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Großes Interesse an der Gemeinde Bad Salzschlirf

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Der Vorsitzende der Gemeindevertretung Michael Krönung begrüßte zahlreiche Bürgerinnen und Bürger im Saal des Kulturkessel zur Bürgerversammlung

Der Vorsitzende der Gemeindevertretung Michael Krönung begrüßte zahlreiche Bürgerinnen und Bürger im Saal des Kulturkessel zur Bürgerversammlung. Bürgermeister Matthias Kübel informierte zur Lage der Gemeinde sowie über den Stand der Dinge in Sachen Badehof.

Rund 140 Mitbürger fanden sich am Freitagabend im Kulturkessel zur Bürgerversammlung ein. Die Sitzung sollte aufgrund der vielen verschiedene Themen, die die jüngste Entwicklung der Gemeinde bestimmt haben noch vor den Osterfeiertagen stattfinden.

In seinem Bericht ging Bürgermeister Kübel ausführlich auf die finanzielle Lage der Gemeinde ein. Er erläuterte die Hintergründe des aktuellen Haushaltsdefizits, das maßgeblich von Einnahmeausfällen bei den Schlüsselzuweisungen und höheren Umlagezahlungen an den Landkreis bestimmt sei. Weiterhin sei das laufende Jahr durch Maßnahmen und Investitionen in die Infrastruktur der Kanäle, der Straßen usw. bestimmt. Kübel betonte auch, dass der Schuldenstand der Gemeinde aufsummiert zwischenzeitlich bei rund 8.2 Millionen Euro angekommen sei. Zur konsequenten Tilgung der Schulden seien große Anstrengungen erforderlich. Sondertilgungsleistungen sind im Haushalt eingestellt.

Kübel unterstrich, dass bei allen schwierigen Herausforderungen zahlreiche positive Entwicklungen in der Gemeinde überwiegen. Als Beispiel nannte er den bevorstehenden Neu- und Umbau des Hauses Waldeck durch die Martin- Luther- Stiftung Hanau. Die Stiftung sei ein renommierter und hoch innovativer Anbieter von Pflegedienstleistungen. Sie habe den Standort Bad Salzschlirf ausgewählt, da zahlreiche Standortvorteile bestehen. Neben der zentralen Lage in Deutschland ist dies vor allem der weitgehend barrierefreie und attraktive Ortskern.

Kübel führte weiter die Steigerung der Übernachtungszahlen als Beispiel für den guten Zustand der Gemeinde an. Während die Rhöngemeinden Gersfeld, Hofbieber und Hilders rückläufige Zahlen hätten, konnte Salzschlirf die Übernachtungen um 1,7% steigern. "Ein toller Erfolg! Und das in dem schwierigen letzten Jahr," rief Kübel den Anwesenden zu. Die Touristik und Service GmbH werde zum 1. April neues Führungspersonal erhalten, damit das touristische Profil der Gemeinde sowie das als Gesundheitsstandort weiterentwickelt werden könne.

Auch im Kulturkessel werde es weitergehen. "Ein neuer Pächter wird dort ab 1. Mai ein Restaurant mit frischer, anspruchsvoller Küche einrichten," informierte Kübel, nachdem er zu den Hintergründen des Weggangs des Vorgängers nochmals eindeutig Stellung bezogen hatte.

Zum Stand der Dinge in Sachen Badehof rief der Bürgermeister nochmal die Gründe für den Insolvenzantrag in Erinnerung. Neben dem Umstand, dass die Außenstände der Badehof GmbH & Co KG binnen kürzester Zeit erhebliche Beträge erreicht hätten sei dies vor allem die unsichere Perspektive gewesen. Während mit zahlreichen anderen Gläubigern Zahlungsvereinbarungen getroffen worden seien, sei gegenüber der Gemeinde lediglich betont worden, dass die Außenstände kurzfristig nicht bedient werden könnten.

Kübel erläuterte die Entwicklungen im Verlauf des Insolvenzverfahrens und wies darauf hin, dass ohne das Engagement der Gemeinde nach Auskunft des Insolvenzverwalters die Schließung des Hotels gedroht hatte. "Entgegen der vollmundigen Ankündigung, eine Gruppe von Privatleuten wolle den Badehof erwerben, ist bis zum letzten Tag keine Finanzierungsbestätigung einer Bank vorgelegt worden. Alles war ein großer Bluff!" fasste Kübel die Vorgänge zusammen. Der Erwerb der Immobilie durch die Gemeinde eröffne dem Haus nun eine seriöse und wirtschaftlich nachhaltige Entwicklung. Mit Kai Gelhausen habe ein Mann das Ruder des Badehofes übernommen, der kompetent und konsequent den Betrieb führe und die strategische Ausrichtung des Hauses ausforme.

Kübel unterstrich, dass mit dem Schritt die Immobilie zu erwerben Schaden von der Gemeinde Bad Salzschlirf abgewendet und Arbeitsplätze gesichert werden konnte. Gleichzeitig betonte er den Übergangscharakter der Maßnahme. "In der Perspektive wird sich die Gemeinde schnellstmöglich aus dem Engagement im Badehof zurückziehen und eine gute Nutzung des Gebäudes erhalten. Das Haus wird, in welcher Nutzung auch immer, zahlreiche Gäste anziehen und einen stabilen Beitrag zu den Übernachtungszahlen leisten."

Bürgermeister Kübel bedankte sich bei den Mitgliedern der Gemeindevertretung für die gute Zusammenarbeit. Bei den zahlreichen schwierigen politischen Herausforderungen habe man stets das Wohl der Gemeinde im Blick gehabt.

Im Anschluss stand Verwaltungschef Kübel den Bürgern Rede und Antwort. Thematisch reichte das Spektrum vom Winterdienst über Nachfragen zu Details des Badehofes bis zur strategischen Ausrichtung als Kur- und Tourismusort. Neben den Veranstaltungen der Feierlichkeiten zum 175jährigen Bestehen des Heilbades stand die Bedeutung der natürlichen Heilmittel Salzschlirfs im Fokus.

Der Vorsitzende der Gemeindevertretung bedankte sich für das große Interesse und die sachliche Diskussion. Er verwies abschließend auf die Möglichkeit der Bürgersprechstunde des Bürgermeisters und wünschte den Anwesenden geruhsame Osterfeiertage.

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