Hessen-Forst schult 40 fliegende Notärzte

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Rettung aus der Luft - auch für Wanderer im Wald.

Nord-/Osthessen. Bei Unfällen im Wald kann schnelle Hilfe lebensrettend sein: Das gilt für verletzte Forstwirte genauso wie für Wanderer, Reiter und Radfahrer. Aus diesem Grund hat das Luftrettungszentrum Christoph 7 gemeinsam mit Hessen-Forst am 26. September eine bundesweite Schulung für die fliegenden Notärzte der deutschen Zivilschutzhubschrauber durchgeführt.

Für die Luftrettung ist der Wald in der Regel ein anspruchsvoller Einsatzort: Steiles Gelände und durch Bäume eingeschränkte Sichtverhältnisse sind für die Piloten der Rettungshubschrauber eine echte Herausforderung. Auch an die Notärzte stellt die Rettung im Wald besondere Anforderungen: Matschige Böden, schroffe Klippen oder dichter Bewuchs müssen überwunden werden, damit die Notfallversorgung ohne Zeitverzögerung erfolgen kann. "Uns ist viel daran gelegen, dass möglichst keine Unfälle im hessischen Wald passieren", so Michael Gerst, Leiter des Landesbetriebs Hessen-Forst. "Wir geben entsprechende Hinweise an Waldbesucher und legen Wert auf einen intensiven Arbeitsschutz bei unserer Waldpflege und Holzernte".Passiert beim Sport im Wald oder beim herbstlichen Wandern doch ein Unfall, können verletzte Waldbesucher die Rettungskette-Forst in Anspruch nehmen. Im Ernstfall stehen die Betroffenen nämlich vor einem ernsthaften Problem, denn die wenigsten Menschen wissen, wo sie sich gerade im Wald befinden. Der genaue Unfallort kann den Helfern nur selten exakt beschrieben werden.

Hier helfen die 4.300 Rettungspunkte von Hessen-Forst weiter: Die Daten dieser Punkte, die den Rettungskräften bekannt sind, können Waldbesucher über ihr Handy abrufen. Bei einem Notfall kann man sich so schnell über die Lage des nächsten Rettungspunktes informieren - die App zeigt sowohl den eigenen Standort als auch den nächstgelegenen Rettungspunkt an. Eine Notruffunktion vereinfacht darüber hinaus die Weitergabe der Koordinaten an die Einsatzleitstelle: Der alarmierte Rettungsdienst kann den genannten Treffpunkt direkt anfahren – beziehungsweise anfliegen."Das Rettungssystem im hessischen Wald ist bundesweit führend", stellte Dr. Thomas Köhler, Leitender Oberarzt am Roten Kreuz Krankenhaus Kassel, nach der Schulung fest. Als Ärztlicher Leiter des Rettungshubschraubers Christoph 7 hatte Köhler die Fortbildung für seine Kollegen aus den anderen Bundesländern organisiert und von ihnen entsprechende Rückmeldungen erhalten. Gemeinsam mit den Luftrettern will Hessen-Forst auch künftig die Rettung bei Unfällen im Wald trainieren und nach weiteren Verbesserungsmöglichkeiten suchen.Auch Gerst als Leiter des Landesbetriebs zeigte sich nach der Schulung zufrieden: "Die Rettungskette ist für jeden ein Gewinn. Es profitieren alle davon: Wanderer, Sportler, Forstwirte - und auch die fliegenden Notärzte".

Weitere Informationen zur Rettungspunkte-App finden man unter www.hessen-forst.de/rettungskette.

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