasst neben der Region Fulda auch den Vogelsbergkreis und den Kreis Hersfeld-Rotenburg. Insgesamt bestehen in Osthessen etwa 150 Selbsthilfegruppen, wobei die Tendenz steigend ist", berichtet Christine Kircher. Wie die Sozialarbeiterin und Sozialpdagogin erlutert, wird vom Bro keine Gruppe gegrndet, weil dies dem Selbsthilfe-Gedanken widersprche: Aber eine entsprechende Starthilfe gebe ich gerne, was zum Beispiel den Kontakt mit anderen Betroffenen, das Organisieren einer Informationsveranstaltung oder die ffentlichkeitsarbeit betrifft."

So hat Kircher im August 2009 mitgeholfen, eine Gruppe fr Betroffene von Nahrungsmittelunvertrglichkeit aus der Taufe zu heben, und krzlich haben sich Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung zusammengetan. Als sich jemand dazu entschloss, voraussichtlich im Mrz eine Gruppe fr Menschen mit ngsten, Depressionen und in Lebenskrisen zu grnden, hatte Christine Kircher bereits Namen von anderen Interessierten notiert (weitere Betroffene knnen sich noch melden). Nicht jeder, der in einer solchen Gruppe mitmachen mchte, hat die Kraft oder den Mut, selbst eine zu grnden", schildert die Fachfrau.

Bei ihrem Engagement legt sie auerdem groen Wert auf das Miteinander von Selbsthilfegruppen und ldt sie wenigstens ein- bis zweimal im Jahr" zu Vernetzungstreffen ein. Diese frderten das Bewusstsein Gemeinsam sind wir stark", was auch bei Anliegen an die politische Adresse hilfreich sei. Whrend eines Vernetzungstreffens im vergangenen Jahr verstndigten sich die Gruppen darauf, erstmals einen osthessischen Selbsthilfetag zu veranstalten, bei dem sich am 31. Oktober 2009 dann 34 Gruppen in der Fuldaer Orangerie prsentierten. Nach dieser gelungenen Premiere steht schon fest, dass es auch in diesem Jahr einen Selbsthilfetag geben wird", kndigt Christine Kircher an. Das Selbsthilfebro hat zudem ein Verzeichnis mit den osthessischen Gruppen herausgebracht, und Ziel ist es, den Flyer jedes Jahr zu aktualisieren".

Seinen Sitz hat das Bro in Fulda, Heinrichstrae 58. Christine Kircher ist dort in der Regel montags und dienstags von 14 bis 17 Uhr sowie donnerstags von 9 bis 12 Uhr erreichbar (Telefon 0661/9019846). www.paritaet-selbsthilfe.org

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