In der Rhön zu Hause

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Gespräch in der „R+S“-Konzernzentrale: Der neue Vorstandsvorsitzende Ralph Burkhardt und Unternehmenssprecher Tobias Farnung gemeinsam mit „Fulda aktuell“-Objektleiter Michael Schwabe und „Fulda aktuell“-Redaktionsleiter Bertram Lenz (von rechts).

"Fulda aktuell"-Redaktionsgespräch mit Ralph Burkhardt, neuer Vorstandsvorsitzender der Fuldaer "R+S Group AG"

Fulda - Termin beim „Neuen“: Was für eine Persönlichkeit ist Ralph Burkhardt, der seit einigen Wochen die Fuldaer „R+S Group AG“ als Vorstandschef führt? Beim Gespräch mit „Fulda aktuell“ erweist sich der 47-Jährige als höchst umgänglicher, mitunter nachdenklicher und den aktuellen Herausforderungen von Politik und Gesellschaft gegenüber sehr aufgeschlossener Mensch. Und obendrein als „Mann vom Fach“, der sein Handwerk „von der Pike“ auf gelernt hat. Und der sichtlich glücklich darüber ist, in der Rhön zu Hause zu sein. Einer Gegend, von der er mit sehr warmen Worten schwärmt und wo er sich mit seiner Frau und seiner Tochter ausgesprochen wohl fühlt. Rückblick: 1988 war die „R+S-Group“ als ein Zwei-Mann-Unternehmen von Markus Röhner und Dieter Seban gegründet worden. Anfang Mai, bei der Jubiläumsfeier, stand ein Wechsel an der Spitze im Blickpunkt: Markus Röhner übergab den Vorstandsvorsitz an Ralph Burkhardt.

Neue Struktur

Dieser ist, um das Fazit vorwegzunehmen, sehr stolz darauf, einem Unternehmen vorzustehen, das sich im 31. Jahr seines Bestehens als bundesweit erfolgreicher Konzern präsentiert, ja als regelrechter „Global Player“. Der sich aus zahlreichen Firmenbeteiligungen in verschiedenen, aufeinander abgestimmten Geschäftsfeldern zusammensetzt und über 32 nationale und sechs internationale Standorte verfügt. Um diese Gruppenstruktur noch stärker zu verdeutlichen, hat sich der Konzern eine neue Struktur verordnet, die ab 2019 greifen wird. Unter anderem habe man sich für „R+S Group AG“ als Namen entschieden, formuliert Burkhardt. Mit dieser Umbenennung gehe auch eine deutliche Modernisierung und Überarbeitung des Firmenlogos einher. Apropos „von der Pike“: Der 1970 in Ludwigsburg bei Stuttgart geborene Burkhardt, der seit seiner Kindheit im Gersfelder Stadtteil Hettenhausen lebt, startete seinen beruflichen Werdegang mit einer Ausbildung zum Elektroinstallateur bei der ortsansässigen Firma „Stolz“. Es folgten ein Studium der Elektrotechnik und Tätigkeiten als Projektleiter bei der „B+V Starkstromtechnik GmbH“ in Stuttgart. 1997 wechselte er zum Personaldienstleister „Adecco“, wo er verschiedene Management-Positionen innehatte. Zuletzt war der 47-Jährige als Geschäftsführer und COO bei der „7S Group GmbH“ tätig.

Drei statt sieben Bereiche

Zur „R+S-Group“ stieß der Manager unter anderem durch Kontakt zum langjährigen Aufsichtsratsmitglied und heutigen „R+S“-Finanzvorstand Rainer Bauer. Firmengründer Röhner und er seien sich mit der Zeit immer sympathischer geworden, man habe viele Gespräche geführt, und eines Tages sei er gefragt worden, ob er sich vorstellen könnte, Vorstandsvorsitzender zu werden. Röhner selbst hat 30 Jahre lang das Unternehmen mit seiner Philosophie geprägt. Das Bestreben seines Nachfolgers ist es, die „R+S Group AG“ noch nachhaltiger und effizienter zu gestalten, wozu auch die Bündelung aller unternehmerischen Aktivitäten in drei statt bisher sieben Bereichen beitragen soll. „Wir müssen uns wieder auf unser Kerngeschäft konzentrieren“, so Burkhardt, der sich und seinen Führungsstil als „verlässlich, ehrgeizig, bisweilen ungeduldig, aber nicht hektisch“ charakterisiert. Sein Gegen-über könne von ihm stets ein „ehrliches, auch unbequemes Feedback“ erwarten. Und ähnlich wie bei seinem Vorgänger stehe auch bei ihm die Tür des Büros immer offen. Betont spricht der 47-Jährige davon, dass es sich bei dem Konzern um ein mittelständisches, familiär und inhabergeführtes Unternehmen handele, dem er verpflichtet sei. Ab Januar 2019 wird es neben der „R+S Group AG“ die übergeordnete „M. Röhner Beteiligungs-GmbH“ geben sowie die „R+S solutions“, die „NEWA“ und die „R+S Power Solutions“.

„Da geht mein Herz auf“

„Unser Ziel muss sein, und das deckt sich mit meinen Visionen, Dienstleistungen ganzheitlich anzubieten und auf diesem Gebiet nicht der größte, aber der leistungsfähigste Betrieb zu sein“. Man wolle das Portfolio ausbauen – Stichwort Elektromobilität – und Synergien anzuwenden versuchen. Er habe trotz des steten Wachstums immer im Auge, für gut 4.000 Mitarbeiter und deren Familien verantwortlich zu sein. In der ersten Hälfte 2018 sei der Auftragseingang um 84 Millionen Euro höher ausgefallen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Vorstandsvorsitzende selbst fühlt sich im Übrigen am wohlsten, wenn er aktiv beim Projektgeschäft dabei ist: „Da geht dann mein Herz auf“, sagt der 47-Jährige, der „gern bei den Leuten draußen ist und ich meine Sicherheitsschuhe tragen kann“. Neben Forderungen an die „große“ Politik gibt es auch Wünsche an die kommunalpolitisch Verantwortlichen: Weiter Unterstützung für diese Region „mit ihren tollen mittelständischen Unternehmen“ und gute Rahmenbedingungen, um die Betriebe weiter attraktiv zu machen für Arbeitskräfte, besonders für Fachkräfte. Sein Herz geht aber auch immer dann auf, wenn er an seine Familie und sein Zuhause, die Rhön, denkt. „Hier ist meine Heimat, wo ich groß geworden bin. Die Landschaft und ihre Schönheit begeistern mich immer wieder aufs Neue“. Seine Freizeit gestaltet Burkhardt gerne sportlich, vornehmlich als Sportschütze, aber auch mit Wandern, Joggen, Fitness und manchmal auch mit Golfen. In Hettenhausen sei er übrigens nicht der „Herr Vorstandsvorsitzende“, sondern schlicht „der Ralph“. Mit dem sich ab und an auch „Rhöner Platt“ schwätzen lässt.

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