Im Gesundheits-Dialog

Fulda. Die Gesundheitswirtschaft boomt. Mit knapp fnf Millionen Beschftigten und einem Umsatz von 240 Milliarden Euro ist die Gesundheitsw

Fulda. Die Gesundheitswirtschaft boomt. Mit knapp fnf Millionen Beschftigten und einem Umsatz von 240 Milliarden Euro ist die Gesundheitswirtschaft in Deutschland gesellschaftspolitisch und konomisch von berragender Bedeutung. Auch in Zukunft stehen die Zeichen auf Wachstum. Experten rechnen damit, dass bis zum Jahr 2020 eine Million neuer Arbeitspltze im Gesundheitssektor entstehen knnten. Welche Chancen fr die Region Osthessen in dieser Boombranche stecken, darber diskutierten am Mittwoch Vertreter aus Medizin, Politik und Wirtschaft im Fuldaer Business Club.Neurochirurg Dr. Samir Al-Hami, rztlicher Direktor des Neuro-Spine-Centers, hatte zu dieser Impulsveranstaltung, die von Ortrud Tornow moderiert wurde, weit ber 70 Gste eingeladen. Elf Referenten, darunter der hessische Gesundheitsminister, Jrgen Banzer, zeigten Mglichkeiten der positiven Weiterentwicklung dieses Wirtschaftszweiges in der Region auf und warben fr mehr Vernetzung.

Von einer gut entwickelten Gesundheitswirtschaft profitiert die ganze Region: Die Brgerinnen und Brger, die qualitativ hochwertige Gesundheitsangebote vorfinden; die Unternehmen durch die hohe wirtschaftliche Dynamik auf diesem Sektor und der Arbeitsmarkt durch die immensen Beschftigungspotenziale, hob Staatsminister Banzer hervor. Die Veranstaltung solle als Initialzndung zu einer allgemeinen regionalen Kommunikation ber gesundheitliche Versorgung und die daraus erwachsenden Chancen dienen. Impulsgeber fr Innovation und Wachstum in der Gesundheitsbranche seien der demographische Wandel, das steigende Gesundheitsbewusstsein der Bevlkerung sowie der medizinische und technologische Fortschritt.

Und so zeigten die Referenten in ihren Vortrgen auf, warum man die Gesundheitswirtschaft als Zugpferd fr eine positive Entwicklung der Region Osthessen begreifen kann. Gleichzeitig wurden Anstze und Ideen fr mehr Gesundheit und Wachstum prsentiert.

Erster Kreisbeigeordneter Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) regte unter anderem neue Bildungs- und Fortbildungsangebote im medizinischen Bereich an. ber innovative Konzepte in der Pflege sprach Hans-Karl Diederich, Geschftsfhrer der Unternehmensgruppe Mediana/Seniana. Interessante Zahlen prsentierte IHK-Hauptgeschftsfhrer Stefan Schunck. So sind laut Schunck im Landkreis Fulda rund 10.000 sozialversicherungspflichtig Beschftigte - und damit 12,2 Prozent aller Beschftigten - in der Gesundheitsbranche ttig. Der Anteil der im hiesigen Gesundheitswesen Beschftigten sei in den vergangenen zwei Jahren um 4,2 Prozent gestiegen. Der geschtzte Umsatz der Gesundheitswirtschaft in der Region liege bei 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro pro Jahr.

Fr mehr Transparenz, die berwindung der Sektorengrenzen und neue Modelle zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Gesundheitswesen pldierte Klinikum-Vorstand Harald Jeguschke. Zukunftsperspektiven in der Rehabilitation zeigte Prof. Dr. Kurt Grfenstein, Unternehmensleitung Reha-Klinik Dr. Wsthofen, auf. Spezielle Rehabilitationsanstze fr ltere Arbeitnehmer sowie die Kooperation mit rztenetzen und Akutkliniken werden laut Grfenstein knftig von besonderer Bedeutung sein.

Mit dem Gesundheitszentrum Mnsterfeld, das in wenigen Wochen erffnet werden soll, prsentierte Orthopde Dr. Wolfgang Zeckey ein ganzheitliches Gesundheitskonzept und innovatives Dienstleistungsmodell. In diesem Zusammenhang wurde auch deutlich, dass der Gesundheitssektor ein vielversprechendes Feld fr private Investoren ist, wie Markus Rhner, Vorstandsvorsitzender der R + S Solutions AG, in seinem Vortrag hervorhob. Die Zukunftsfhigkeit hessischer Apotheken thematisierte Dr. Peter Homann, Vorsitzender des Hessischen Apothekerverbandes.

Dr. Thorsten Krafft, Geschftsfhrer der Firma Sebia, gab nicht nur einen berblick ber das Leistungsspektrum seines Unternehmens, sondern hob auch die Standortvorteile der Region aus unternehmerischer Sicht hervor. Landtagsabgeordneter Dr. Walter Arnold (CDU) sieht in der Gesundheitswirtschaft ein neues Cluster, sprich Netzwerke von eng zusammenarbeitenden Unternehmen, in Osthessen. Die Ansiedlung neuer Betriebe der Gesundheitsindustrie und des Gesundheitshandwerks in der Region gehre, so Dr. Arnold, zu den wichtigsten Aufgaben der nchsten Jahre.Um die Vernetzung der Akteure voranzutreiben, soll in der kommenden Woche der gemeinntzige Verein Gesundheitswirtschaft Osthessen gegrndet werden. Das kndigte Dr. Samir Al-Hami zum Ende der Veranstaltung an. Ein Groteil der Referenten sei bereit, im Vorstand mitzuwirken und sich dafr zu engagieren, entsprechende Rahmenbedingungen fr ein weiteres Wachstum der Gesundheitsbranche in der Region Osthessen zu schaffen.

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