Geschichte eines Liedes: Osthessische Hommage an Sylt

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Kreativ im Studio: Markus Schmitt (links) und Johannes Lowien.

Erfolgreicher Solo-Erstling von Sänger Markus Schmitt und Produzent Johannes Lowien: "Und der Wind heult zärtlich"

Fulda/Kalbach - Da sitzt man sonntags gemütlich zu Hause im Wohnzimmer, träumt vom nächsten Urlaub, hört die allwöchentliche Hitparade von „HR4“ – und stutzt plötzlich bei einer wunderschönen Ballade, einer Liebeserklärung an die Insel Sylt: „Und der Wind heult zärtlich“. Sänger ist Markus Schmitt, und der wiederum ist in der Fuldaer Region kein Unbekannter.

Denn 24 Jahre lang war der Lehrer aus Kalbach Frontmann von „Vorsicht Gebläse“, heute ist er Teil der Formation „In Vibration“. Zu „Vorsicht Gebläse“ hält er weiter Kontakt und unterstützt die Band bei Auftritten unter dem Motto „Pop meets Classic“.

Und so kam es zu der Sylt-Hommage: Produzent Johannes Lowien aus Lehnerz („SongDesign“) hatte den 48-jährigen Schmitt, den er seit den frühen 90er-Jahren kennt, auf ein gemeinsames Projekt angesprochen. Der Kalbacher war vor über 20 Jahren das erste Mal in einem Studio gewesen, damals als Background für die ersten beiden CD-Aufnahmen der Fuldaer Heavy-Metal-Band „Edguy“, die inzwischen ja eine rasante Karriere hingelegt hat und um die Welt tourt.

„Auf diesen ersten beiden CDs von ,Edguy‘ steht auch mein Name, und gemeinsam mit Leadsänger Tobias Sammet habe ich damals bei ,Kurti und die Namenlosen‘ in Neuhof zusammen gespielt“, erinnert sich Schmitt im Gespräch mit „Fulda aktuell“.

Für die Produktion von „Und der Wind heult zärtlich“, das bei „Osnaton Records“ erschienen ist, zeichnen Lowien und Jan Laacks verantwortlich, der Text stammt von Luca Kaufmann und Lowien. Alle Beteiligten sind als Autoren bereits erfolgreich und können auf eine Zusammenarbeit unter anderem mit Roland Kaiser, Mary Roos, Tina York und Christian Lais zurückblicken.

Nach Lowiens Anruf bei Schmitt war dieser zu einer Aufnahme bereit: „Ich wollte es einfach ausprobieren“. Das Ergebnis: In zwei Stunden war das Lied im Kasten, „was auch damit zu tun hat, dass die Chemie zwischen uns gleich gestimmt hat und stimmt“. Lowien: „Um die Aussage eines Songs authentisch zu vermitteln, ist es wichtig, sich in das Lied hineinzufinden. Beim Interpretieren muss der Sänger den Text und die Melodie in Einklang bringen. Ich habe jemanden gesucht, der das markant-raue nordische Feeling rüberbringt“. Schmitt ergänzt: „Ich war am Anfang etwas unsicher, ob ich der Richtige sein würde. Ich konnte mich aber sehr gut mit dem Lied, der Aussage und der Melodie identifizieren“. Es sei ein Song „der aus dem Herzen kommt“.

Vermittelt werden soll das Natur- und Lebensgefühl von Sylt: „Grau in Grau – nicht himmelblau, ist der Himmel über Sylt“, so beginnt das Lied. „Die Insel mit Dünen, Wattenmeer, der offenen Nordsee und endlosen Stränden bietet das ideale Sujet für den Song, der jene einladend raue, individualistische Atmosphäre einfängt, aber auch das Nachtleben und die ausgeprägte, allgegenwärtige Gastronomie- und Eventkultur aufgreift“. So jedenfalls hat es Lowien in einem begleitenden Pressetext formuliert.

Ein wenig enttäuscht sind beide, dass angestrebte Kooperationen unter anderem mit der Sylter Tourismuszentrale und dem Restaurant „Sansibar“ (bislang) nicht zustande gekommen sind. Aber, was nicht ist, kann ja noch werden und soll ebenso in Angriff genommen werden wie ein Besuch auf der Insel – auf der Lowien und Schmitt bislang noch nicht gewesen sind.

Das Lied, das in vielen Download- und Streamingportalen und bei „Youtube“ zu hören ist, belegt in der anfangs erwähnten „HR4“-Hitparade derzeit den 24. Platz und ist bereits seit 15 Wochen dabei. „Der ,HR‘ spielt den Song aber auch öfters außerhalb der Charts“, freut sich Lowien. Und Schmitt hat nichts dagegen, ein zweites Mal als Solosänger ins Studio zu gehen: „Ich lass das auf mich zukommen“, sagt der 48-Jährige, „wenn der richtige Song auftaucht“.

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