Großer Bahnhof für historische Tat

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Fulda. "Point-Alpha-Preisträger" Miklós Németh auf Stippvisite in Fulda.

Fulda. Großer Bahnhof auf Point Alpha: An historischem Ort erhielt der ehemalige ungarische Ministerpräsident Miklós Németh den Point-Alpha-Preis 2014 für die historische Entscheidung vor 25 Jahren seiner damaligen Regierung Ungarns, den Grenzzaun des damals noch kommunistischen Ungarns zum freien Westen zu öffnen.

Bewegt schilderte Németh die Ereignisse von 1989. Anders als damals geglaubt, drohten heute in Teilen Osteuropas wieder Nationalismus und Chaos. Diese seien nur zu bändigen, wenn die Kräfte der Mitte zusammenhielten: "Dazu verpflichtet uns dieses Gedenken, hier zwischen Fulda und Eisenach."

Ein freudiges Wiedersehen gab es nach der Preisverleihung (von links): der 1989 zur Versorgung der DDR-Flüchtlinge nach Ungarn entsandte Malteser-Helfer Wolfgang Wagner, Malteser-Präsident Constantin von Brandenstein-Zeppelin, Ministerpräsident a.D. und Preisträger Miklós Németh, der Laudator und der ehemalige österreichische Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, der Botschafter Österreichs Ralph Scheide, der heimische Bundestagsabgeordnete Michael Brand und der ungarische Botschafter József Czukor,

Am Tag nach der Auszeichnung war der heimische Wahlkreisabgeordnete Michael Brand mit Miklós Nemeth im Fuldaer Barockviertel und in der Innenstadt unterwegs, um dem Ehrengast seine Heimatstadt zu sagen. Zahlreiche Bürger sprachen die beiden an und nutzen die Gelegenheit zum lockeren Plausch. "Wir werde Ihnen und den Ungarn das niemals vergessen", betonte Brand, "auch als jemand aus der damals sehr jungen Generation hier im ehemaligen Zonenrandgebiet." Mit dem Ende des Eisernen Vorhangs habe die Freiheit gegen die Unterdrückung gesiegt. "Fulda und Osthessen sind in die Mitte Deutschlands gerückt, davon profitieren die Menschen in der Region."

Németh, großer Fan der ungarischen "Wundermannschaft" der 1950er Jahre, entdeckte übrigens beim Stadt-Rundgang am Handgelenk des heimischen Abgeordneten Michael Brand dessen Armbanduhr mit dem Schriftzug "Wunder von Bern", der an das WM-Finale Deutschland gegen Ungarn im Jahr 1954 in Bern erinnert. Nach einer fußballerischen Fachsimpelei des deutschen und des ungarischen Fußball-Fans ergab sich gleich eine weitere überraschende Verbindung: der ehemalige ungarische Ministerpräsident bekannte sich als Fan der "Fohlen" von Borussia Mönchengladbach. Michael Brand, bekennendes Mitglied des kürzlich in die 1. Bundesliga aufgestiegenen 1. FC Köln verabredete sich schmunzelnd "trotz des falschen Vereins" sofort mit Németh zum rheinischen Derby 1.FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach.

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