Lieber "Bürger-Dienerin" als "Bürger-Meisterin" 

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Toller Ausblick: Bürgermeisterin Manuela Henkel auf dem Balkon der „Anneliese Deschauer Galerie“/Stadtmuseum Geisa.

Seit einem dreiviertel Jahr im Amt: Manuela Henkel, die Verwaltungschefin von Geisa

Geisa - Manuela Henkel spricht von einem „tollen Job“, den sie innehabe, und wer sich mit der Bürgermeisterin von Geisa unterhält, der erkennt sehr schnell, wie ernst sie diese Worte nimmt. Drei Tage nur lagen zwischen ihrer Wahl am 26. Januar und dem Amtsantritt am 29. Januar, doch ist die 45-Jährige sehr schnell in ihrem Amt angekommen. Nach nunmehr einem dreiviertel Jahr zieht sie im Gespräch mit „Fulda aktuell“ eine erste Bilanz und gibt zugleich Ausblick auf das, was sie noch vorhat. Getreu ihrem Motto: „Lieber agieren statt regieren“.

Rückblick: Als unabhängige Kandidatin hatte Henkel Ende Januar mit 76 Prozent der Stimmen ihren Mitbewerber Matthias Breitenbach hinter sich gelassen, der vom CDU-Stadtverband aufgestellt worden war. „Ich habe mich schnell eingearbeitet“, sagt die vierfache Mutter. Von Vorteil sei gewesen, dass sie als Bürgermeisterin von Schleid – ein Amt, das sie fünf Jahre lang ehrenamtlich ausübte – alle Mitarbeiter der Stadtverwaltung von Geisa gekannt habe und auch mit den Themen vertraut gewesen sei.

„Bürgermeisterin zu sein, das muss man wollen und gerne machen“, unterstreicht Henkel. Dann könne man auch für sich selbst profitieren, ist die 45-Jährige sicher, die großen Wert auf Zusammenarbeit legt. „Mit den Menschen möchte ich gemeinsam etwas bewegen“, betont die Verwaltungschefin, die sich lieber als „Bürger-Dienerin“ denn als „klassische Bürger-Meisterin“ sieht. Und die sagt, dass sie „rund 4.750 Arbeitgeber“ habe.

Zuhören und herausfordernde Dinge anzugehen, sei ihr ganz wichtig, erläutert Henkel, die auch angesichts der aktuellen Corona-Pandemie dafür plädiert, „nicht den Kopf in den Sand zu stecken, sondern vielmehr Zuversicht zu verbreiten und auch die Chancen zu sehen, die die Auseinandersetzung mit dieser Krise bieten“. Dies gepaart mit Gottvertrauen und Mitmenschlichkeit.

Dank der ausgewogenen Mischung von Handwerk und mittelständischen Firmen im Gewerbegebiet sei Geisa bezüglich der Gewerbesteuer trotz Corona gut aufgestellt, und auch der Etat 2021 stehe im Großen und Ganzen. Da man aber nie wisse, wie sich die Dinge entwickelten, „müssen wir flexibel sein und einen Plan B oder auch C in der Tasche haben. Sprich wir müssen Puffer einbauen“.

Eine weitere Herausforderung ist für sie der Zustand des Waldes. So seien 20 Prozent der Fichten im Geisaer Stadtwald vom Borkenkäfer geschädigt, „und das ist ein Problem“.

Neben der Erweiterung des bereits erwähnten Gewerbegebietes sei man derzeit dabei, ein Konzept für den Tourismus zu erarbeiten, und zwar unter dem Leitmotto „Grenzerfahrungen“. Hier gebe es gute Chancen für die Stadt, basierend auf den Säulen „nachhaltig, regional, gesund und aktiv“.

Und dann plant man noch die Gründung eines Lehrinstitutes: „Forschen, Lehren und Lernen an historischem Standort“ könnten hier die Schlagworte lauten, so Henkel über das Projekt, bei dem man mit der „Point Alpha Stiftung“ und der „Point Alpha Akademie“ zusammenarbeite. Für den Freitag war ein Treffen unter anderem mit Vertretern von Hochschulen und Fachhochschulen anberaumt, denn mit ein Ziel neben der Aufarbeitung der Historie sei es, junge Leute in die Region zu holen und den ländlichen Raum zu stärken.

Gegenwärtig verzeichnet man in Geisa übrigens einen Zuzug auch von Bauwilligen, und da ist es Henkel wichtig, „dass die Infrastruktur stimmt“. Dies auch vor dem Hintergrund, ausreichend Angebote in Sachen „Altersgerechtes Wohnen“ zu schaffen.

In allen Bereichen sei es von Vorteil, über den Tellerrand zu schauen und von Erfahrungen anderer Kommunen zu profitieren. Dies gelte auch für den sehr guten Austausch mit Städten und Gemeinden wie Hünfeld und Rasdorf. Das Zusammenwirken sei eine Chance für die gesamte Region „Geisaer Land“.

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