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Der große Wurf

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Fulda. Dem TTC RhnSprudel Fulda-Maberzell gelang im Jahr des 50- jhrigen Grndungsjubilums der groe Wurf. Einzug ins Hal

Fulda. Dem TTC RhnSprudel Fulda-Maberzell gelang im Jahr des 50- jhrigen Grndungsjubilums der groe Wurf.

Einzug ins Halbfinale

In der Aufstellung Feng Zhe, Jan-Ove Waldner, Jrgen Persson, Jrg Schlichter und Qing Yu Meng konnte der 4. Tabellenplatz in der Deutschen Tischtebnnis-Liga und damit der Einzug in das Play-off-Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft erreicht werden. Damit gehrt der Trditionsverein nunmehr zu den 4 besten Deutschen Tischtennisteams.

Diesen Erfolg mchte man unter dem Motto fortes fortuna adiuvat den Mutigen gehrt das Glck gebhrend feiern. Da kommt das 50-jhrige Vereindjubilum gerade rechtzeitig. Vom 30. Mai bis 2. Juni hat der TTC ein Programm aufgeboten, dass fr jeden etwas bietet und mit vielen Highlights gespickt ist. Begonnen wird am Freitag, dem 30. Mai ab 21,00 Uhr mit einer Party mit DJ Angie und den Mambo-Kingx.

Besonderes Event

Ein ganz besonderes Event ist das Live-Konzert der Klostertaler am Samstag, dem 31. Mai ab 20,30 Uhr (Einlass 18,00 Uhr). Hier rechnen die Verantwortlichen mit bis zu 2.000 Besuchern, Karten sind noch im Vorverkauf unter ttc-herbert.de oder unter 01733016110 zum gnstigen Vorverkaufspreis zu haben.

Sonntags gibt es nach dem Gottesdienst (9,30 Uhr in der Heilig-Kreuz Kirche zu Maberzell) um 11 Uhr den Festkommers mit Gsten aus Politik, Wirtschaft und Sport. Um 14,30 bereitet ein Familiennachmittag klein und gro Freude.Die Blaskappelle Mittelrode spielt auf.

Einen Feierabendschoppen gibt es am Montag, dem 2. Juni ab 17 Uhr. Hier werden die Firmen, die mit den meisten Mitarbeitern teilnehmen, mit wertvollen Preises ausgezeichnet. Unter dem Motto So schn wie es frher war, wird es noch einmal sein kommt es um 19,00 Uhr zum Gastspiel der Firebirds. Dieses Event sollte man sich nicht entgehen lassen.

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"Rente in Maberzell"Kurz-Interview mit Jan-Ove Waldner

Fulda. Jan-Ove Waldner, das Ass des Tischtennis-Sports, im Fulda aktuell-Kurz-Interview.

Fulda aktuell: Herr Waldner, Sie haben in Fulda mit 42 Jahren noch einmal fr ein Jahr verlngert. Was sind die Grnde fr dafr?

Waldner: Zum einen habe ich noch ganz gut gespielt und zum anderen ist das Umfeld in Fulda wirklich so einmalig gut, dass mir dieser Entschluss nicht schwer gefallen ist.

Fulda aktuell: Wird es Ihr letztes Jahr sein?

Waldner: Das kann man mit 42 Jahren nicht genau sagen. Das kommt darauf an, wie gut ich in der nchsten Saison spielen werd und wie mein gesundheitlicher Zustand sein wird. Sicher ist, dass ich keinen neuen Verein mehr suchen werde und in Fulda als Spieler in Rente gehe.

Fulda aktuell: Kommen Sie denn auch zum groen Jubilumsfest?

Waldner: Ja natrlich! Das lasse ich mir nicht entgehen. Beim Konzert der Klostertaler und auch am Sonntag werde ich im Festzelt sein.

