Zum heutigen 110. Geburtstag: Sonderausstellung im Hünfelder Konrad-Zuse-Museum

Über das Zeichnen, die zweite Passion des Erfinders

Hünfeld - Durch seine grundlegenden Erfindungen in der Computertechnik wird Professor Konrad Zuse heute weltweit als der Erbauer des ersten programmgesteuerten Rechners anerkannt. Viel weniger bekannt ist sein Wirken als Künstler, dem das Konrad-Zuse-Museum in Hünfeld ab Montag, 22. Juni, eine eigene Sonderausstellung zum 110. Geburtstag des Hünfelder Ehrenbürgers widmet.

Die Ausstellung ist während einer Sonderöffnungszeit an seinem 110. Geburtstag am Montag, 22. Juni in der Zeit von 15 bis 17 Uhr und dann regelmäßig dienstags, mittwochs freitags, samstags und sonntags von 15 bis 17 Uhr zu sehen.

Das Museum verfügt über eine umfangreiche Sammlung von Zuses Gemälden, Grafiken und Stichen. Lange blieb der heute als genialer Computerpionier bekannte Bauingenieur unentschieden, welcher Passion er sich widmen sollte, der technisch-mathematischen oder der künstlerischen.

Bereits als Kind setzte er sich mit Malen und Zeichnen auseinander. In der Schule fertigte er Mappen mit Karikaturen von seinen Lehrern und Mitschülern. Dabei gewährte er auch Einblicke in seinen Schulalltag im Gymnasium in Hoyerswerda. Dort leitete ihn der Zeichenlehrer Bracki als 16-jährigen an, verschiedene Stilrichtungen der Malerei kennenzulernen.

Zuse begeisterte sich vor allem für die expressionistische Kunst und besuchte oft Kunstausstellungen in Dresden. Zeitweise zog der Hünfelder Ehrenbürger auch eine künstlerische Laufbahn in Betracht, er unterbrach sein Studium zum Bauingenieur, um sich als Werbegrafiker zu verdingen. Unter anderem entwarf er Plakate für die Firma Ford, die sich 1925 zunächst in Berlin niedergelassen hatte. Zuse versuchte sich auch als Fotograf und Schauspieler, entschied sich aber dann, konsequent an seinem Vorhaben festzuhalten, technische Anlagen zu bauen, um Bauingenieuren komplexe Berechnungen zu ersparen.

Er baute seine Z1 1936, den ersten mechanischen Rechner, der bereits über alle Merkmale eines modernen Computers verfügte, mit getrenntem Rechen- und Speicherwerk sowie einer freien Programmierbarkeit und schließlich den ersten Relaisrechner, die Z3, die 1941 in Berlin einer kleinen Öffentlichkeit vorgeführt wurde und bis heute als Urahn aller heutigen Computer gilt.

Erst nach dem Krieg, als es ihn nach Hinterstein im Allgäu verschlagen hatte, widmete er sich wieder der Kunst. Um seine Familie über Wasser zu halten, malte er kleine Ölbilder auf Holztafeln, die vor allem bei amerikanischen Armeeangehörigen sehr gefragt waren. Während diese Bergmotive mit Gämsen vor allem dem Broterwerb dienten, widmete er sich auch der Holzschnitttechnik, um seine künstlerischen Ambitionen weiterzutragen

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