Harter Standortfaktor: Schnelles Internet in jedes Dorf

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Lauterbach. Vogelsberg-Landrat Manfred Görig: Moderne Breitbandversorgung für Wirtschaft und Bürger unverzichtbar.

Lauterbach. Landrat Manfred Görig (SPD) begrüßt das "klare Votum" des Vogelsberger Kreistags, die Voraussetzungen für eine flächendeckende Versorgung mit schnellem Internet – "und das bis in jedes Dorf" – zu schaffen. Die OVAG kümmert sich um den Breitbandausbau in den Landkreisen Vogelsberg und Wetterau. Verbandsversammlung und Aufsichtsrat machten den Weg frei zur Gründung der "Breitbandinfrastrukturgesellschaft Oberhessen GmbH" gegründet (kurz BIGO). Am 16. Dezember wurde die Gesellschaft notariell beurkundet. Unterschrieben haben unter anderem Geschäftsführer Claus Spandau sowie die beiden Geschäftsführer der Beteiligungsgesellschaften im Vogelsbergkreis und im Wetteraukreis.

Der Kreistag hatte am 9. Dezember in der Lauterbacher Sparkassen-Aula mit sehr deutlicher Mehrheit die Gründung der "Breitband-Beteiligungsgesellschaft Vogelsbergkreis GmbH" beschlossen und außerdem die eigentliche Aufgabe des Glasfaser-Ausbaus auf den Zweckverband Oberhessische Versorgungsbetriebe (ZOV) übertragen.  Nun werden Beschlüsse der Städte und Gemeinden benötigt, die in die gerade gegründete Gesellschaft eintreten wollen. Die Signale hierfür seien "klar positiv". Landrat Görig: "Fast alle werden mitmachen." Man müsse "als Region" auftreten, wenn man erfolgreich am Markt verhandeln wolle. Die Beteiligungsgesellschaft habe den Zweck, "die Interessen unserer Bevölkerung zu bündeln."

Für Manfred Görig ist schnelles Internet ein harter Standortfaktor. Etliche Gespräche mit Vertretern der Wirtschaft bestätigten seine Einschätzung nachdrücklich. Es sei leider fünf Jahre lang viel zu wenig passiert; umso mehr erfreuten ihn nun die "wegweisenden" Beschlüsse von Kreistag und OVAG im Interesse von Wirtschaft, Kommunen und Bevölkerung. "Das gehört zu den wichtigsten Punkten, die vor uns liegen", betont Görig.  Der Landrat hatte schon im Herbst 2012 sein Ziel genannt, "die Versorgung aller Ortsteile mit guten Breitbandleistungen zügig voranzutreiben". Das Konzept müsse technisch zukunftsfähig und gleichzeitig für die Bürger erschwinglich sein.  150.000 Euro hatte der Landkreis bereits 2011 und 2012 investiert, um die Konzeption für ein Hochleistungsnetz erarbeiten zu lassen.

Die Firma "Athanus Partners GmbH" hatte im Auftrag des Kreises aufgrund ihrer Analyse für die flächendeckende Breitbandversorgung in den 19 Städten und Gemeinden Investitionskosten von rund 25 Millionen Euro errechnet. Fast 500 Kilometer Glasfaser müssen verlegt werden, angebunden stets bis zu den grauen Kabelverzweiger-Kästen. Vor dort aus genügen die Bandbreiten der bereits vorhandenen Kupferkabel in die Haushalte, um mindestens 25, überwiegend jedoch 50 MBit zu erzielen.

Die ursprüngliche Konzeption einer eigenen Breitbandgesellschaft, die auch den Ausbau der kreisweiten Telekommunikationslösung hätte umsetzen sollen, wird es nicht geben. Nun gebe es aus "strategischen und Kostengründen" die ZOV-Lösung, also den kreisübergreifenden Ausbau mit Glasfaserkabeln – im Vogelsbergkreis und im Wetteraukreis.  Landrat Görig und Landrat Arnold sowie die beiden ZOV-Geschäftsführer seien sich einig, in den beiden Kreisen je eine "Breitbandbeteiligungsgesellschaft" zu gründen, an der sich dann die einzelnen Kommunen beteiligen können. Die Vogelsberger Breitband-Gesellschaft wird mit einem Stammkapital von 150.000 Euro ausgestattet. Während der Kreis einen Geschäftsanteil von 30 Prozent dauerhaft halten werde (45.000 Euro), sollen die übrigen 70 Prozent (105.000 Euro) an die Kommunen übertragen werden.

Der Vogelsbergkreis gründet die Breitbandbeteiligungsgesellschaft Vogelsbergkreis GmbH mit vorhandenen Haushaltsmitteln zuerst alleine; bis Ende März 2014 sollen die Städte/Gemeinden ihre notwendigen Gremienbeschlüsse fassen und dann – in einem gemeinsamen Termin – die Gesellschaftsanteile übernehmen. Geschäftsführer der Vogelsberger Gesellschaft ist der Diplom-Volkswirt Dr. Eckhard Köhler-Hälbig, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung und Revision in der Vogelsberger Kreisverwaltung. Geschäftsführer in der Wetterauer Beteiligungsgesellschaft ist Matthias Flor, Leiter des Landratsbüros in Friedberg.

An der neuen "Breitbandinfrastrukturgesellschaft Oberhessen GmbH" mit Sitz in Friedberg ist die "Breitband-Beteiligungsgesellschaft Vogelsbergkreis GmbH" mit 19 Prozent beteiligt, erläutert Landrat Görig. 30 Prozent wird die Wetterauer Gesellschaft halten, 51 Prozent der ZOV als Mehrheitsgesellschafter. Der Breitband-Ausbau werde für jedes Gemeindegebiet einzelvertraglich geregelt, so Görig.Eine vordringliche Aufgabe der neuen Gesellschaft des ZOV werde das Austarieren eines Konzeptes für den Breitbandausbau sein, denn am Ende zähle das wirtschaftlichste Ergebnis für die betreffenden Städte und Gemeinden, so ZOV-Geschäftsführer Rainer Schwarz.

Die Planung sehe vor, dass 2014 die Vertragsverhandlungen über einen künftigen Partner abgeschlossen und erste Aufträge vergeben werden. Man den Ausbau bis 2017 abschließen, so der Geschäftsführer der ZOV-Infrastrukturgesellschaft, Claus Spandau.

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