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Die lebende LegendeJan-Ove Waldner: Highlights einer einzigartigen Karriere

Fulda.In China, dem Land der Tischtennis-Weltmeister, nennt man ihn ehrfurchtsvoll Evergreen. Fr viele Experten ist er der beste Tischtennisspieler aller Zeiten: Jan-Ove Waldner, lebende Legende, Maberzells alter und immer noch junger Schwede, das sportliche Aushngeschild der Region schlechthin. Zum 50. Vereinsjubilum des TTC RhnSprudel Fulda-Maberzell portraitieren wir das Tischtennis-Genie.

Legendenbildung

Sommer 1970: Der kleine Junge ist fnf Jahre alt, als er im lndlichen Sommerhaus seiner Familie erwacht. Jan-Ove liebt das Spiel, wie alle Kinder, aber mehr als alle anderen liebt er es zu gewinnen. Verlieren ist seine Sache nicht. Das Gefhl, das ihn treibt, als er an diesem Morgen anfngt, Darts zu spielen, schreit er heraus: Ich zeig`s ihnen! Ich werde sie alle schlagen! Eben dieses Gefhl, diese Grundhaltung wird sein ganzes Leben prgen.

Sommer 1974: Der Neunjhrige wird vom schwedischen Tischtennis-Verband zu einem Trainingslager nach rebro eingeladen 250 Kilometer von seiner Heimat Stock-holm entfernt. Der kleine Jan-Ove ist nicht glcklich, so weit von zu Hause entfernt zu sein. Am Ende der Woche reist seine Mutter Marianne an, um ihn abzuholen. Doch vergeblich. Jan-Ove erklrt ihr: Morgen findet hier ein Turnier statt, das will ich auf keinen Fall verpassen.

Herbst 1977: Am 5. Oktober, drei Tage nach seinem zwlften Geburtstag, gibt Jan-Ove Waldner sein Debt in der 1. Schwedischen Liga. Wenige Wochen spter gewinnt er sein erstes Einzel. Sein unglckliches Opfer, Dennis Pettersson, unterliegt einem Jungen, der ganze 140 cm gro ist. Und er fragt seine Teamkollegen: Wie kann man gegen jemanden gewinnen, den man nicht sieht?"

Wunderkind

Sommer 1980: Zum ersten Mal ist Jan-Ove Waldner in China. Der Junge, dem nun schon der Ruf eines Wunderkindes vorauseilt, spielt vor 12.000 begeisterten Zuschauern bei den Shanghai Open; und er macht zum ersten Mal in seinem Leben die Erfahrung, was es bedeutet, wirklich hart zu trainieren. Der Hausmeister der Halle, in der er bt, fordert ihn zum Match - und gewinnt mhelos! Jan-Ove spielt gegen viele chinesische Teenager, und er verliert viele Partien. Aber er lernt aus jeder Begegnung. Er speichert Techniken, Spielzge und zahllose Details in seinem Kopf. Und tief in seinem Inneren brennt die Leidenschaft, jenes Gefhl des kleinen Jungen: Ich zeig`s ihnen! Ich werde sie alle schlagen!"

Frhjahr 1982: Bei den Europameisterschaften in Budapest besiegt der 16-Jhrige auf dem Weg ins Finale eines seiner Vorbilder, den frheren Weltmeister Stellan Bengtsson, sowie den Lokalmatadoren Tibor Klampar. In der Europa-Rangliste wird Waldner zu diesem Zeitpunkt erst an Position 30 gefhrt, doch im Endspiel bringt er den groen Favoriten, seinen Landsmann Mikael Appelgren, trotzdem an den Rand einer Niederlage. Waldner, der jngste EM-Finalist aller Zeiten, fhrt mit 2:0 in Stzen, verliert aber noch knapp.

Gleichwohl steht nicht Appelgren, sondern Waldner im Mittelpunkt aller Aufmerksamkeit, und Bundestrainer Istvan Korpa warnt: Ich habe noch niemals einen so kompletten Spieler in diesem Alter gesehen. Er kann jeden schlagen, auch die Chinesen. Seine Variabilitt, seine perfekten Aufschlge und imponierenden Tempowechsel werden die Trainer in Europa auf Jahre hinaus beschftigen. Wie knnen wir darauf antworten?

