Hilfe zur Selbsthilfe:  Der Verein „God Cares“ aus Fulda engagiert sich für Menschen

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Der Fuldaer Verein "God Cares" engagiert sich für Menschen in Afrika. Und bietet Hilfe zur Selbsthilfe.

Fulda - „Wir wissen nicht, was für die Menschen gut ist. Daher orientieren wir uns an den Bedürfnissen, die die Menschen uns nennen“, erklärt Wolfgang Weihofen aus Haimbach, Gründervater des Vereins „God Cares“. Gemeinsam mit seiner Frau Bettina gründete er den Verein im November 2005. Bereits im Jahr 2000 trat Weihofen mit einem ruandischen Pastor in Kontakt. „Ich habe es in meinem Herzen gefühlt und Gott sagte mir, dass ich Ruanda anfangen sollte“, so Weihofen. „Wir haben uns unterhalten und wir beschlossen ein Netzwerk zu gründen.“ Seither ist viel passiert. Im Jahr 2006 begann der Verein mit einem Mikrofinanzprojekt. Ausgehend von diesem Projekt reisten die Vereinsmitglieder nach Ruanda und in den Kongo.

Der Verein „God Cares“ ist ein christlicher, überkonfessioneller Verein, der im Gebiet der Großen Afrikanischen Seen aktiv ist. Gemeinsam mit neun Kooperationspartnern vor Ort werden verschiedene Projekte verwirklicht. Dabei ist den 18 Vereinsmitglieder der persönliche und freundschaftliche Umgang wichtig. „Wir bauen Beziehungen auf“, so Bettina Weihofen. Seit der Vereinsgründung hat der Verein insgesamt 30 Projekte durchgeführt. Er wirkt in den Bereichen Gesundheit, Medizin, Soziales, Bildung und Versöhnung. „Gerade die Aussöhnungsarbeit ist in den Zeiten nach dem Genozid eine sehr wichtige“, berichtet der Vorsitzende.

Gemeinsam mit dem Kooperationspartner „CARSA“ in der ruandischen Stadt Mugina leistet der Verein diese Arbeit mit einem ganz besonderen Projekt. „Cow for Peace“ nennt sich diese Art der Arbeit mit Täter und Opfer. „Viele der Täter haben nun ihre Haftstrafe abgesessen und kehren in ihre Dörfer zurück. Dort treffen sie häufig auf ihre Opfer, die durch die Taten, die ihnen angetan wurden noch häufig traumatisiert sind“, erklärt Weihofen. Genau in diesem Moment setzt das Projekt an. Täter und Opfer besuchen gemeinsam ein Seminar. Nach dem Seminar erhalten sie eine Kuh, die zum Haus des Opfers gebracht wird. Dort müssen sich die Teilnehmer gemeinsam um das Tier kümmern. „Die Kuh baut die Brücke zum Frieden“, so Weihofen. Und seine Frau ergänzt: „Es ist Wahnsinn, wie sich das Verhältnis zwischen den Menschen verändert. Das berührt mich immer wieder.“ Der Verein finanziert die Anschaffung der Kühe und legt somit die Grundlage für das Projekt. Dies gilt für alle Projekte des Vereins. „Wir schaffen die Grundlage für eine bessere Zukunft. Die Teilnehmer müssen aber selbst dafür sorgen, dass alles klappt“, so Wei- hofen. „God Cares“ handelt nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“.

Im Kongo in der Provinz Südkivu unterstützt der Verein den Mediziner Freddy Zihindula. „Freddy kümmert sich medizinisch um Menschen, die es sich nicht leisten können zum Arzt zu gehen“, macht Weihofen aufmerksam. Auch bietet der Verein Schul- und Studienpatenschaften an. „Uns ist es wichtig, dass die Paten einen engen Kontakt mit ihren Patenkindern pflegen“, so der Gründervater. Auch die gemeinsame Reise zu den Patenkindern wird angeboten.

Zurzeit betreut der Verein 18 Projekte in Ruanda und im Kongo. Weitere Informationen zum Verein „God Cares“ gibt es im Internet unter www.godcares.de .

Hintergrund: Genozid in Ruanda

Als Völkermord in Ruanda werden umfangreiche Gewalttaten in Ruanda bezeichnet, die am 6. April 1994 begannen und bis Mitte Juli 1994 andauerten. Sie kosteten circa 800.000 bis 1.000.000 Menschen das Leben, die niedrigsten Schätzungen gehen von mindestens 500.000 Toten aus. In annähernd 100 Tagen töteten Angehörige der Hutu-Mehrheit etwa 75 Prozent der in Ruanda lebenden Tutsi-Minderheit sowie moderate Hutu, die sich am Völkermord nicht beteiligten oder sich aktiv dagegen einsetzten. Die Täter kamen aus den Reihen der ruandischen Armee, der Präsidentengarde, der Nationalpolizei (Gendarmerie) und der Verwaltung. Zudem spielten die Milizen der Impuzamugambi sowie vor allem der Interahamwe eine besonders aktive Rolle. Auch weite Teile der Hutu-Zivilbevölkerung beteiligten sich am Völkermord. Der Genozid ereignete sich im Kontext eines langjährigen Konflikts zwischen der damaligen ruandischen Regierung und der Rebellenbewegung Ruandische Patriotische Front (RPF).

(Quelle: Wikipedia)

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