Trennendes überwinden: "Grenzenlos feiern" auf "Point Alpha"

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Großer Erfolg für dreitägiges Fest auf "Point Alpha": Insgesamt kommen etwa 5.000 Menschen

Rasdorf/Geisa - Besser hätte es nicht laufen können: Das dreitägige Fest „Grenzenlos feiern!“, das der Landkreis Fulda und der Wartburgkreis am Wochenende gemeinsam ausrichteten, stand unter einem guten Stern. Zum Höhepunkt am Sonntag kamen rund 2.500 Menschen. Mit den Gästen beim Bandcontest am Freitag und dem Kirmesabend am Samstag summiert sich die Zahl der Besucherinnen und Besucher auf insgesamt etwa 5.000.

„Es ist ein gelungenes Fest“, zog Landrat Bernd Woide Bilanz, und er ergänzte: „An diesen drei Tagen ist hier die Jugend zusammengekommen, und das ist genau das, was wir haben wollten. Wir wollten keine klassische Feier ,30 Jahre Mauerfall‘, sondern wir wollten Menschen zusammenbringen – und das ist glaube ich sehr gut gelungen.“

Um Grenzen und Toleranz, um Trennendes und Verbindendes, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede ging es allen Rednerinnen und Rednern. Den Anfang machten Regionalbischof Dr. Christian Stawenow und Domkapitular Prälat Christof Steinert mit einem ökumenischen Open-Air-Gottesdienst im Schatten des ehemaligen Grenzzaunes. Hunderte hatten bereits morgens den Weg nach Point Alpha genommen. Die beeindruckend große Menschenschar zog nach der Begrüßung durch Rasdorfs Bürgermeister Jürgen Hahn zum knapp 40 Meter hohen Kirmesbaum. Um das schwarz-rot-gold geschmückte Symbol zwischen dem US-Beobachtungs- und DDR-Wachturm tanzten die Kirmesgesellschaften aus Großentaft und Buttlar zur Musik der Kapellen Großentaft und Bernbach: Einheit, wohin immer man auch den Blick richtete.

Landrat Woide begrüßte am Kirmesbaum die Gäste zum grenzenlosen Feiern und erläuterte, dass ein solch junges Fest an diesem Ort eine ganz bewusste gemeinsame Entscheidung von seinem Landratskollegen Reinhard Krebs und ihm gewesen sei. „Point Alpha ist nicht nur eine Mahn- und Gedenkstätte für die deutsche Teilung, sondern auch ein Ort, an dem man zusammenkommt, Gemeinschaft pflegt und feiert – und die Grenzen in den Köpfen überwindet“, sagte Woide. Und er meine damit jegliche Ausgrenzung von Menschen, die anders denken, von Geflüchteten und von solchen, die anders leben, sagte er.

Die beiden Landräte ehrten danach die vier Siegerinnen und Sieger des Fotowettbewerbes. Dabei waren Kirmesbilder aus Ost und West vor der Grenzöffnung eingereicht worden. Ausgezeichnet wurden Gabi Hamm aus Lauchröden, Uwe Heilwagen aus Nazza, Ernst Krieg aus Großentaft und Michael Schön aus Mackenzell. Grußworte sprachen Dr. Babette Winter, Staatssekretärin für Europa und Kultur in der Thüringer Staatskanzlei, und Hermann-Josef Klüber, Kasseler Regierungsvizepräsident. Außerdem wurde ein eigens für diesen Anlass gedrehter 15-minütiger Film gezeigt, in dem Zeitzeugen zu Wort kamen und Originalaufnahmen der Grenzöffnung bei Buttlar zu sehen waren.

Bis in den Nachmittag spielten die Kapellen Großentaft und Bernbach sowie das Blasorchester der Wigbertschule Hünfeld; und DJ Erwin war Freitag und Sonntag als Moderator und DJ im Einsatz. Über den gesamten Tag hinweg konnten die Gäste auf einer großen LED-Wand historische Fotos, Bilder vom Aufbau des Kirmesbaums und des Zeltes sowie Aufnahmen von den beiden vorangegangenen Abenden betrachten. Den Bandcontest am Freitag gewann MaddaBrassKa, auf dem zweiten Platz landete Deep Rock. Auf dem geteilten dritten Platz folgten Cannachris & JBS sowie Point Alpha. Die Auszeichnungen nahmen Landrat Bernd Woide und Frederik Schmitt, Erster Kreisbeigeordneter des Landkreises Fulda, vor.

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