Hilfsbereitschaft: Zeltstadt ohne Ehrenamtliche nicht möglich

Ohne die vielen freiwilligen Helfer, wäre die versorgung in der Form nicht möglich gewesen. Foto: Malteser
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Ohne die vielen freiwilligen Helfer, wäre die versorgung in der Form nicht möglich gewesen. Foto: Malteser

Viele Osthessen engagieren sich ehrenamtlich für die Flüchtlinge in der Zeltstadt - ohne diesen Einsatz wäre die Versorgung so nicht möglich.

Fulda. Viel ehrenamtliches Engagement und unzählige Stunden haben zahlreiche Menschen bereits für das Flüchtlingscamp in Fulda geopfert. "Ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer, die ständig im Einsatz sind, wäre die Zeltstadt so nicht umsetzbar gewesen”, erklärte Jürgen Diegelmann, Leiter Katastrophenschutz der "Malteser” in Fulda, anlässlich einer Pressekonferenz zu den aktuellen Zahlen zum Flüchtlingscamp.Für 400 Personen ausgelegt leben mittlerweile 386 Personen in der Zeltstadt, davon sind 126 Kinder. "Die meisten stammen aus Syrien, aber auch Afghanen, Albaner und Pakistani befinden sich unter den Flüchtlingen”, sagt Jonathan Wulff, stellvertretender Leiter des Versorgungsamt es Fulda. Zwischen dem Einsatzbefehl und dem Beginn der Aufbauarbeiten vergingen bei den Hilfskräften nur wenige Stunden. Am 22. August war das Camp bezugsfertig.

Dafür gesorgt hatte der Katastrophensschutzstab bestehend aus der Feuerwehren des Landkreises Fulda und der Stadt Fulda, dem "THW”, der "DLRG”, dem "DRK Fulda” sowie dem "Malteser Hilfsdienst Fulda”.  In den ersten Tagen ging es nur darum, die grundlegende Versorgung der Menschen mit Nahrung, Kleidung und einem Schlafplatz sicherzustellen. "Mittlerweile sind wir aus diesem  Stadium heraus und können noch mehr für die Menschen tun”, ergänzt Wulff.

Das Camp besteht aus einem Küchenzelt, zwei Speisezelten, 24 Übernachtungszelten, einem Behandlungs- und einem Kommunikationszelt. Hinzu kommen sanitäre Einrichtungen für Männer und Frauen. Geplant ist noch ein Betreuungszelt, in welchem sich intensiver beispielsweise um die Kinder gekümmert werden kann. "Viele Menschen haben uns angeboten, mit den Kindern zu spielen oder diese zu beschäftigen. Das war in der Anfangszeit nicht möglich, weil wir da noch mit der Grundversorgung beschäftigt waren. Wir werden aber auf diese Leute zukommen”, sagt Diegelmann. "Im Camp ist eine Einsatzleitung fast rund um die Uhr vor Ort. Die ärztliche Versorgung ist ebenfalls gesichert. Außerdem kümmert sich ein Facility Managment um den Zustand der Zeltstadt.

Die soziale Betreuung befindet sich im Aufbau” erklärt Christoph Schwab, Geschäftsführer des "DRK”-Kreisverbandes Fulda. Die Mahlzeiten für die Flüchtlinge liefert das "Antoniusheim Fulda”. "Die Versorgung stellt uns vor einige Herausforderungen. Die Hitze der vergangenen Tage machte es schwierig, alle Hygiene-Vorschriften einzuhalten. Um die Kapazitäten zu erreichen, haben wir auch zusätzliches Personal angestellt. Aber auch wir haben viele freiwillige Helfer, ohne die das nicht möglich wäre. Viele unserer Nahrungsmittel sind den Flüchtlingen unbekannt, wie zum Beispiel Weißbrot. Mittlerweile haben sie sich aber daran gewöhnt”, sagt Rainer Sippel, Leiter des "Antoniusheims”.

"Nach der Grundversorgung geht es nun darum, Abwechslung und ein Stück Alltag zu schaffen”, meint Diegelmann. "Sachspenden können wir aufgrund geringer Lagerkapazitäten nicht mehr entgegennehmen. Ehrenamtliche Helfer sind aber immer willkommen”, erklärt Christian Erwin, "DRK”-Kreisbereitschaftsleiter."Wir sind froh und stolz, dass das Flüchtlingscamp von den Osthessen so gut angenommen wurde und so viel Hilfsbereitschaft vorhanden ist”, sagte Wulff abschließend. Für die nahe Zukunft wird vom Regierungspräsidium Gießen nach einer Lösung für die kalte Jahreszeit gesucht. Auch wenn das Camp mit Heizungen und Fußböden ausgestattet ist – winterfest ist es nicht.

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