Hainzeller Sascha Gramm umrundet aktiven Vulkan.

Ein Lauf rund um den Ätna: Er ist mit rund 3323 Metern über dem Meeresspiegel der höchste aktive Vulkan Europas.

Hosenfeld - Wären das Wörtchen „eigentlich“ und die Corona-Pandemie nicht, und würde Sascha Gramm nicht den Italiener Giuseppe von verschiedenen Laufveranstaltungen her kennen, der Familienvater aus Hainzell wäre vor Kurzem wohl kaum 100 Kilometer rund um den Ätna auf Sizilien gelaufen. Weil wegen Corona aber zwei Ultra-Rennen der so genannten „Continental Challenge“ in Bolivien und Norwegen verschoben wurden und ihn besagter Giuseppe auf den Lauf rund um den 2014 letztmals ausgebrochenen Vulkan aufmerksam machte, war der 41-Jährige als einziger Deutscher im 112 Läufer starken Feld mit dabei.

Und hat wie stets eine ganze Menge zu erzählen, wie er es im Gespräch mit „Fulda aktuell“ auch tut: „Ich war froh, so kurzfristig mit dem ,EtnaExtreme del Vulcano‘ eine so tolle Alternative zu Bolivien und Norwegen gefunden zu haben. Auch wenn ich ja eigentlich ein Etappenläufer bin und diesmal die 100 Kilometer als Rundkurs an einem Stück zu bewältigen waren“. Als einziger Nicht-Italiener hatte er übrigens den Spitznamen „The german one“. Pünktlich um Mitternacht begann der Lauf in Bronte: Einmal wegen der Hitze, die sich am Tag ausbreitete, zum andern, weil die Route zu einem Großteil auf der Hauptstraße rund um den Ätna entlang führte. Doch trotz der nächtlichen Stunde war von Ruhe keine Spur, der Start hatte Volksfestcharakter: „Auf den Straßen war die Hölle los. Die Leute, die mit den Autos an uns vorbeifuhren, haben uns angefeuert. Danach wurde es schnell still und einsam“.

Apropos Corona: Natürlich war auch bei diesem Lauf die Pandemie Thema, musste am Start und bei den Verpflegungsstationen eine Maske getragen werden. Was die Verpflegung angeht, so war die für Gramm eher ungewohnt: „Die Italiener verpflegen sich während und nach dem Rennen mit süßen Teilchen. Das war nichts für mich“. Zudem war die Pasta-Party im Vorfeld abgesagt worden, so dass sich der Hainzeller in einer Taverne selbst mit einem Nudelgericht versorgen musste. Der 41-Jährige kommt ins Schwärmen, wenn er die Schönheiten der Landschaft schildert, für die er sich trotz des Laufs Zeit nahm, um sie zu fotografieren. Obgleich er kritisch anmerkt: „Die Strecke führte ja durch einen Nationalpark und war mit Plastikabfällen so vermüllt, wie ich das noch nie erlebt habe.“

In einem Rucksack hatte er alles Notwendige dabei und war zudem ausgestattet mit Stirnleuchte, Reflektoren und Blinklichtern, Denn der erste Teil der Strecke um den Ätna bis zum „Touristen-Hotspot“ Rifugio Sapienza, wo die Kratertouren starten, verlief ausschließlich auf asphaltierten Straßen. Gramm: „Dann aber kamen 14 Kilometer durch Lavafelder, was zum einen sehr anstrengend, zum anderen nicht ungefährlich war wegen des geröllartigen Bodens aufgrund der Lavabrocken“. Das Ende war dann eine vier Kilometer lange Straße aus Marmorplatten und anschließend zwei Kilometer Asphalt. Nach 13:28,57 Stunden kam Gramm ins Ziel, und zwar als 26. Und dort, im alten Stadttheater von Bronte, wartete schließlich noch eine Überraschung: „Es gab eine Dusche für alle 112 Teilnehmer. Das Wasser war eiskalt. So schnell habe ich noch nie geduscht“.

Projekte

Als nächstes Projekt steht für Gramm die Mit-Organisation beim „virtual.ultra.colone 2020“ zwischen dem 1. und 11. November an. Ein Drittel der Startgebühr geht an den Verein „Mutige Kinder e.V.“, dessen Botschafter der Hainzeller ist. Infos und Anmeldung unter www.virtual.ultra.cologne . Zudem bietet Gramm in Zusammenarbeit mit der Hotelkette „Dorint“ in den Herbstferien eine Laufwoche in Bad Brückenau und Bitburg an. Informationen gibt es unter active.doront.com .

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