Generationsübergreifende Projekte im Landkreis Fulda

Generationsübergreifende Projekte der „AWO“: Jung hilft Alt, Alt hilft Jung. 
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Generationsübergreifende Projekte der „AWO“: Jung hilft Alt, Alt hilft Jung. 

Der generationsübergreifende Austausch zwischen Alt und Jung findet heutzutage meist nur noch in abgeschwächter Form statt. Wissen, Erfahrungen aber auch Brauchtum, die früher von einer Generation zur nächsten weitergegeben wurden, werden heutzutage seltener übermittelt. Und gerade jetzt in der Corona-Zeit vereinsamen viele Menschen, weil ihnen der Kontakt zu anderen fehlt. „Fulda aktuell“ hat mit Wolfram Latsch, Geschäftsführer der „AWO Kreisverband Fulda“, gesprochen, um zu erfahren, welche zusammenführende Projekte es im Landkreis Fulda gibt.

Fulda. Die „AWO“ ist Träger von insgesamt sieben Stadtteilzentren in der Stadt und im Landkreis Fulda. In diesen Zentren werden Bildungs- und Freizeitaktivitäten für und gemeinsam mit Menschen aus der Umgebung oder dem Stadtteil angeboten. Mit diesen Projekten soll das Miteinander gefördert und der Vereinsamung entgegengewirkt werden. Die Angebote sind immer auf den Bedarf und die Wünsche der Bewohner des jeweiligen Stadtteils ausgerichtet. Auch wenn der Schwerpunkt der „AWO“ in der Entwicklung und Durchführung von kulturübergreifenden und Integrationsprojekten liegt, sind viele der Angebote auch generationsübergreifende Projekte.

FULDA AKTUELL: Wer kann bei diesen Projekten mitmachen?

WOLFRAM LATSCH: Diese Projekte sind meist offen für alle. Generationsübergreifende Projekte der „AWO“ sind darauf ausgerichtet, dass eine Begegnung von Menschen unterschiedlichen Alters stattfindet, bei dem jeder seine Kompetenzen zum Nutzen Anderer einbringen kann. Die Angebote finden in der Regel im Umfeld der Stadtteilzentren statt und sind je nach Bedarf in jedem Stadtteil etwas anders ausgeprägt.

FA: Was gibt es für Projekte?

LATSCH: Wir haben eine Hausaufgabenhilfe, Übernahmen von Patenschaften von beispielsweise einer Person mit Migrationshintergrund, Vorleseprojekte von Senioren für Kinder, einen Schachclub für Menschen jeden Alters, aber auch Generationenhilfen.

FA: Wie sehen diese Generationenhilfen aus?

LATSCH: Studierende unterstützen Senioren, die sich aufgrund Corona alleine fühlen oder nicht das Haus verlassen können oder wollen, zum Beispiel beim Einkaufen, Apotheke, Arztbesuch, etc.

Senioren melden sich bei der „AWO“ und wir organisieren dann die Unterstützung.

Die „AWO“ bildet vor allem Frauen mit Migrationshintergrund zu haushaltsnahen Dienstleistungen weiter. Diese unterstützen Senioren, die zwar noch zuhause eigenständig wohnen, aber im Haushalt nicht mehr alles alleine machen können.

FA: Wie sieht es in der Corona-Zeit mit den Projekten aus?

LATSCH: In Corona-Zeiten war es oftmals schwierig. Die Begegnungszentren waren geschlossen und Angebote mit Freizeitcharakter durften nicht stattfinden.

Wo es möglich war, haben wir Angebote digital durchgeführt. So wurden zum Beispiel Vorleseangebote per „Zoom“ durchgeführt. Individuelle Begegnungsprojekte wie Patenschaften oder die Generationenhilfe wurden meist weitergeführt, wobei viele aber auch persönliche Begegnungen ins Freie verlegt oder mehr telefoniert haben. Das hat jeder Pate aber für sich organisiert.

FA: Wird es in Zukunft weiterhin solche Projekte geben?

LATSCH: Wir nehmen wahr, dass viele Menschen – egal welchen Alters – sich auch in Zukunft wieder Begegnung wünschen. Bei generationsübergreifenden Angeboten geht es ja im Wesentlichen um Begegnung, verbunden damit, dass Menschen ihre jeweiligen Kompetenzen und ihr Wissen zum Nutzen von Älteren oder Jüngeren einsetzen können. Sie sollen merken, dass sie gebraucht werden, merken, dass sie nicht alleine sind und aus den eigene Vierwänden herauskommen. Der Bedarf an Austausch und Gemeinschaft für Senioren ist groß. Und viele Kinder und Familien werden in Zukunft Unterstützung durch kompetente und engagierte Menschen brauchen, um die Folgen von Home-Schooling und Isolation zu überwinden. Diese Angebote werden also in Zukunft noch dringender gebraucht werden als vor der Pandemie. Daher streben wir an, sobald wieder persönliche Treffen möglich sein werden, die bisherigen Angebote wieder zu aktivieren und weitere Angebote dieser Art neu anzustoßen. Die Bürger- und Stadtteilzentren in Fulda und die vielen Gemeinwesen-Angebote im Landkreis sind die Orte, wo das stattfinden und organisiert werden kann.

Wir laden jeden ein, der Ideen hat oder Lust hat, sich an generationenübergreifenden Projekten zu beteiligen. Sprechen Sie die Mitarbeitenden der Stadtteilzentren und Gemeinwesen-Projekte in ihrer Umgebung an.

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