Einzigartige Aktion: Als Zeichen des Friedens wird der Lauterbacher Löwe mit Wolle verhüllt

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Alleinstellungsmerkmal: Mitmach-Kunst-Aktion des "SI Clubs Lauterbach-Vogelsberg" am Samstag und Sonntag in Lauterbach

Lauterbach - Ein großes Friedensfest findet an diesem Wochenende in der Vogelsberger Kreisstadt Lauterbach statt. Im Mittelpunkt steht am Berliner Platz die Verhüllung des Löwen-Denkmals mit Wolle. Damit begonnen wurde am Samstagvormittag bei herrlichstem Wetter nach einer  ökumenischen Andacht, am Sonntag soll das Werk vollendet werden. Das Rahmenprogramm bilden an beiden Tagen verschiedene Bands und Musikgruppen. Zudem gibt es hinreichend Essen und Trinken; der Gesamterlös des zweitägigen Festes ist für "Ärzte ohne Grenzen" gedacht.

Hintergrund

"Kriegsdenkmal wird Friedenssymbol": Unter dieses Motto hatte der Service-Club "Soroptimist International (SI) Lauterbach-Vogelsberg" von Beginn an diese Mitmach-Kunst-Aktion gestellt und das historische Löwen-Denkmal in einen neuen Kontext gesetzt. Die Projektleitung hat Ute Kirst inne. 

Rund 40 Kilogramm Wolle wurden nach Angaben der Initiatoren seit Beginn des Projektes im Januar 2018 von über 300 Menschen zu Woll-Elementen verarbeitet, die die Basis des verhüllenden Wollkleides bilden. Mitstrickerinnen und Mitstricker fanden sich nicht nur in Lauterbach, sondern deutschlandweit und in ganz Europa. So beteiligte sich neben "SI Dänemark" auch "SI Frankreich", um zu unterstreichen, dass beide Länder schon seit Jahrzehnten in Frieden und Freundschaft verbunden sind. Mit dem Wachsen des Woll-Fundus wuchs auch das Netz der Unterstützer: kirchliche und städtische Institutionen, Schulen und Bildungsinstitutionen, Kreis- und Stadtverwaltung, die in der Region ansässigen Service-Clubs, Künstler, Wissenschaftler und viele mehr. Eine begleitende Veranstaltungsreihe bildet einen beeindruckenden Spiegel dieses institutionellen und individuellen Engagements.

Der Löwe soll sein Wollkleid vier Wochen lang tragen. Anschließend wird es gewaschen und wieder geteilt. Ein Teil der Woll-Elemente wird einem gebührenfreien Nähkurs der Kreis-Volkshochschule zur Verfügung gestellt. Andere Elemente sollen zu kleinen Erinnerungsstücken verarbeitet und als Dankeschön für Spender ausgegeben werden.

Zielsetzung

Das Löwen-Denkmal wurde im August 1907 eingeweiht. Es erinnert an den Krieg zwischen Frankreich und Deutschland 1870/71, an dem auch Truppen aus Hessen-Darmstadt beteiligt waren. Anders als ein Gefallenen-Denkmal feiert "der Löwe", wie er in Lauterbach genannt wird, den Sieg über Frankreich. Aber ein Krieg sei Verlust und Niederlage für alle Beteiligten. Nicht einem Sieg, sondern dem Frieden gebühre ein Denkmal – gerade angesichts vieler aktueller kriegerischer Auseinandersetzungen weltweit. Die Lauterbacher und Vogelsberger Soroptimistinnen: "In Deutschland leben wir seit über 70 Jahren in dauerndem Frieden, der seit Generationen Sicherheit bedeutet und bietet. Für Geflüchtete ist Krieg eine aktuelle Lebenserfahrung, die sie zum Verlassen ihrer Heimat gezwungen hat und sie hier, im Frieden, eine neue Heimat finden lässt". Das rote Wollkleid, in das der Löwe am 1. und 2. September gehüllt wird, solle den Frieden ehren und an die Zukunft erinnern, die nur der Frieden für alle Menschen sichern kann.

Das Projekt wird finanziell gefördert von "Demokratie leben" und dem "Mittelhessischen Kultursommer" sowie unterstützt von der Stadt Lauterbach. Maßgeblich getragen aber wird es von zahlreichen ehrenamtlich Tätigen, die sich über die gesamte Daher engagieren.

In den Grußworten unter anderem von Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller, der Präsidentin des "SI Clubs Lauterbach-Vogelsberg", Susanne Bolduan, Kreistagsabgeordneter Stephanie Kötschau und Projektleiterin Ute Kirst wurden immer wieder Bezüge zu Geschehnissen und deren Folgen hergestellt, die aktuell Politik und Gesellschaft bewegen wie die Vorkommisse in Chemnitz.  

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