Hessenweiter Aktionstag zur Glücksspielsucht am 30. September

In dreizehn hessischen Städten soll auf die Risiken von Glücksspielen aufmerksam gemacht werden.

Fulda - Am 30. September werden in dreizehn hessischen Städten 500-Euro-Scheine in den Straßen wehen – allerdings keine echten. Mit dieser aufsehenerregenden landesweiten Öffentlichkeitsaktion machen die Hessische Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS) und die regionalen Fachberatungen für Glücksspielsucht auf die Risiken von Glücksspielen aufmerksam. Das Motto „Wenn 500 Euro zum Spielgeld werden“ soll deutlich machen: Menschen, die übermäßig Glücksspiele spielen, verlieren irgendwann den Bezug zum Geld.

Automatenspiel, Roulette, Sportwetten oder Poker im Internet, der Glücksspielmarkt entwickelt sich weiter. Damit steigt aber auch die Zahl der Menschen, die ihr Spielverhalten wenig oder gar nicht mehr kontrollieren können. Die in Hessen bestehenden Angebote der 2.000 staatlichen Lotterieannahmestellen, 4 Spielbanken, über 18.000 Geldspielgeräte in Spielhallen und Gaststätten und zahlreichen Sportwettbüros bekommen durch die geplante Zulassung von Online-Glücksspielen Verstärkung. Auch die in Deutschland illegalen 4.000 Websites mit Angeboten zu Online-Glücksspielen sollen legalisiert werden und stehen dann rund um die Uhr zur Verfügung.

Eine allumfassende Verfügbarkeit von Online-Glücksspiel wird nicht nur folgenschwere Auswirkungen auf die Menschen mit einer Glücksspielproblematik haben. Sie könnte auch internetaffine junge Altersgruppen zur erstmaligen Spielteilnahme animieren. „Glücksspiele haben potentielle negative und gesundheitliche Folgen und können zu einer gefährlichen Abhängigkeit führen“ warnt Daniela Senger-Hoffmann, Landeskoordinatorin für Glücksspielsucht der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS).

In Hessen haben bereits mehr als 31.000 Menschen massive Probleme mit Glücksspielen. Hinzu kommen zahlreiche Angehörige, die von dieser Problematik betroffen sind. Glücksspielsucht ist eine ernsthafte Erkrankung und dominiert den Alltag der Betroffenen. Die Folgen dieser Sucht – wie etwa Verschuldung, zerstörte Familien und Suizid(-versuche) – sind für Betroffene wie Angehörige verheerend. „Aus suchtfachlicher und gesundheitspolitischer Sicht ist es daher dringend erforderlich, den Jugend- und Spieler*innenschutz ins Gespräch zu bringen und die Politik zu überzeugen, Präventionsmaßnahmen zu beschließen“, sagt Susanne Schmitt, Geschäftsführerin der HLS.

Die HLS-Geschäftsführerin appelliert an Politik und Verwaltung, gesetzliche Regelungen zu sichern und zu erlassen, die ausdrücklich den Schutz der Bevölkerung in den Fokus stellen. Darüber hinaus sei eine konsequente Umsetzung und Kontrolle der gesetzlichen Maßnahmen unerlässlich. Der Jugend- und Spieler*innenschutz sowie die öffentliche Gesundheit sollten ihrer Ansicht nach Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen haben.

Menschen, die sich dem umfangreichen und stets zur Verfügung stehenden Glücksspielangebot nicht entziehen können und ein pathologisches Glücksspielverhalten entwickeln, erhalten fachliche Hilfe und Unterstützung durch das hessische Landesprojekt „Glücksspielsuchtprävention und -beratung“. Weitere Informationen bietet die Internetseite der HLS unter www.hls-online.org

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