Glücklichere Hühner und Schweine im Landkreis Fulda

Auch bei Hausschweinen kann die afrikanische Schweinepest auftreten.  Foto: Archiv
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Auch bei Hausschweinen kann die afrikanische Schweinepest auftreten. Foto: Archiv

Zwei Schulen aus dem Landkreis Fulda erhielten den hessischen Schulpreis zum Tierschutz.

Fulda/Wiesbaden. "Tierschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Darum freut es mich besonders, wenn schon in Kindesalter damit begonnen wird. Wenn hierfür die Sensibilität bereits bei Kindern geweckt und gestärkt wird, dann ist das eine sehr gute Nachricht", kommentierte Staatssekretärin Beatrix Tappeser die heutige Verleihung des Hessischen Tierschutz-Schulpreises. Dieser wird zum vierten Mal verliehen und in diesem Jahr werden drei Schulen mit diesem Preis ausgezeichnet.

Die AG "Artgerechte Tierhaltung" der Rabanus-Maurus-Schule Fulda wurde nach einem Projekttag im Rahmen des Wettbewerbs "Trialog der Kulturen - Das Tier in den abrahamistischen Religionen" gegründet. Die Schüler widmen sich besonders der artgerechten Haltung von Hühnern. Hier wurde eine Holzhütte als Domizil für Hühner gewählt. Ob Aufbau der Hütte, Plätzchenverkauf zur Finanzierung, Säubern und Versorgen - die Schulgemeinschaft scheut keine Mühen um das Projekt zu einem Erfolg werden zu lassen. Die tiergerecht gehaltenen Hühner danken mit gesunden Eiern. Eine andere Gruppe entwickelte eine automatische Hühnerklappe, die die Hühner zählt und die Uhrzeit und Dämmerung berücksichtigt. "Mit diesem Projekt sorgen die Kinder nicht nur für eine tiergerechte Haltung, sondern lernen auch die Tiere in ihrem Wesen besser verstehen. Denn Tiere sind weitaus mehr als nur die Lieferanten von Lebensmitteln", lobte Dr. Beatrix Tappeser das Projekt.

Der Kurs "Politik und Umwelt" der Jahnschule Hünfeld hat sich Schweine zum Thema gemacht. Mit dem Projekt "Schwein gehabt?!" bewarb sich die zehnte Klasse um den inzwischen bekannten Preis. Die Schüler stellten sich die Frage "Wie gehen wir mit unseren Mitgeschöpfen, den Tieren – vor allem aber den Nutztieren – um und ist dies eigentlich ethisch und auch gesetzlich vertretbar?" Bei ihren Recherchen konzentrierten sich die Jugendlichen auf landwirtschaftliche Betriebe, besonders aus ihrer Region. Was bedeutet "Tierwohl", beziehungsweise tiergerechtes, würdevolles Leben eines Schweines? Lebensbedingungen der Tiere und wirtschaftliche Aspekte wurden unter die Lupe genommen. Die Schüler gewannen die Erkenntnis, dass trotz aller Gesetze und Vorschriften noch ein enormer Handlungsbedarf besteht, bevor man wirklich von Tierwohl und einer tiergerechten Haltung sprechen kann.

Die Käthe-Kollwitz-Schule für praktisch Bildbare aus Hofgeismar wird bereits zum zweiten Mal mit dem Hessischen Tierschutz-Schulpreis ausgezeichnet. Das Preisgeld aus dem Jahr 2011 wurde in den Tierschutz an der Schule investiert. Bereits seit Jahren engagieren sich die Schüler der Tierschutzklasse in besonderem Maße für den Tierschutz. Ob ein Gartenhaus für Kaninchen, Hühner und Tauben oder eine Voliere und Kaninchenauslauf, der Einsatz der Schüler ist unermüdlich. In einem  Kontaktbereich finden täglich Begegnungen zwischen Mensch und Tier statt. Neben diesen Treffen werden auch Pflichten, wie Säubern, Tierarztbesuche etc. erledigt. "Am Beispiel dieser Schülerinnen und Schüler sieht man wie wertvoll Arbeit mit Tieren sein kann. Die Tiere geben ihnen täglich das Bedürfnis gebraucht zu werden, sowie Kraft und Bestätigung, andere Herausforderungen bewältigen zu können", so die Staatssekretärin.

Die besonders herausragenden Projekte werden mit je 3.000 € gewürdigt. Abschließend dankte Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern für ihren Einsatz in Sachen Tierschutz: "Euer Engagement in den unterschiedlichen Bereichen des Tierschutzes macht mich glücklich und ich möchte euch ermuntern, dieses Engagement fortzuführen."

Zwei weitere Schulen werden mit einem Sonderpreis gewürdigt, der mit jeweils 500 Euro dotiert ist und von der Landestierschutzbeauftragten, Dr. Madeleine Martin, bei einem persönlichen Besuch übergeben wird. Hierbei handelt es sich um folgende Schulen:Die Private Realschule Fulda wird für das Thema "All You Can (M)eat" mit dem Sonderpreis ausgezeichnet. Das Projekt zielt auf die Aufklärung und Sensibilisierung von Schülern und Verbrauchern. Es soll zum reduzierten und bedachten Fleischkonsum bewegen.Auch die Don-Bosco-Schule Seligenstadt wird für ihren Hundeaktionstag geehrt. Dabei haben Schüler der achten Klasse jüngeren Schülern spielerisch Wissen über Hunde vermittelt.

Hintergrund:Seit 2009 wird der Hessische Schulwettbewerb zum Tierschutz alle zwei Jahre - abwechselnd mit dem Hessischen Tierschutzforschungspreis zur Reduktion von Tierversuchen - verliehen.

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