Haftstrafe für brutalen Schlosspark-Prügler

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Fulda. Der Hauptangeklagte muss ins Gefängnis, der Mitangeklagte kommt mit einer Bewährungsstrafe davon.

Fulda. Im Prozess um den brutalen Überfall im Fuldaer Schlosspark sind am heutigen Montag die Urteile gesprochen worden. Der 17-jährige Hauptangeklagte muss für drei Jahre und drei Monate ins Gefängnis. Er muss sich wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Der 19-jährige Mitangeklagte Steven W. bekam neun Monate Jugendhaft, die zur Bewährung ausgesetzt wurden. Die Bewährungszeit beträgt drei Jahre. Während dieser Zeit muss er 100 Sozialstunden leisten. W. wurde wegen Beteiligung an schwerem Raub verurteilt. Bei der Urteilsverkündung ging ein Raunen durch die Zuschauerreihen - einige Prozessbeobachter hatten offenbar härtere Strafen erwartet. Die Angeklagten selbst wirkten sehr gefasst - schauten nur zu Boden. Die Mutter des Hauptangeklagten schüttelte weinend den Kopf.

Der letzte Prozesstag startete mit einer zweistündigen Verspätung. Der Grund: Es wurde offenbar vergessen, den Hauptangeklagten, der bis heute in Rockenberg in Untersuchungshaft saß, nach Fulda zum Landgericht zu fahren. Als es dann los ging, wurde es sehr emotional. Die Mutter des Hauptangeklagten entschuldigte sich unter Tränen öffentlich bei dem Opfer ihres Sohnes, das heute nicht anwesend war. "Ich kann nicht ungeschehen machen, was passiert ist, aber ich möchte Olga T. mein tiefes Bedauern aussprechen. Ich hoffe, dass es ihr psychisch und physisch bald wieder besser geht. Für meinen Sohn hoffe ich, dass er durch psychologische Betreuung in einer Einrichtung wieder auf den rechten Weg gebracht wird und seinen angestrebten Schulabschlussmachen kann."Auch die Mutter von Steven W. zeigte große Gefühle, als sie kurz vor dem Urteil ihren Sohn noch einmal liebevoll in den Arm nahm und ihm einen Kuss auf die Wange gab.Der Vorsitzende Richter Joachim Becker erklärte in der Urteilsbegründung, dass es bei Jugendstrafen hauptsächlich darum gehe, den erzieherischen Gedanken zu berücksichtigen. Es gehe nicht darum, eine besonders  hohe Strafe zu verhängen, damit andere potentielle Täter abgeschreckt werden. Auch gehe es im Jugendstrafrecht nicht um Vergeltung.Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der Hauptangeklagte im Juni 2013 eine unschuldige Frau im Fuldaer Schlosspark mit einem Zündkerzenschlüssel brutal niedergeschlagen hat, um sie auszurauben. Auch, als Olga T. schon am Boden lag, schlug der 17-Jährige weiter auf sie ein - mindestens zehn Mal. Sie erlitt schwere Verletzungen. Noch heute leidet sie psychisch an den Folgen des Überfalls. Der 17-Jährige hat dann plötzlich aufgehört, auf die Frau einzuprügeln. Steven W. schnappte sich daraufhin den Rucksack des 17-Jährigen und lief an der blutüberströmt am Boden liegenden Frau vorbei und schnappte sich noch eine ihrer beiden Taschen, so die Richter. Der Hauptangeklagte nahm die andere Tasche mit und beide Täter flüchteten. Ihr Diebesgut: Hörnchen, ein Getränk und 30 Euro.Anwälte und Staatsanwaltschaft zeigten sich überwiegend zufrieden, nur sieht die Verteidigerin des Hauptangeklagten den Erziehungsgedanken in der Strafe für ihren Mandaten nicht genug berücksichtigt.Die Angeklagten haben nun eine Woche lang Zeit, zu entscheiden, ob sie das Urteil akzeptieren oder dagegen in Revision gehen.

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