Fiktiver Unfall in Tunnel der DB-Schnellbahnstrecke nahe Fulda

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Einsatzkräfte aus dem gesamten Landkreis Fulda mussten am Wochenende verschiedene Szenarien bewältigen

Fulda - Gleich zweimal wurde am Wochenende fiktiven Unfall im Tunnel der DB-Schnellbahnstrecke bei Dietershan das Zusammenwirken der Einsatzkräfte geprobt. Beide Übungen hatte der Fachdienst Gefahrenabwehr des Landkreises Fulda vorbereitet, der auch für die Durchführung verantwortlich war.

Obwohl es sich um zwei zeitlich und organisatorisch getrennte Übungen handelte, müssen die in der Realität möglicherweise notwendig werdenden Hilfs- und Rettungsmaßnahmen koordiniert ablaufen, um bei Unglücksfällen Menschen- und Sachschäden abzuwenden beziehungsweise einzudämmen. Während bei der Übung am Samstagmittag vor allem die Einheiten des Rettungsdienst und des Katastrophenschutzes gefordert waren, stand bei der Übung in der Nacht von Samstag auf Sonntag der Brandschutz im Vordergrund.

Versorgung zahlreicher Verletzter

Am Samstagmittag ging es um den angenommenen Fall des Auftretens einer größeren Anzahl von Verletzten. Dazu wurde am Nordportal des Eisenbahntunnels ein behelfsmäßiger Behandlungsplatz eingerichtet, der eine Versorgungskapazität von 25 Patienten pro Stunde aufweist. Neben drei Großraumzelten kamen 22 Transportkisten des Bevorratungssatzes mit Sanitätsmaterial zum Einsatz. In den Transportkisten wird medizinische Ausstattung schwerpunktmäßig zur Behandlung von chirurgischen Verletzungen vorgehalten.

Die Teilnehmer sollten die verschiedenartigen Möglichkeiten zur Einrichtung von Befehlsstellen, den Aufbau und die Abläufe in einem Behandlungsplatz mit einer Kapazität von 25 Verletzten pro Stunde sowie den Umfang und Inhalt der Bevorratungssätze kennenlernen. Insgesamt waren rund 90 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer des Sanitäts- und Betreuungsdienstes, hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von DRK und Maltesern, Notärzte und Leitende Notärzte sowie der Organisatorische Leiter Rettungsdienst beteiligt.

Die Übungsleitung oblag der Arbeitsgruppe „Massenanfall von Verletzten“, die sich aus Matthias Strott und Stefan Treger vom Fachdient Gefahrenabwehr, Dr. Carsten Dittmann, Erik Erlekampf und Dr. Thomas Plappert als Ärztliche Leiter Rettungsdienst sowie Ludwig Emmerling als Organisatorischer Leiter Rettungsdienst zusammensetzte. Als Gast konnte unter anderem Landrat Bernd Woide begrüßt werden, der sich am späteren Abend auch bei der Brandschutzübung einen persönlichen Eindruck verschaffte.

Matthias Strott, der als Sachbearbeiter Katastrophenschutz beim Gefahrenabwehrzentrum des Landkreises federführend die erste Übung betreute, äußert sich besonders positiv über den schnellen Aufbau des Behandlungsplatzes unter realitätsnahen Bedingungen. Die Ausbildung von jährlich 40 bis 60 Stunden habe sich bewährt. Alle Mitwirkenden hätten als eingespieltes Team gut zusammengearbeitet. Laut Strott würden solche Übungen zur Überprüfung der Einsatzbereitschaft künftig dreimal im Jahr stattfinden.

Feuerwehrtechnische Unterstützung

Der zweiten Übung lag das Szenario zu Grunde, dass im Tunnel ein Güterzug verunglückt und der Fahrer eingeschlossen sei. Nach Alarmierung der zentralen Leitstelle durch die DB-Notfallleitstelle wurden die Einsatzkräfte in Marsch gesetzt, um die Besatzungen der Rettungszüge aus Kassel und Fulda feuerwehrtechnisch zu unterstützen. Hierzu gehörten der Aufbau einer Stromversorgung zur Ausleuchtung der Tunnelportale, die Sicherstellung der Kommunikation und die Vorbereitung eines Gerüsts zur besseren Entladung der verletzten Peron aus dem Rettungszug.

Als Übungsziele waren definiert, dass die Teilnehmer Kommunikationswege aufbauen und erproben, ihre Fähigkeiten in der Handhabung der Gerätschaften der Rettungszüge vertiefen sowie die Struktur und den Aufbau am Portalplatz kennenlernen sollten. Die Übungsleitung, für die ebenfalls der Fachdienst Gefahrenabwehr des Landkreises Fulda – in diesem Fall der Aufgabenbereich Brandschutz – verantwortlich zeichnete, hatte sich auf dem Gelände des Rhönklub-Zweigvereins in Niesig eingerichtet.

Neben den beiden Rettungszügen wirkten an der Übung die Portalfeuerwehren Hünfeld und Fulda, die Informations- und Kommunikationsgruppe des Landkreises Fulda, das Notfallmanagement der Bahn, die Bundespolizei sowie ein Betreuungszug des Landkreises mit. Insgesamt waren rund 100 Einsatzkräfte beteiligt. Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Uwe Heinel, Steffen Hohmann, Bernhard Wehner und Adrian Vogler aus dem Bereich Brandschutz sowie Vertretern der Bahn und der Bundespolizei, bereitete die Übung vor.

Auch Kreisbrandinspektor Adrian Vogler, der die Arbeitsgruppe leitete, zeigt sich mit dem Ablauf und den Ergebnissen der zweiten Übung sehr zufrieden. Alle Mitwirkende und Beobachter hätten ein durchweg positives Fazit gezogen. Das Zusammenspiel der Einsatzkräfte, vornehmlich aus den Reihen der Feuerwehren, habe gut geklappt, die Ausbildungsinhalte seien fachgerecht umgesetzt worden. Noch einen weiteren Punkt hatten beiden Übungen gemeinsam: Sie fanden „still“, also ohne Blaulicht und Martinshorn, statt.

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