Gott und den Menschen dienen

Fulda. Dem Publikum des Offenen Kanals Fulda" drfte die Gemeinschaft der Ahmadiyya Muslim Jamaat durch die Reihe Stunde des I

Fulda.Dem Publikum des Offenen Kanals Fulda" drfte die Gemeinschaft der Ahmadiyya Muslim Jamaat durch die Reihe Stunde des Islam" bekannt sein. Ihr jetziges Domizil verbirgt sich ein wenig zwischen dem Hochhaus des ehemaligen Schwesternheims des Fuldaer Krankenhauses und der Grnderzeitenbebauung in der Von-Schildeck-Strae. Dort, nicht weit von der Florengasse, schmiegt sich ein einfacher Fachwerkbau in die groen stattlichen Wohngebude aus den Anfangsjahren des 20. Jahrhunderts.

Rund 302 Mitglieder zhlt die sunnitische islamische Glaubensrichtung in Fulda; mit Schlchtern und Neuhof zusammen sogar 540. Auch wenn die Gemeinschaft klein ist, sie ist Teil der Vielfalt der Fuldaer Gesellschaft. Ein Grund fr Fuldas Oberbrgermeister Gerhard Mller, die Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen und Gedankenaustausch zu nutzen.

30.000 Glubige in Deutschland

Aufmerksam lauscht die Runde von rund 30 mnnlichen Gemeindemitgliedern dem Gesprch zwischen Volker Quasir, einem zum Islam konvertierten Christen, und Mller. Fuldas Verwaltungschef erfhrt u.a., dass die muslimische Gemeinschaft schon seit 1984 in Fulda existiert und vorwiegend aus pakistanischen Emigranten besteht. Diese, so erzhlt Quasir seinem Gast aus dem Stadtschloss, wrden wegen ihrer reformierten und offeneren Glaubenseinstellung in der alten Heimat verfolgt. In Deutschland htten Muslime der Ahmadiyya Jamaat nicht nur Schutz, sondern auch ein neues Zuhause gefunden. Rund 30.000 Glubige seien in der Gemeinschaft bundesweit organisiert. Nur der trkische Verband DITIB sei grer.

Frieden

Etwas von der inneren Einstellung der Gemeindemitglieder knnen Mitglieder und Gste der Gemeinde durch die Losungen erahnen, die auf groen Transparenten an den Wnden hngen. Islam heit Frieden" oder Gengt Gott nicht fr seinen Diener" ist dort zu lesen. Weil die Mitglieder der Ahmadiyya Muslim Jamaat ein anderes Glaubensverstndnis haben - laut Quasir ist fr uns Himmel und Hlle nur ein metaphorischer Begriff" - haben es die Anhnger dieser islamischen Glaubensrichtung nicht leicht in anderen muslimischen Lndern. Reibereien bleiben nicht aus. Ursprnglich stammt die Gemeinschaft aus Indien. Die grten Gruppen bestehen heute in Pakistan, Indonesien und London. Insgesamt ist die Ahmadiyya Muslim Jamaat in 190 Lndern mit rund 70 Millionen Glubigen vertreten. Oberhaupt der Glaubensgemeinschaft Hadhrat Khalifatul Massih V.

In der Gesellschaft aktiv

Immer wieder hebt Quasir die Bereitschaft der Gemeindemitglieder zum Miteinander in der Gesellschaft hervor. Fr Mitglieder der Ahmadiyya gelte der Grundsatz: Liebe fr alle, Hass fr keinen." Dieser Gedanke bestimme das tgliche Leben und fordere auch auf, sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen. Beispielsweise engagieren sich Studenten der Fuldaer Gemeinde in der Hausaufgabenhilfe. Einmal im Jahr rcken Angehrige der Gemeinschaft aus, um vergleichbar einer Osterputzaktion in der Innenstadt durch Kehren einen Beitrag fr die Saubere Stadt" zu leisten.

Erfahrungsgewinn

Der aus der Region stammende Volker Quasir stammt aus einem religisen Haus und hat ber eine Schulbekanntschaft seinen Weg zum Islam gefunden. Nach einem ersten zaghaften Anfangsinteresse kam das Gebet, das Lesen des Korans und schlielich nach etwa vier Jahren der Wechsel zum Islamischen

Glauben. Wie sich die Gemeinde zusammensetzt, welchen Berufen die Gemeindemitglieder nachgehen, welche Rolle die Frau in der Ahmadiyya Muslim Jamaat spielt - auch diesen Fragen ging Quasir bis hin zum eigenen Verstndnis des Glaubens im Gesprch mit Mller nach, fr den der Besuch im kleinen Gemeindezentrum einen klaren Erfahrungsgewinn" bedeutete. Wie Mller betonte, sei der Gedankenaustausch unendlich wichtig, um aus dem Erfahrenen heraus fr die Ausgestaltung des Miteinanders zu lernen.

Die regelmigen Empfnge fr Neubrger belegten, wie sich das Bild der Gesellschaft - auch in Fulda - verndere. Immer hufiger begegne er Menschen mit Migrationshintergrund. Sie seien inzwischen fester Bestandteil der vernderten Lebenswirklichkeit. Mit seinem Besuch, so unterstrich Oberbrgermeister Mller, wolle er dokumentieren, wie sehr ihm an einem guten Miteinander der Menschen unterschiedlichster Herkunft und Religion gelegen sei.

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