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Gesunde Delikatesse aus dem Vogelsberg

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Schutz gegen Wildfraß. Dietrich Hartmut Koch samt Mess-Sonde inmitten seiner Plantage bei Wallenrod im Vogelsbergkreis.  
Schutz gegen Wildfraß. Dietrich Hartmut Koch samt Mess-Sonde inmitten seiner Plantage bei Wallenrod im Vogelsbergkreis.   © Lenz

Es mag auf den ersten Blick eine ungewöhnliche Idee sein, aber Dietrich Hartmut Koch weiß aus Erfahrung, dass sie funktioniert: Auf einer Fläche nahe des Lauterbacher Stadtteils Wallenrod hat der 77-jährige graduierte Gartenbauingenieur vor über einem Jahr Haselnussbäumchen verschiedener Provenienzen gepflanzt, an deren Wurzeln sich das Trüffel-Pilzgeflecht, die so genannte Mykorrhiza, entwickeln soll.

Lauterbach Dazu hat Koch die „MONSAVIS Verwaltungsgesellschaft mbH“ gegründet, die unter anderem Trüffel-Baumpatenschaften vermittelt und auch als Trüffelbaum-Produzent Mitglied im „Deutschen Trüffelverband“ ist. Zusätzlich wird die Anlage jährlich von einem zertifizierten Trüffelberater begutachtet.

Noch ist auf dem etwa 5.000 Quadratmeter großen Areal nicht allzu viel zu sehen, denn die Bäumchen sind alle mit Kunststoffhüllen umgeben, die sie vor Wildfraß schützen sollen. Gleichwohl ist Koch stolz darauf, dass er im ersten Jahr 58 Patenbäume vermittelt hat. „Ende November 2020 ist unsere Plantage mit 205 für Burgunder Trüffel beimpften zweijährigen Haselnussbäumchen bepflanzt worden“, sagt er im Gespräch. Die Bäumchen erreichen eine Wuchshöhe von etwa 30 bis 80 Zentimetern, für dieses Frühjahr wird eine Einzäunung der Plantage notwendig.

Dass alles im Wachstumsplan liegt, sei auch Plantagenmeister Reinhard Listmann und dem Gartenbaubetrieb „Becker“ aus Bad Salzschlirf zu verdanken, mit denen er zusammenarbeite, so Koch. Bei „Becker“ wurden die Nuss-Samen zunächst „stratifiziert“, um durch diesen „Kälteschock die Gerbstoffe aus den Nüssen verschwinden zu lassen, was für besseres Wachstum sorgen soll. Später dann wurden die aus den Nüssen gezogenen Sämlinge mit Trüffelmyzel „beimpft“.

Koch selbst ist für den administrativen Part, die Baumkontrolle und die Online-Vermarktung zuständig. Die Bäumchen können Interessierte sowohl für den eigenen Garten oder über eine Patenschaft erwerben. „Das ist auch ein ideales Geschenk“, betont der 77-Jährige, der trotz seiner Rüstigkeit schon Ausschau nach einem befähigten fachkundigen Nachfolger hält.

Die einmalige Grundgebühr für einen Haselstrauch liegt zurzeit bei 35 Euro, die monatliche Pflegegebühr für drei Sträucher bei 15 Euro. Analog daraus ergeben sich die Kosten für sechs, neun oder weitere beimpfte Haselsträucher. Die Pflege besteht in der so genannten Aufwuchsphase vornehmlich durch Mulchen und Mähen, denn starker Grasbewuchs verursacht Wassermangel und bedeutet Nährstoffkonkurrenz zu Lasten der Bäumchen.

Koch weist allerdings darauf hin, dass man sich bei dem Projekt in Geduld üben muss, denn bis ein Ertrag da ist, können vier bis sieben Jahre ins Land gehen. „Die ,Bayerische Landesanstalt für Wein und Gartenbau‘ hat per Versuch ermittelt, dass man sogar acht Jahre warten muss, bis man auf einer Brachfläche Trüffel ernten kann“ .

Was viele nicht wüssten: Trüffel sind als Delikatesse bei Köchen und Feinschmeckern gleichermaßen sehr beliebt, zugleich aber auch sehr nahrhaft und haben viele gesundheitliche Vorteile. Denn Trüffel sind reich an Kohlehydraten, Proteinen und Ballaststoffen und verfügten neben ihrem herausragenden Nährstoffprofil auch über antimikrobielle Eigenschaften.

Vor Ort-Besuch und Dinner

Wer mehr über die Trüffel-Baumplantage bei Wallenrod und über die Möglichkeit erfahren will, Trüffel-Baumpate zu werden, der kann sich zum geplanten „Trüffeldinner“ im „Jägerhof“ in Maar mit vorgeschaltetem Plantagenbesuch samt Vortrag für den 5. Juni per E-Mail unter info@monsavis.com anmelden.

Weitere Informationen zu dem ganzen Projekt, das auch ein besonderer Beitrag zum Klimaschutz ist, gibt es natürlich bei „MONSAVIS NATURINVEST“ per E-Mail an info@monsavis.com . oder www.monsavis-trueffel-invest.de .

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