Die Grippewelle rollt

Die Grippewelle hat Deutschland und auch die Region fest im Griff.	Foto: Fotolia/Drubig
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Die Grippewelle hat Deutschland und auch die Region fest im Griff. Foto: Fotolia/Drubig

In ganz Deutschland und auch in unserer Region steigen die Krankenstände: die Grippesaison hat begonnen.

Fulda. Hohes Fieber, Erschöpfung, Kopf- und Gliederschmerzen – die Grippe verbreitet sich momentan überall in der Region. Allein bis zur vergangenen Woche wurden laut Angaben des Gesundheitsamtes Fulda 63 Fälle der Influenza gemeldet – und es werden stetig mehr. Die "Arbeitsgemeinschaft Influenza” des "Robert Koch-Instituts” (RKI) gab in seinem jüngsten Wochenbericht für ganz Deutschland eine Infektionsanzahl von knapp 11.000 Personen an und stuft diesen Zustand als stark erhöhte Influenza-Aktivität ein. Die Grippewelle hat ganz Deutschland erreicht, ein Ende ist derzeit noch nicht in Sicht. In vielen Städten kam es wegen der erhöhten Krankheitszahlen schon zu Ausfällen im Busverkehr oder auch im Schulwesen.

"Aktuell befinden wir uns in etwa auf dem Niveau von 2013, in dem insgesamt 220 Fälle gezählt wurden”, sagt Roland Stepan, Leiter des Kreisgesundheitsamtes Fulda.  Gemeldet werden beim Gesundheitsamt nur Fälle, die durch einen Test bestätigt wurden oder solche, die sich durch einen bestätigten Fall angesteckt haben. "Da nicht in jedem Fall einer grippeähnlichen Symptomatik ein solcher Test durchgeführt wird, liegt die wirkliche Zahl von Erkrankten höher”, erklärt Stepan. Auch wenn die Zahlen höher sind als im Vorjahr, in dem die Grippe eher schwach ausgeprägt war,  könne die Situation momentan noch nicht als auffällig gelten. Ein anderes Bild zeichnet da das "Klinikum Fulda”. "Das ,Klinikum’ ist sehr ausgelastet, in manchen Abteilungen bis zu hundertprozent. Gerade auch in der Notaufnahme, weshalb es zu längeren Wartezeiten kommen kann”, erklärt Barbara Froese, Pressesprecherin des "Klinikums Fulda”. Ein Grund hierfür sei eindeutig die Grippe. Eine hohe Patientenzahl sei in den Wintermonaten zwar nicht untypisch, aber eine deutlich erhöhte Nutzung von Schnelltests, um den Influenza-Virus nachzuweisen,   zeige die Auswirkungen der Grippe. "Es gibt auch weitaus mehr positive Resultate bei diesen Schnelltests. Und generell müssen vermehrt Atemwegsinfektionen behandelt werden”, berichtet Froese. Einen Schutz gegen die Ansteckung bietet neben  Hygienemaßnahmen wie Händewaschen eine Impfung.

"Aktuelle Daten zum Impfverhalten gibt es nicht, aus der Zahl der vom ,Paul-Ehrlich-Institut’ freigegebenen Impfstoffchargen kann man eine ungefähre Impfquote von 25 Prozent annehmen”, erklärt Susanne Glasmacher, Pressesprecherin des "RKI”. Gerade auch in den Risikogruppen, denen die "Ständige Impfkommission” des "RKI” eine Impfung empfiehlt, ist die Impfquote noch zu gering. Zu diesen gehören Kinder,  ältere Menschen, Leute mit chronischen Erkrankungen, medizinisches Personal und auch Schwangere. Letzteren wird die Influenza-Impfung seit 2010 empfohlen, in den USA ist das schon lange Usus. Alle Impf-Empfehlungen werden für Personenkreise ausgesprochen, die anfällig für eine Erkrankung und zudem für einen erschwerten Krankheitsverlauf sind.  "Eine Impfung kann auch noch zu Beginn einer Erkrankungswelle empfohlen werden”, erklärt Stepan. Wie sich die Verbreitung weiter entwicklen wird, ist momentan noch nicht abzusehen. Die Karnevalsaison könnte dazu einiges beigetragen haben, denn zu dieser Zeit könne es laut Stepan zu vermehrten Ansteckungsgelegenheiten kommen.Viele halten eine Grippe für harmlos, was auch daran liegt, dass die meisten die Erkrankung mit einem grippalen Infekt verwechseln. Die Symptome können sich zwar stark ähneln, der Verlauf und die Schwere der Krankheit unterscheiden sich aber erheblich.Charakteristisch für die Influenza ist ein sehr plötzlicher Krankheitsbeginn mit Fieber, Halsschmerzen, Husten und heftigen Kopf- und Gliederschmerzen. Die Influenza betrifft den ganzen Körper und ist deshalb auch gefährlich. Bei Personen mit  chronischen Grunderkrankungen kann es teilweise zu lebensbedrohlichen Komplikationen wie zum Beispiel einer Lungenentzündung kommen, weshalb eine Impfung dieser Personengruppe empfohlen wird. Eine Impfung ist kein hundertprozentiger Schutz, kann aber die Erkrankung stark abmildern.

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