Haus der Begegnung: Ausländische Jugendliche im Kolping-Wohnheim

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Auch das gemeinsame Kochen gehört zum Tagesablauf der Jugendlichen.    

Das Kolping-Wohnheim sieht sich als Haus der Begegnung, in dem jugendliche mit unterschiedlichen Nationalitäten und Kulturen leben.

Fulda. In der Tradition des Gesellenvaters Adolph Kolping, der jungen Menschen unabhängig von ihrer nationalen Herkunft eine Heimat geben wollte, ist das „Kolpingwerk“ international ausgerichtet. Vor dem Hintergrund dieses Selbstverständnisses möchte das Anfang August dieses Jahres in Betrieb gegangene „Pings“-Jugendwohnheim auf dem Fuldaer Lioba-Areal zu einem offenen Haus der Begegnung zwischen unterschiedlichen Nationalitäten und Kulturen werden. Zum Wochenbeginn gab es mit dem Einzug der „Kolping“-Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Ausländer einen deutlichen Zuwachs an bunter Vielfalt. Die sechs Jugendlichen aus der stationären Wohngruppe im Alter von 16 bis 18 Jahren sind nicht die einzigen nichtdeutschen Bewohner.

Im Zuge einer Kooperation mit Unternehmen aus der Region wohnen im Bereich „Pings“-Azubikampus auch mehrere junge Afrikaner aus Kamerun, die während ihres Aufenthalts eine Ausbildung zumeist in handwerklichen oder kaufmännischen Berufen machen. Außerdem kümmern sich Julija Tesic und ihr mehrköpfiges Team um verschiedene betreute Wohngruppen im Kreisgebiet für ausländische Flüchtlinge, die bereits volljährig sind. Im Gegensatz zu der Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Ausländer, die einer intensiveren Betreuung bedürfen, handelt sich dabei um ein ambulantes Hilfsangebot. Die 36-jährige Sozialpädagogin, die seit 2016 beim „Kolping“-Jugendwohnen als Einrichtungsleitung beschäftigt ist, betont, dass es darum gehe, die Teilhabe der ausländischen Jugendlichen, die häufig aus patriarchalischen Strukturen stammten, am gesellschaftlichen Leben in Deutschland zu fördern, weil nur so Integration in ein demokratisches Gemeinwesen gelingen könne.

Hierzu gehörten zum Beispiel ganz konkrete Mitspracherechte bei der Gestaltung des Tagesablaufs sowie ein regelmäßiger gemeinsamer Diskurs zum Zusammenleben. Bei der schwierigen Suche nach Identität und Zugehörigkeit sei Unterstützung notwendig, um sich in der neuen Lebenswelt zu orientieren und ein Heimatgefühl, aber auch ein Bewusstsein für das Gemeinwohl zu entwickeln. Wichtig ist Tesic, dass sich die ausländischen Jugendlichen nicht in erster Linie als Geflüchtete definierten. Sie seien Schüler, Auszubildende oder Wohnheimbewohner und müssten zum Aufbau eines positiven Selbstbilds lernen, die eigenen Facetten und Erfahrungen zu akzeptieren und sich als Ganzes zu sehen. Der Umgang mit ihnen erfordere angesichts der oft traumatischen Fluchterlebnisse Geduld, Respekt und vor allem ein hohes Maß an Sensibilität.

„Als ,Kolping‘ wollen wir verständnisvolle Ansprechpartner sein, die für emotionale Stabilität sorgen und verlässliche Rahmenbedingungen in einem familiären Umfeld bieten“, betont die Sozialpädagogin. Und formuliert weiter, dass das Gesamtwerk „Pings“ gelingen könne, wenn sich die verschiedenen Nationalitäten mit jeweiligen Ressourcen offen begegneten.

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