Ländlicher Raum und geplante Ortsumgehung

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Staatssekretär Rainer Bomba.

Ländlicher Raum und geplante Ortsumgehung

Fulda. Ein attraktives Umfeld, zu dem viele  Faktoren gehören, ist für Staatssekretär Rainer Bomba die wichtigste Voraussetzung, dass der ländliche Raum sich künftig stärker gegen Ballungszentren behaupten kann. Der Experte aus dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur stand der "Fulda aktuell"-Redaktion am Donnerstagabend am Rande der "MIT"-Jahreshauptversammlung für ein Gespräch zur Verfügung. 

Das Missverhältnis zwischen ländlichem Raum und den Ballungszentren sei gegenwärtig "gewaltig", gestand Bomba zu. Eine der Hauptvoraussetzungen dafür, dass sich dieses Verhältnis wieder in einem einigermaßen normalen Rahmen bewege, seien unter anderem die Schaffung von Arbeitsplätzen und eines "soziokulturellen Umfeldes". Auch in Hessen hätten Städte und Gemeinden mit der "Landflucht" zu kämpfen: Beispielhaft nannte der aus Steinau a.d. Straße im Main-Kinzig-Kreis stammende Staatssekretär Regionen in der Rhön und im Vogelsberg. 

Für viele Menschen sei sowohl ein funktionierendes Umfeld als auch die Nähe zum Arbeitsplatz wichtig. In diesem Zusammenhang lobte Bomba die Bemühungen von Fuldas Landrat Bernd Woide und des Fuldaer Oberbürgermeisters Dr. Heiko Wingenfeld, den Ausbau mit Breitband betreffend. Der Staatssekretär wiederholte in diesem Zusammenhang die Aussage, die er bereits während der Jahreshauptversammlung des "MIT"-Kreisverbandes getroffen hatte: Danach wolle die Bundesregierung bis 2018  eine flächendeckende Versorgung mit 50 M/bits erreichen.  "Um alle weißen Flecken zu beseitigen, werden vier Milliarden Euro investiert", so Bomba. "Jedes Haus und jeder Ort sollen vom schnellen Internet profitieren", formulierte der Staatssekretär weiter. Zudem würden 350 Millionen Euro in die Hand genommen, um Gewerbe- und Industriegebiete mit den entsprechend notwendigen Gigabyte auszustatten. "Die Digitalisierung stellt DEN Standortfaktor dar", zeigte sich der Staatssekretär sicher.

Zudem vermittelte Bomba am Freitagvormittag auf Nachfrage der "Fulda aktuell"-Redaktion eine Stellungnahme des Bundesverkehrsministeriums zum aktuellen Stand der geplanten und viel diskutierten Ortsumgehung Lauterbach/Wartenberg, "bei der nicht alle Beteiligten an einem  Strang ziehen": Im Zuge der B 254 in Hessen, zwischen Fulda und der A 5 bei Alsfeld, seien insgesamt fünf Maßnahmen im aktuellen Bedarfsplan 2016 für die Bundesfernstraßen enthalten. Davon wiederum seien drei Ortsumgehungen im "Vordringlichen Bedarf" eingestuft. Damit sollen die Gemeinden des Vogelsbergkreises durch einen leistungsfähigen Zubringer im Zuge der B 254 an die A 5 angebunden und die Ortsdurchfahrten vom Durchgangsverkehr entlastet werden. Das Ministerium erinnerte daran, dass das Land Hessen für die drei Ortsumgehungen Lauterbach/Maar und Lauterbach, Wartenberg/Angersbach und Wartenberg/Landenhausen mit einer Gesamtlänge von rund zwölf Kilometern und Gesamtkosten von rund 70 Millionen Euro am 18. März 2010 ein gemeinsames Planfeststellungsverfahren eingeleitet hatte. Wegen 159 Einwendungen sei eine umfangreiche Überarbeitung erforderlich geworden, in einer zweiten Auslegung seien 220 Einwendungen eingegangen. "Nach der Erwiderung zu den Einwendungen wird voraussichtlich ein Erörterungstermin stattfinden. Dieser Termin steht noch nicht fest und wird vom RP Gießen festgelegt". Eine Aussage zum Zeitpunkt des Planfeststellungsbeschlusses könne daher noch nicht gemacht werden.      

     

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