Fuldas SPD-Unterbezirkschefin: Stolz auf die Debattenkultur

Gespräch mit der Landtagsabgeordneten Sabine Waschke / 35 neue Parteimitglieder im Januar

Fulda- Im politischen Berlin sieht derzeit alles nach einer Neuauflage der Großen Koalition aus CDU/CSU und SPD aus. Wenn es einen solchen Vertrag gibt, sollen darüber die SPD-Mitglieder das letzte Wort haben und abstimmen dürfen. „Fulda aktuell“ hat der Fuldaer Landtagsabgeordneten Sabine Waschke verschiedene Fragen rund um ihre Partei gestellt. Die 58-Jährige ist seit 2009 Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Fulda und seit 2003 im Hessischen Landtag.

Fulda aktuell: Die SPD verzeichnet bundesweit einen Mitgliederzuwachs. Wie sieht dies im Unterbezirk Fulda aus?

Sabine Waschke: Alleine im Januar sind 35 neue Parteimitglieder (Vollmitgliedschaften) und drei Juso-Unterstützer in die Ortsvereine des Unterbezirks Fulda eingetreten. Der Altersdurchschnitt beträgt 40 Jahre, das jüngste Neumitglied ist 16, das älteste 69 Jahre alt.

FA: Wie stehen Sie zur Juso-Kampagne „Einen Zehner gegen die GroKo“?

Waschke: Auch wenn die Aktion sicherlich von vielen Jusos unterstützt wird, handelt es sich um eine Kampagne von Frederick Cordes, dem Vorsitzenden der NRW-Jusos. In eine Partei einzutreten, nur um gegen etwas bei einem Mitgliedentscheid zu stimmen, finde ich nicht gut. Wir haben in Fulda sehr erfolgreich für beide Optionen geworben. Gleichzeitig habe ich den Eindruck, dass die meisten neuen Mitglieder eingetreten sind, um in der SPD aktiv zu werden.

FA: Ist es aus Ihrer Sicht richtig, die Mitglieder über den Koalitionsvertrag abstimmen zu lassen?

Waschke:  Es war 2013 richtig und ist es heute genauso. Eine moderne Partei sollte immer ihre Mitglieder bei so wichtigen Entscheidungen einbinden. Alles andere ist einfach nicht mehr zeitgemäß.

FA: Wie würden Sie die Stimmung an der Basis im SPD-Unterbezirk Fulda bezüglich einer GroKo definieren?

Waschke: Die Diskussion über eine mögliche GroKo zeigt, wie lebendig unsere Partei ist. Wir führen Debatten auf einem sehr hohen und gleichzeitig respektvollen Level. Es würde mich sehr freuen, wenn wir uns diese Debattenkultur erhalten können.

FA:  Welches Ergebnis wird Ihrer Ansicht nach der Mitgliederentscheid mit sich bringen?

Waschke: Wenn ich das vorhersagen könnte, dann wäre ich die begehrteste Person in der SPD. Selbst meine Entscheidung über ein „Ja“ oder „Nein“ hängt maßgeblich davon ab, wie das Ergebnis der Koalitionsverhandlungen ausfällt. Was ich bereits jetzt sagen kann: Wir können stolz sein auf die parteiinterne Debattenkultur.

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