Gute Polizeiarbeit: Weniger Delikte in Fulda, mehr Gewalt gegen Beamte

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Stellten am Donnerstag die Kriminalstatistik 2017 vor (von links) Daniel Muth, Leiter der Regional-Kriminalinspektion Fulda, Conny Jehnert, Präsidialbüro, Günther Voß, Polizeipräsident  Osthessen, Christian Stahl, Pressestelle, Bernhard Jäger, Polizeidirektor Fulda.

Heute wurde die Kriminalstatistik 2017 für Stadt und Landkreis Fulda vorgestellt.

 Fulda - „Gute, fundierte Polizeiarbeit“, ist laut dem Präsidenten des Polizeipräsidiums Osthessen, Günther Voß, der Grund für die historisch gute Aufklärungsquote der Polizisten in Osthessen. Mit 66,3 Prozent liege die osthessische Polizei 3,5 Prozent über dem hessischen Durchschnitt. Das freut den Polizeipräsidenten, der seit rund zwei Jahren im Amt ist besonders. Am Donnerstag stellte Voß gemeinsam mit Conny Jehnert, Präsidialbüro, Christian Stahl, Pressestelle, Bernhard Jäger, Polizeidirektor Fulda, und Daniel Muth, Leiter der Regional-Kriminalinspektion Fulda, die Kriminalstatistik 2017 vor.

Seit 2002 habe sich die Sicherheitslage in Deutschland geändert. Dadurch wurden neue Sicherheitspakete beschlossen. Vor allem der bessere Schutz der Polizeibeamten stehe im Vordergrund. So wurden neue Helme, neue Schutzwesten und verschiedene Protektoren zur Einsatzkleidung hinzugefügt. „Wir wechseln von einer ,MP5’ auf eine Mitteldistanzwaffe“, so Voß.

Auch soll bis 2022 elf Prozent mehr Personal im Vollzug eingesetzt werden. In Osthessen sind das 73 neue Stellen. „Da ist aber noch Luft nach oben“, erklärt der Polizeipräsident. Sechs weitere Stellen sollen in Osthessen für Fachpersonal geschaffen werden. Insgesamt sollen rund 71 Millionen Euro für mehr Personal ausgegeben werden. „An Geld mangelt es nicht“, meint Voß. So werden zukünftig weitere 1,3 Millionen Euro in die Kameraüberwachung investiert.

Beindruckende Zahl

„Mich beeindrucken diese Zahlen“, sagt Polizeidirektor Jäger und spricht vom Rückgang der Straftaten auf videoüberwachten Plätzen. Von 2001 bis 2017 sind die Straftaten auf dem Bahnhofsvorplatz von 250 auf elf gesunken, auf dem Heertorplatz sseit von 35 auf 20. Und auch am Universitätsplatz gibt es laut Jäger erste Erfolge. „Ein Diebstahl auf dem Weihnachtsmarkt konnte durch die Videoüberwachung aufgeklärt werden.“ Insgesamt sinken die Fallzahlen in Osthessen. Im Jahr 2017 wurden 1.703 Straftaten weniger begangen als im Vorjahr. In Stadt und Landkreis sind die Fallzahlen um 8,6 Prozent, also um 827 Fälle, gesunken. „Das kann auch an den gesunkenen Diebstählen liegen“, fügt Voß an. Die Zahl der Diebstähle sank in Osthessen auf 5.267 Fälle. Auch die Zahl der Wohnungseinbrüche sei gesunken. „50 Prozent bleiben beim versuchten Einbruch“, so Muth. „Diese Delikte liegen uns sehr am Herzen.“ Die hohe Versuchsquote liege auch an den besseren Präventionsmaßnahmen. 2017 ließen sich 369 Bauherren, Geschäftsleute sowie Haus- und Wohnungsbesitzer in Osthessen von der „Fachstelle Prävention“ über Möglichkeiten zur technischen Sicherung von Gebäuden beraten. „Wir sagen Wohnungseinbrechern den Kampf an“, zeigt sich Muth zuversichtlich.

Prävention ist das Stichwort für die Kampagne des Polizeipräsidium Osthessen gegen Trickbetrüger. Die Seniorenkampagne soll ältere Menschen für Trickbetrüger des sogenannten „Enkeltricks“, der „Schockanrufe“ oder der „falsche Polizisten“ sensibilisieren. „Wir möchten Ansprechpartner für Bürger sein“, so Jehnert. Die Kampagne soll groß angelegt werden und im Mai starten. „Wir sind noch in der Planung“, erklärt Jehnert. 2017 soll eine ältere Dame durch „falsche Polizisten“ um 261.500 Euro erleichtert worden sein. „Das ist alles, was die Dame hatte“, so Muth und mahnt: „Wenn ein Opfer einmal gezahlt hat, dann versucht man zu melken, was geht.“ Die Zahl der Fälle steige, denn die Masche werde immer wieder geändert. Im Fall der älteren Dame konnte ein Tatverdächtiger festgenommen werden. „Wir kümmern uns“, verspricht Muth und rät dazu, keine falsche Scham zu haben und die Polizei in solchen Fällen einzuschalten.

Ein großes Thema ist die zunehmende Gewalt gegen Polizeibeamte. „Auch die Kollegen von der Feuerwehr und dem Rettungsdienst schildern ähnliche Vorfälle“, zeigt sich Voß besorgt. Seien es 2015 noch 90 Straftaten gegen Polizeibeschäftigte gewesen, waren es im Jahr 2017 137 Fälle. „Die Taten gehen häufig mit Alkohol- und Drogenkonsum einher“, erklärt Jäger.

Die Fallzahlen bei Rauschgiftdelikten sind 2017 ebenfalls gestiegen. Im Landkreis seien 1.128 Fälle registriert worden, allein 632 mal wurde Cannabis konsumiert. „Da es sich bei Rauschgift um ein Kontrolldelikt handelt, vermuten wir, dass es eine wahnsinnig hohe Dunkelziffer gibt“, sagt Polizeipräsident Voß.

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