Begeisternder Pionier wirbt für die neue Augenklinik

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Die beiden Chefärzte der neuen Klinik für Augenheilkunde am „Klinikum Fulda“: Professor Dr. Maged Alnawaiseh (links) und Dr. Ralf Ungerechts.

"Fulda aktuell"-Gespräch mit Professor Dr. Maged Alnawaiseh, Chefarzt der neuen "Klinik für Augenheilkunde am Klinikum Fulda"

Fulda - Möglicherweise wäre Professor Dr. med. Maged Alnawaiseh gar nicht nach Fulda gekommen, wäre die osthessische Stadt nicht dem westfälischen Münster so ähnlich: „Man muss sich hier einfach wohlfühlen“, sagt der Chefarzt der neuen „Klinik für Augenheilkunde am Klinikum Fulda“, der seine Tätigkeit dort Anfang September aufgenommen hat. Der 36 Jahre alte Alnawaiseh ist gebürtig aus Jordanien und war zuvor neun Jahre am „Universitätsklinikum Münster“ tätig. Als 18-jähriger kam Alnawaiseh nach Bonn, hat dort das Studienkolleg besucht und anschließend an der Universität zu Köln Humanmedizin studiert, „weil die Ausbildung in Deutschland einen anerkannt guten Ruf genießt“.

Der begeisterte Fußballer, der auf die Menschen zuzugehen weiß und nicht zuletzt deshalb schnell Anschluss beim RSV Petersberg gefunden hat, stellte sich und seine Arbeit beim Redaktionsbesuch von „Fulda aktuell“ vor. Alnawaiseh ist für seine besondere Expertise im Bereich der Hornhautchirurgie deutschlandweit bekannt. Am „Klinikum Fulda“ leisten er und sein Chefarzt-Kollege Dr. Ralf Ungerechts Pionierarbeit, denn eine „Klinik für Augenheilkunde“ als „Hauptabteilung“ gab es bislang im „Klinikum Fulda“ noch nicht.

„Wir haben quasi bei Null angefangen. Ich bin derzeit dabei, für unsere Klinik zu werben und dafür zu begeistern, was wir hier anbieten“, sagt Alnawaiseh. Sehr dankbar äußert er sich darüber, wie die Verantwortlichen des Klinikums und die Kollegen der anderen Fachbereiche ihm und seinem Team begegnen. „Das ist eine sehr sympathische Atmosphäre“, so Alnawaiseh.

Dass sich der neue Chefarzt in der Region schon heimisch fühlt, dafür sorgen auch die Menschen, die Alnawaiseh als aufgeschlossen, tolerant, freundlich und zuvorkommend erlebt. Die Parallelen von Münster und Fulda als Domstädte mit Bischofssitz und vergleichbarer Größe gefallen ihm. „Das richtige Umfeld ist mir sehr wichtig“, betont der 36-Jährige. „Ich fühle mich wohl in Fulda“.

Versorgungslücke geschlossen

Mit der neuen Klinik ist seit September eine lang bestehende Lücke in der stationären Versorgung geschlossen. „Ich hoffe, dass unsere Klinik dazu beitragen kann, den Menschen mit Augenerkrankungen in Fulda und der ganzen Region das Leben ein wenig zu erleichtern, die bisher lange Wege in Kauf nehmen mussten, um die nächste Augenklinik zu erreichen “. Sein Kollege Ungerechts war lange Jahre als leitender Oberarzt am „Klinikum Darmstadt“ tätig und verfügt wie auch Alnawaiseh über große Erfahrung in der Diagnostik und Versorgung von schweren Augenerkrankungen.

„Um das operative Spektrum unserer Klinik zu vervollständigen“ sagt Alnawaiseh, „ist auch Oberärztin Dr. Mihailovic mit dem Schwerpunkt plastisch-rekonstruktive und ästhetische Augenchirurgie aus Münster mit nach Fulda gekommen“. Schrittweise soll die Mannschaft mit weiteren Assistenzärzten, Optikern und medizinischen Fachangestellten verstärkt werden.

Die „Klinik für Augenheilkunde“ verfügt derzeit über zehn Betten, Ziel sind laut Alnawaiseh bis zu 30 Betten. Das operative Leistungsspektrum umfasst das gesamte Gebiet der modernen Hornhaut-, Netzhaut-, Linsen- sowie Glaukom Chirurgie. Darüber hinaus werden auch Operationen der Tränenwege und Augenlider durchgeführt. Patienten mit speziellen Problemstellungen sowie augenärztliche Notfälle können ambulant und stationär behandelt werden.

„Dabei freuen wir uns auch auf die Unterstützung unserer niedergelassenen Kollegen, zu denen wir aufgrund des unterschiedlichen Leitungsspektrums in keinerlei Konkurrenz stehen und mit denen wir eine partnerschaftliche Zusammenarbeit anstreben“, betont der neue Chefarzt im Gespräch.

„So wie das Auge ein besonderes Organ ist, ist auch die Augenheilkunde eine spezielle Disziplin“, stellt Alnawaiseh fest. Erkrankungen wie Hornhautgeschwüre, schwere Augenentzündungen, Augenverletzungen oder Netzhautablösungen seien oft mit aufwändiger Diagnostik und Therapie verbunden und benötigten deshalb häufiger eine stationäre Versorgung. Insbesondere für die Behandlung von komplexen Augenerkrankungen ist das neue Team gut aufgestellt, denn die Spezialisten für die einzelnen Augenabschnitte ergänzen sich perfekt.

Das sagt das Klinikum

In einer offiziellen Stellungnahme hatte Vorstandssprecher Priv.-Doz. Dr. Thomas Menzel vom „Schattendasein“ gesprochen, das die Augenmedizin im „Klinikum Fulda“ in den letzten Jahren geführt habe. „Das wird jetzt anders: Wir schließen eine Lücke in der Versorgung. In unserer Stadt und in der Region gibt es viele gute Augenärzte. Für Augenpatienten, die im Krankenhaus stationär behandelt werden, ist das Klinikum nun die erste Adresse“. Damit wolle das „Klinikum Fulda“ auch dem selbst gestellten Anspruch gerecht werden, die Menschen der Region in allen Bereichen der modernen Medizin auf universitärem Niveau zu versorgen.

Dr. Menzel bedankt sich im Namen des Klinikums bei Dr. Dirk Pohlmann, der über 13 Jahre als Konsiliararzt am Klinikum tätig war und bei Dr. Hans-Jürgen Krannig aus Hünfeld und Dr. Christof Maus aus Gersfeld für die augenärztliche Betreuung der Frühgeborenenstation.

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