Halde wird grün: Rekultivierung am „K+S“-Werk in Neuhof-Ellers soll Ewigkeitslasten vermeiden

Grün statt grau: Wie auf dieser Montage von „K+S“ soll die Haldes des Werks in Neuhof-Ellers zukünftig aussehen.
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Grün statt grau: Wie auf dieser Montage von „K+S“ soll die Haldes des Werks in Neuhof-Ellers zukünftig aussehen.

Das Kaliwerk Neuhof-Ellers plant die Abdeckung seiner Rückstandshalde mit dem Ziel, die durch Niederschläge auf die Halde anfallenden Haldenwässer langfristig zu reduzieren und damit die Umwelt zu entlasten.

Neuhof. „Die Haldenabdeckung ist ein wichtiger Baustein zur langfristigen Sicherung der Arbeits- und Ausbildungsplätze und eröffnet gleichzeitig Perspektiven im Rahmen der Regionalentwicklung“, erklärt „K+S“-Werksleiter Roland Keidel.

Bei der Aufbereitung der im Werk Neuhof-Ellers unter Tage gewonnenen Rohsalze fallen aufgrund der natürlichen Wertstoffgehalte zwangsläufig große Mengen Rückstände an. Diese festen Salze werden aufgehaldet. Fallen Niederschläge auf die Halde, entstehen salzhaltige Wässer – sogenannte Haldenwässer – die kontinuierlich gefasst und ordnungsgemäß entsorgt werden.

„Mit dem Ziel, die zu entsorgenden Haldenwässer zu reduzieren, wurden durch „K+S“ verschiedene Varianten einer Haldenabdeckung entwickelt, in Pilotprojekten getestet und deren Anwendbarkeit unter Beachtung der Standortspezifika geprüft. Eine Dickschichtabdeckung der Rückstandshalde des Werkes Neuhof-Ellers mit Boden und Bauschutt stellt danach die effektivste, nachhaltigste und zugleich wirtschaftlich umsetzbare Lösung dar“, berichtet die Leiterin der Abteilung Umwelt und Genehmigungen, Dr. Karin Möller-Glock. Das Besondere ist die gleichzeitige Verwertung von Bauschutt und Boden, auf dem sich dann eine Pflanzendecke entwickelt – die Halde wird grün. Niederschläge sollen nicht mehr mit dem Haldenkörper aus Salzrückstand in Berührung kommen. Stattdessen wird das Regenwasser größtenteils über die Pflanzen an der Haldenoberfläche verdunsten.

Keidel betont: „Es geht uns darum, in Fortsetzung unserer über 100-jährigen Bergbautradition die heimische Rohstoffgewinnung zu sichern, Arbeits- und Ausbildungsplätze zu erhalten sowie langfristige Perspektiven im Rahmen der Regionalentwicklung zu eröffnen.“ Bergbautypisch wird auch beim Thema Haldenabdeckung weit in die Zukunft geplant, bietet doch die Abdeckung und Rekultivierung der Rückstandshalde die Möglichkeit, Umwelteinflüsse nachhaltig zu minimieren. Mit der dauerhaften Abdeckung der Halde werden Ewigkeitslasten und Langzeitfolgen für nachfolgende Generationen und das Unternehmen vermieden.

Der ambitionierte Zeitplan zur Umsetzung orientiert sich an den Bewirtschaftungszyklen nach Wasserrahmenrichtlinie und dem Maßnahmenprogramm Salzreduzierung der „FFG Weser“. Mit der Abdeckung der Halde, die sich über mehrere Jahrzehnte erstrecken wird, soll demnach Ende 2027 begonnen werden. Bis dahin sind umfangreiche Prüf- und Genehmigungsverfahren zu durchlaufen. Der erste Meilenstein des Projekts wurde unter anderem mit einer Machbarkeitsstudie der „HPC AG“ Mitte 2021 abgeschlossen.

Am Donnerstag wurde das Vorhaben in einer Bürgerinformationsveranstaltung in Neuhof vorgestellt. Keidel: „Es ist uns ein wichtiges Anliegen, neue Vorhaben von Anfang an mit allen Beteiligten in der Region zu erörtern und gemeinsam weiterzuentwickeln, um noch viele Jahre in Neuhof nachhaltigen Bergbau betreiben zu können.“ Weitere Informationen zur Haldenabdeckung am Werk Neuhof- Ellers finden sich im Internet auf www.kpluss.com/haldenabdeckung-neuhof-ellers .

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