In Dietges: Hessens höchst gelegener Notarztstandort eingeweiht 

Malteser waren bislang in einer Behelfsunterkunft zu Hause / Zuständig für die Hessische, Bayrische und Thüringische Rhön

Hilders - Die neue Wache für den Notarztstandort Dietges ist fertig. Auf 243,78 Quadratmetern arbeitet in einer ebenerdigen und modernen Wache ein hochqualifiziertes Team aus Notärzten und Notfallsanitätern für die Menschen in der gesamten Rhön. Bereits seit 2017 rücken die Malteser aus einer Behelfsunterkunft in Dietges aus, um in Notfällen schnell zu helfen.

Vor Kurzem nun wurde Hessens höchster Notarztstandort feierlich eingeweiht. „Aller guten Dinge sind drei: Anfang 2017 haben wir in Dietges den Notarztstandort als Provisorium in Betrieb genommen, und im Herbst folgte der Spatenstich für den Neubau, den wir nun einweihen. Das ist ein sehr guter Grund zur großen Freude für alle“, eröffnet der Erste Kreisbeigeordnete Frederik Schmitt die feierliche Einweihung. „Unsere Lebensretter haben hier ein optimales (berufliches) Zuhause ­– mit neuester Technik und besten Standards, aber auch geeignete Räume, um während des anspruchsvollen Dienstes zur Ruhe zu kommen. Der Dietgeser Notarztstandort ist nicht nur der höchstgelegene in Hessen, sondern bietet ebenfalls notärztliche Versorgung auf höchstem Niveau.“

Etwa 50-mal im Monat rückten die Malteser bisher von Dietges in die gesamte Rhön aus. Der Einsatzradius der Malteser reicht dabei von der Hessischen bis in die Bayrische und Thüringische Rhön. „Die Bedingungen in der Rhön sind besonders, die Anforderungen an den Notarztstandort hoch“, berichtet der Leitende Notarzt und Facharzt für Innere Medizin, Dr. Thomas Plappert, der auf der neuen Notarztwache tätig ist. Neben geografischen Besonderheiten – Berge, Skigebiete oder Wanderwege –, unterschieden sich auch die Notrufe, denn die Erkrankungen seien oft akuter.

„Wenn hier in der hohen Rhön der Notarzt gerufen wird, handelt es sich meist um schwere, lebensbedrohliche Situationen. Alarmierungen wegen leichter Erkrankungen, wie man es aus dem großstädtischen Bereich kennt, sind hier selten“, sagt Plappert. So musste beispielsweise ungefähr jeder fünfte Patient unmittelbar an der Einsatzstelle beatmet werden. „Wenn wir gerufen werden, dann gilt es meist Leben zu retten,“ so der Arzt.

„Net nachlosse“ ist deshalb die Devise der Malteser Mannschaft in Dietges. „Wir orientieren uns mit unseren Standards an den besten Rettungsdiensten der Welt und passen sie an unsere Bedürfnisse an“, beschreibt Plappert die technische Ausrüstung des neuen Notarztstandorts. So setzen die Rettungsteams beispielsweise bereits vor Ort ein Ultraschallgerät ein, um lebensbedrohliche Erkrankungen sicherer und oft schneller zu erkennen. Diese werden bisher nur in wenigen Rettungswagen eingesetzt. “Dadurch sind wir Malteser in Dietges bundesweit ganz vorne mit dabei“, informiert der Leitende Notarzt. Ebenso wird ein neuartiges Reanimationsgerät eingesetzt, mit dem die Anzahl der Todesfälle verringert werden kann. Besonders stolz sind die Malteser auch auf die Qualifikation des Teams. Auf der Wache arbeiten drei festangestellte Fachärzte aus den Bereichen Anästhesie, Chirurgie und Innere Medizin. Ihnen zur Seite stehen elf Notfallsanitäter. Damit sind die Teams maximal ausgebildet und qualifiziert. „Unsere fest angestellten Ärzte und die Notfallsanitäter absolvieren gemeinsame Fortbildungen und Trainings. Sie sind ein eingespieltes Team und verstehen sich blind. Das kommt dem Patienten in der Rhön zu 100 Prozent zugute“, sagt Plappert.

Auf der neuen Wache soll sich auch das Team wohlfühlen. „Ein Rettungsteam erlebt in einer Schicht manchmal mehr als andere Menschen in ihrem ganzen Leben. Deshalb ist eine neue Wache nicht nur ein reiner Zweckbau, sondern ein wichtiger Ort für ein Miteinander“, sagt der Wachleiter des neuen Notarztstandortes, Ronny Helmer. Neben kurzen Wegen und einem modernen Hygienebereich gibt es für die Mitarbeiter großzügige Umkleidemöglichkeiten und optimale Ruhe- und Aufenthaltsräume zum Erholen nach den oft anspruchsvollen Einsätzen. Besonders dankbar ist das Team auch den Kollegen der Bergwacht Hessen, die auf der Wasserkuppe die Bergrettungswache betreibt. „Ob im Einsatz, bei der Beratung oder bei kameradschaftlichen Veranstaltungen ist auf die hochqualifizierte und motivierte Truppe immer Verlass“, so der Wachleiter. Eine ebenso freundschaftliche Zusammenarbeit verbindet die Malteser in Dietges mit den Kollegen der ADAC-Luftrettung, den DRK-Kreisverband Fulda und Hünfeld, den Feuerwehren und niedergelassen Ärzten in der Rhön.

Malteser Diözesanleiter Dr. Constantin von Brandenstein-Zeppelin dankte in seiner Ansprache dem Team und verwies auf das Engagement der Malteser in der Rhön. „Besonders freue ich mich, wenn ich sehe, wie unser Haupt- und Ehrenamt Hand in Hand auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Menschen in der Rhön eingehen: Unsere Notärzte und Notfallsanitäter sind bei medizinischen Notfällen im Einsatz, unsere ehrenamtlichen Helfer sind für einsame, ältere Menschen da, durch unsere Sanitäter lässt es sich in der Rhön sicher feiern, und der Malteser Gemeindefahrdienst unterstützt die Menschen in Hilders, die nicht mehr mobil sind. Darauf bin ich stolz.“

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