Da helfen, wo es nötig ist

Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg ist neue Fuldaer DRK-Präsidentin und war zu Besuch in der Fulda aktuell Redaktion.

Fulda - Donata von Schenck, geboren in Hausen, einem kleinen Dorf bei Oberaula, ist die neue „DRK“-Präsidentin in Fulda und war zu Gast in der „Fulda aktuell“ Redaktion. Bereits am Anfang des Gesprächs wird klar, die neue „DRK-Präsidentin“ brachte von Beginn an viel Einfühlungsvermögen und Menschlichkeit mit in ihren beruflichen Werdegang. Seit ihrer Jugend engagiert sich Schenck ehrenamtlich auf vielfältige Weise, vor allem im sozialen Bereich. Sie war in den siebziger Jahren Jugendleiterin in einer evangelischen Kirchengemeinde in Wuppertal und über 15 Jahre in der Betreuung von Strafgefangenen, sowie drogenabhängigen und psychisch kranken Jugendlichen aktiv.

Nach ihrem Abschluss als staatlich geprüfte Sozialpädagogin im Jahr 1972 absolvierte sie eine praktische Ausbildung im Heim für milieugeschädigte Jugendliche „Sankt Elisabeth“ in Marburg und arbeitete auch dort als Betreuerin. Seit 1979 ist Schenck nun ehrenamtlich für das „DRK“ aktiv, zunächst im „DRK-Kreisverband Wuppertal“ im Krankenhausdienst, als Vertreterin des Kreisverbandes im Wohlfahrtsausschuss. 2006 wurde sie schließlich zur Vizepräsidentin des „DRK“ ernannt und hielt den Posten bis 2018. Schenck ist außer- dem Mitglied der Härtefallkommission beim Innenminister in Wiesbaden und war bis 2014 Mitglied im „Beirat der Beauftragten für Migration, Flüchtlinge und Integration“. „Ein Schreibtischjob wäre nichts für mich“, lacht Schenck. Die neue Präsidentin ist gerne mitten im Geschehen, an den Brennpunkten und Orten an denen Dinge verändert werden können.

Donata von Schenck gab im Redaktionsgespräch Einblicke in bevorstehende Projekte.

So ging ihre Reise bereits in zahlreiche Krisengebiete, um dort den Menschen vor Ort helfen zu können. Sie besuchte unter anderem die türkisch-syrische Grenze, Jordanien, Peru zu Hochwasserzeiten und Uganda, da sich dort viele Flüchtlinge aus dem Südsudan auf- halten. „Da haben wir Brunnen gebaut und Gesundheitsversorgung gemacht“, so Schenck. Auch von einer Reise nach Bangladesch zu Zeiten der Feuerkatastrophe in den Nähereien, war die jetzige „DRK“-Präsidentin nicht ab- zubringen. „Die Menschen in Bangladesch sind toll“, so Schenck. „In abgelegene Dörfer zu fahren, davon wurde mir abgeraten, da dorthin keine Autos fuhren, doch ich hab gesagt – ich sehe doch, dass da Mopeds stehen – ich wollte Moped fahren!“, erzählt Schenck von ihrer Reise. „Man nimmt ganz viel mit Nachhause, die Menschen dort sind so dankbar für jede Hilfe, sowas vergisst man nicht“, ergänzt die „DRK“-Präsidentin. Es wird deutlich, wie viel Engagement und Nächstenliebe hinter der Arbeit Schencks stecken.

Die neue DRK-Präsidentin Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg.

Vorhaben

Erst einmal wolle die neue „DRK“-Präsidentin alle Bereiche der „DRK“ in Fulda kennenlernen. „In Fulda ist auch was für die Seele dabei, wenn man in die Einrichtungen schaut – es ist nicht alles nur neutral gehalten“, so Schenck mit Blick auf bereits besuchte Einrichtungen. „Man begegnet auch wirklich vielen spannenden Persönlichkeiten“, berichtet die neue Präsidentin. Die Stiftung des „DRK“ („Da- heim im Leben“) solle öffentlich gemacht werden, Unternehmungen gestartet und Geld eingetrieben werden. „Wir suchen Sponsoren für kleine Dinge, um in kleine Einrichtungen Freude zu bringen“, erklärt Schenck. Projekte sollen ins Leben gerufen und unterstützt werden. „Man muss dort die Ärmel hochkrempeln, wo der Staat und die Gesellschaft das nicht leisten können, was notwendig ist zum Leben und Über- leben der Menschen“, so das Leitmotiv der „DRK“- Präsidentin. Schenck hat eine große Bandbreite an Themen, die ihr wichtig sind, angefangen bei Kindern, Jugendlichen bis hin zu Senioren. Unter anderem das Thema „Jugendliche die in den Linken oder Rechten Radikalismus driften“. „Man sollte Kindern gute Werte vermitteln“, so Schenck. Mit präventiven Maßnahmen und Projekten könnte diesen Kindern und Jugendlichen geholfen werden.

Stiftung 

Im Januar 2017 ging die Stiftung „Daheim im Leben“ an den „DRK“-Landesverband über. Ziel der Stiftung sei es, neue Ideen zu entwickeln, Weiterhin ist vorrangig, die Teilhabe der Menschen im Alter und mit Behinderung, ins- besondere der Menschen mit Demenzerkrankung, gesellschaftliches Leben zu ermöglichen. Dies kann zum Bei- spiel durch unterschiedlichste kulturelle Angebote ermöglicht werden, die geeignet sind, diese Menschen in die Mitte der Gesellschaft zu holen. Ein gutes Beispiel dafür sei der „Demenzkoffer“, der er- krankten Menschen etwas „Heimat“ schenken soll. In diesem Koffer befinden sich Dinge aus dem Herkunftsland der Menschen, um ihnen die Chance einer Erinnerung zu schenken und so der Demenz entgegen zu wirken. Außerdem sollen Bau- und Umbaumaßnahmen in den einzelnen Wohnformen gefördert werden, die nachweislich dazu dienen, das Leben der Menschen im Alter und mit Behinderung zu erleichtern. Die Digitalisierung im Alter ist ebenfalls zukünftig ein wichtiger Teilaspekt, um diese Menschen an einem sozialen Leben teilnehmen zu lassen. Aber auch die Förderung von Nachwuchskräften, in der Zeit des Fachkräfte- mangels in der Pflege, sei ein mögliches Tätigkeitsfeld der Stiftung.

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