Helikopter über Hünfeld

Bundespolizei übte am Hünfelder Standortübungsplatz mit Hubschraubern.

Hünfeld - Rotorengeräusche über dem Hünfelder Standortübungsplatz der Bundespolizei weckten kürzlich das Interesse zahlreicher Anwohner. Anlass war eine Luftrettungsübung der Bergwacht Hessen mit der Bundespolizei. Das in regelmäßigen Abständen stattfindende Einsatztraining fand in diesem Jahr im Raum Hünfeld statt. Eingefunden hatten sich zehn Bergwacht- Luftretter aus allen Teilen Hessens.

So reisten Einsatzkräfte aus dem Vogelsberg, dem Taunus, der Rhön, dem nordhessischen Willingen und aus Bad Wildungen zu diesem realistischen Übungseinsatz an. Als Übungsbasis wurde die Unterkunft der Bundespolizeiabteilung Hünfeld genutzt. Hier stand die notwendige Infrastruktur mit Hubschrauberlandeplatz und Betankungsanlage zur Verfügung. Der Hubschrauber der Bundespolizei-Fliegerstaffel Fuldatal traf gegen 8.30 Uhr ein. Für die Sicherheit am Landeplatz und den reibungslosen Flugbetrieb sorgte die Bundespolizei mit einem Feuerlöschfahrzeug und einer Bodencrew.

Nach einer verpflichtenden Sicherheitseinweisung an der Maschine, einem mittleren Transporthubschrauber vom Typ EC 155, startete der Übungsbetrieb. Gemäß Ausbildungsplan wurde ein Bergwacht-Einsatzteam (3 Luftretter) am Landeplatz an Bord genommen, um gemeinsam mit der fliegerischen Besatzung unterschiedliche Einsatzaufträge im Großraum Hünfeld / Weinberg abzuarbeiten. Hierbei galt es, verschiedene Einsatzszenarien, die erst unmittelbar vor Übungsbeginn bekannt gegeben werden, gemeinsam zu bewältigen. Die Lage musste aus der Luft erkundet und bewertet werden. Die angenommenen Verletzten wurden dann in einem Luftrettungsbergesack gelagert und für den Windeneinsatz vorbereitet.

Nach Einweisung der Maschine mittels Funk und Handzeichen wurde der Luftretter mit dem Verletzten im Luftrettungsbergesack mit der Seilwinde in den Hubschrauber aufgewincht. So hatten alle Bergwacht-Luftretter die Möglichkeit, in verschiedenen Positionen und Szenarien zu üben, ob als Luftretter, als ergänzende Einsatzkraft im Hubschrauber oder als Bodenteam. Unter der Leitung des Technischen Leiters der Bergwacht Hessen, Gerd Windhausen (Bad Wildungen), wurden bewusst Szenarien geübt, die in den hessischen Mittelgebirgslagen immer wieder vorkommen und zu denen auch die Bergwacht hinzu alarmiert wird.

Auch in Hessen setzt sich glücklicherweise der Hubschrauber als probates Rettungsmittel aus unwegsamem Gelände langsam durch. Hubschrauber mit Winde werden in Hessen von der Bundespolizei- Fliegerstaffel Fuldatal und von der Polizeihubschrauberstaffel Hessen in Egelsbach vorgehalten und stehen für die entsprechenden Einsatzlagen zur Verfügung. Das Training mit der Bergwacht ist mittlerweile zu einer festen Größe geworden. Die Bergwacht hält in Hessen an sechs Schwerpunktstandorten ca. 36 Luftretter vor. Diese Kräfte sind in allen Bereichen des Bergrettungsdienstes umfassend ausgebildet und dazu verpflichtet ihr Können regelmäßig zu trainieren. Auch die im Landkreis Fulda beheimatete Bergwacht Wasserkuppe hält Spezialkräfte für die Luftrettung vor.

Um die Schadstoffimmission durch Hubschrauberflüge so gering wie möglich zu halten und Kosten zu sparen, werden seit einigen Jahren große Teile der Luftrettungsausbildung der Bergwacht in einem Simulationszentrum durchgeführt. Im bayrischen Bad Tölz hat die Bergwacht Bayern ein einzigartiges Luftrettungs- Trainingszentrum gebaut. Alle deutschen Bergwachten haben die Möglichkeit, hier zu schulen und zu üben. Dort werden in einer großen Halle sämtliche Rettungsverfahren an einer echten Hubschrauberzelle geübt. Erst nach der Schulung am Simulator darf die Einsatzkraft am realen Hubschrauber eingesetzt werden.

Auch die hessischen Bergwachtler haben dieses neue Verfahren durchlaufen. Die Bundespolizei und die Bergwacht bedanken sich an dieser Stelle bei allen Anwohnern, den Grundstückseigentümern und der Stadt Hünfeld für die Unterstützung und für das entgegen gebrachte Verständnis. Am 20.04.2018 werden die Luftretter noch einmal in Hünfeld üben.

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