Gute Ratschläge

Vogelsberg. In manchen Gemeinden ist es ein alter Brauch, in der Nacht zum 1. Mai ein sogenanntes Maifeuer anzuznden, um symbolisch den Winter z

Vogelsberg. In manchen Gemeinden ist es ein alter Brauch, in der Nacht zum 1. Mai ein sogenanntes Maifeuer anzuznden, um symbolisch den Winter zu vertreiben. Landrat Rudolf Marx hat Verstndnis fr diese Tradition, bittet aber die Bevlkerung, kologische Folgewirkungen zu bedenken sowie - im Falle der Anwendung - auf grtmgliche Sicherheit zu achten. Umweltberater Harald Georg und Kreisbrandinspektor Werner Rinke geben wertvolle Erluterungen.

Maifeuer knnen Scheiterhaufen fr Kfer, Igel und Wiesel werden In aufgeschichteten Reisighaufen nisten sich in der Regel ntzliche und geschtzte Kleintiere ein. Kfer, Wildbienen, Molche, Krten, Kleinvgel, Igel und Wiesel beispielsweise bevlkern hufig den Reisighaufen. Fr die Tiere bilden die Haufen willkommene Deckung, Behausung und manchmal auch Niststtte, denn die zum Abbrennen bentigten ste, Baumstmme, Reisig oder Holzscheite werden oft ber einen lngeren Zeitraum an der spteren Brandstelle aufgeschichtet. Beim Anznden des Maifeuers wird dann das vermeintlich sichere Versteck fr die Tiere zu einem Scheiterhaufen.

Erst am Tag des Abbrennens das Holz aufschichten Die Naturschutzbehrde bittet daher alle diejenigen, die nicht auf das Maifeuer verzichten mchten, die dafr bestimmten Materialien erst am Tag des Abbrennens aufzuschichten. Bereits seit lngerer Zeit angehuftes Material sollte kurz vor dem Abbrennen umgeschichtet werden, um vielen ntzlichen und unter Naturschutz stehenden Tieren das Verlassen des Reisighaufens zu ermglichen und ihnen damit das Leben zu erhalten. Beide Appelle - sptes Aufschichten bzw. nochmaliges Umschichten - richtet das Landratsamt auch an die Gemeindeverwaltungen, die manchmal gesammelten Heckenschnitt mit in die Maifeuer "integrieren".

Mll darf nicht verbrannt werden

Eines ist auf jeden Fall klar: Mll darf selbstverstndlich nicht verbrannt werden. Kunststoffe, Spraydosen, Autoreifen und dergleichen gehren nicht ins Feuer - beim Verbrennen knnen gefhrliche Gifte freigesetzt werden. Auch sollte bei feuchter Witterung unbedingt auf den Einsatz von Benzin oder l zum Entfachen des Feuers verzichtet werden. Diese Stoffe sind nicht "nur" in der Handhabung zu gefhrlich, sondern sie knnen auch den Boden oder gar das Grundwasser verunreinigen.

Kreisbrandinspektor Werner Rinke gibt zustzlich noch Ratschlge, was die ntige Sicherheit angeht:

Richtige Abstnde

Es mssen unbedingt folgende (Mindest-)Entfernungen eingehalten werden: 100 Meter zu bewohnten Gebuden, zu Naturschutzgebieten und zu Wldern; 35 Meter zu sonstigen Gebuden, Bumen, Hecken, Feldrainen.

Richtige Brennstoffe

Nur Reisig, Astwerk und Stroh drfen verwendet werden. Abflle gehren nicht ins Maifeuer. Das Feuer muss angemeldet werden. Ein Maifeuer muss ber die jeweilige Stadt- bzw. Gemeindeverwaltung rechtzeitig angemeldet werden.

In diesem Zusammenhang wird auch darauf hingewiesen, dass bei schnem Wetter mit geringen Niederschlgen erhhte Waldbrandgefahr besteht und daher an alle Brgerinnen und Brger appelliert wird, durch achtsames Verhalten den durch die Umwelt bereits bedrohten und geschdigten Wald nicht zustzlich durch vermeidbare Brnde zu schdigen.

Von Anfang April bis Ende Oktober ist in den Wldern das Rauchen und offenes Feuer strikt verboten!

Gefahr geht nicht nur von achtlos weggeworfenen Zigarettenresten aus. Auch liegengelassene Flaschen und Glasscherben knnen wie Brennglser wirken. Grillen im Wald und im Waldrandbereich ist wegen des Funkenflugs nur auf den eigens dafr vorgesehenen Pltzen gestattet. Das Anznden von alten Grasdecken an Wegen und Grabenrndern, das Verbrennen von altem Stroh, der Funkenflug von Schleppern sowie mit Feuer spielende Kinder sind ebenso Ursachen von Waldbrnden. Zu besonderer Vorsicht sind die Fahrer von Autos mit Katalysatortechnik aufgerufen. Sie drfen ihre Fahrzeuge unter keinen Umstnden ber trockenem Bodenbewuchs abstellen. Die starke Erhitzung des am Boden des Wagens untergebrachten Katalysators kann leicht einen Brand auslsen.

Nach dem Strafgesetzbuch ist die fahrlssige und vorstzliche Brandstiftung allgemein und das Herbeifhren einer Brandgefahr fr den Wald durch Rauchen, offenes Feuer und das Wegwerfen von glimmenden Gegenstnden strafbar.

Bei einer Brandausdehnung sofort Notruf 112 whlen!

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