Frhjahr 1984: In Bratislava gewinnt Jan-Ove Waldner zum ersten Mal das europische Ranglistenturnier Europe Top 12. In den Folgejahren wird er dieses Turnier weitere sechs Mal gewinnen und vier Mal Zweiter werden ein Rekord fr die Ewigkeit.

Rekorde fr die Ewigkeit

Frhjahr 1987: Bei den Weltmeisterschaften in Neu Delhi unterliegt das schwedische Team im Finale chancenlos gegen China. Waldner, an einem Virus erkrankt, liegt zu dieser Zeit mit ber 40 Grad Fieber im Bett. Als zwei Tage spter die Individual-Wettbewerbe beginnen, schleppt er sich an den Tisch und gewinnt. Nachdem er die ersten Runden berstanden hat, spielt er wie in Trance. Im Viertelfinale gegen Chen Longcan und im Halbfinale gegen Teng Yi schaltet er Chinas Nummer zwei und drei aus, aber wie: Nie zuvor hat man Tischtennis auf diesem Niveau gesehen! Xi Enting, chinesischer Weltmeister von 1973, fragt kopf-schttelnd: Wie soll man gegen jemanden gewinnen, der auf jeden Ball attackiert und jeden trifft?" Im Finale fhrt Waldner schon mit 1:0 und 9:3 gegen Weltmeister Jiang Jialiang, doch es reicht nicht ganz zum Sieg. Der 21-Jhrige verspricht: Meine Zeit wird kommen. Ich werde mich revanchieren.

Frhjahr 1989: Waldner macht sein Versprechen wahr. In Dortmund wird er zum ersten Mal Weltmeister. Die schwedische Mannschaft deklassiert China im Finale mit 5:0, und gegen seinen Landsmann Jrgen Persson sichert sich Jan-Ove zudem den Titel im Einzel. Von nun an ist es Jan-Ove Waldner, den man jagt.

Von einem anderen Stern

Sommer 1992: In Barcelona wird Waldner Olympiasieger, und die Fachwelt ist sich einig: Der Mann spielt Tischtennis von einem anderen Stern. Unter den begeisterten Zuschauern, die den Sieger mit stehenden Ovationen feiern, ist auch der schwedische Knig Carl Gustaf. Jan-Ove Waldner ist nicht nur der grte Tischtennisspieler aller Zeiten, er wird auch zum Nationalhelden. Sein Erfolg beschert Schweden die erste Goldmedaille bei Olympischen Sommerspielen der Nachkriegszeit und hebt ihn in seiner Heimat auf eine Stufe mit dem legendren Tennisspieler Bjrn Borg, der heute zu seinen besten Freunden zhlt.

Frhjahr 1997: Als es schon niemand mehr erwartet hatte, gewinnt er 1997 seinen zweiten WM-Titel im Einzel, ohne einen einzigen Satzverlust! Wieder ein Rekord fr die Ewigkeit.

Frhjahr 2000: Mit Schweden gelingt ihm im Jahr 2000 in Kuala Lumpur als krasser Auenseiter im WM-Finale gegen China zum vierten Mal der Titelgewinn gegen die Enkel jener Generation chinesischer Weltmeister, die er bereits mehr als ein Jahrzehnt zuvor besiegt hatte.

Sommer 2004: Doch sein Triumphzug in Athen ist vielleicht der berraschendste Erfolg berhaupt in der langen und glanzvollen Karriere des besten Tischtennisspielers aller Zeiten. Waldner hat in mehr als zwei Jahrzehnten als Weltklassespieler sein Repertoire, sein einzigartiges Verstndnis von Tischtennis und seine Technik kontinuierlich weiterentwickelt, im stetigen Streben nach Perfektion.

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