Hof Mauerschell: Frisch, regional, transparent

Benedikt und Franzi Reinhardt.
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Benedikt und Franzi Reinhardt.

„Hof Mauerschell“ aus Eckweisbach steht für Transparenz, Frische und Regionalität.

Hilders. Benedikt und Franzi Reinhardt sind mit ganzem Herzen Land- und Tierwirte. Die Eltern von drei Kindern, zehn Jahre, sechs Jahre und ein Jahr alt, haben sich dazu entschlossen, dem bisherigen System, der industriellen Landwirtschaft, den Rücken zu kehren.

„Wir wollen mit unserem Betrieb neue Wege gehen, denn wir sind davon überzeugt, dass auf lange Sicht gesehen nur eine ökologisch, bäuerliche und regional ausgerichtete Landwirtschaft eine ausreichende und dauerhafte Versorgung mit gesunden Lebensmitteln garantiert“, so Benedikt und Franzi Reinhardt im Gespräch mit FULDA AKTUELL.

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Auf dem „Hof Mauerschell“ (Hof Mauerschell 47) in Eckweisbach können Eier aus Freilandhaltung, handgemachte Nudeln, Rindfleisch und Mehl aus einer regionalen Mühle gekauft werden. Außerdem soll im August ein Verkaufsautomat in Eckweisbach an der Hauptstraße 21 bei der „Bäckerei Wagner“ aufgestellt werden. Dieser wird dann mit Grillfleisch vom Schwein, Bratwürstchen der Landmezgerei „Pomnitz“ aus Haselstein, mit Gemüse von „Lindengut“ aus Kohlgrund, Eiern vom „Hof Mauerschell“ und eigenen Fertigprodukten vom Hof, wie Gulasch, Rouladen und Rinderbrühe befüllt.

Mittlerweile haben die Reinhardts 200 Hühner auf dem Hof.

Sie stehen noch am Anfang, sagt das Landwirtpaar. Übernommen haben die Reinhardts den Hof von Benedikts Großonkel Hermann Reinhardt im Jahr 2011. „Seitdem ist viel passiert. Vor eineinhalb Jahren wusste ich, dass sich etwas ändern muss. Die Landwirte haben keine gute Position, und viele sind immer am Leistungsmaximum. Aber das ist weder für Tiere, noch für den Menschen oder Boden gesund. Also wollten wir uns ökologisch umstellen“, so Reinhardt. Der Landwirt arbeitet gemeinsam mit seiner Frau und halbtags auch mit seinem Bruder Korbinian auf dem Hof. „Angefangen haben wir mit sechs Hühnern – heute sind es 200 und aus 35 Kühen wurden 80 Kühe. Es bleibt ein spannender Prozess. Nicht alles können wir sofort und radikal verändern. Eine Veränderung braucht Zeit. Ein Teil unseres neuen Konzeptes ist die Direktvermarktung unserer Produkte und die Transparenz. Wir wollen unseren Kunden ganz konkret zeigen, wo kommt das Tier her und wie wächst es auf“, erzählt Reinhardt. Diesen Wunsch löste die undurchsichtige Lebensmittelproduktion bei dem Landwirt aus. „Ich möchte ehrlich, traditionell und transparent für die Menschen sein. Wir nutzen dafür auch die Sozialen Netzwerke, wie ‚Facebook‘, um die Leute ein Stück weit mitzunehmen“, so Reinhardt.

Ab 2023 ist der Hof Mauerschell ein annerkannter Ökobetrieb.

Ab-Hof-Verkauf

Der Ab-Hof -Verkauf ist der Auftakt der Fleischvermarktung des „Hofs Mauerschell“. „Wer Fleisch essen möchte, ohne ein schlechtes Gewissen, ist bei uns genau richtig“, sagt Reinhardt. Sie bieten hochwertiges Fleisch von eigenen Rindern an. Die Tiere werden auf dem Hof geboren, artgerecht aufgezogen und geschlachtet. „Und auch das ist so ein Punkt – Stress in Bezug auf die Fleischqualität. Wir möchten erreichen, dass bei den Menschen ein Umdenken stattfindet. Das Lebensmittel Fleisch bedarf mehr Wertschätzung und ebenso das Lebewesen, das dahintersteht“, so der Landwirt: „Auch die künstliche Befruchtung der Kühe ist nicht unsere Aufgabe. Wir wollen unseren Hof so natürlich halten wie es nur möglich ist“.

Jeden dritten Samstag im Monat findet ab 10 Uhr ein Hofverkauf statt. Eier und Nudeln werden im Umkreis von drei Kilometern auch einmal wöchentlich geliefert. Doch der Kundenstamm der Reinhardts hat sich bereits erweitert. So kommen die Kunden aus der Großgemeinde Hilders, Petersberg, Hünfeld, Tann und sogar aus Berlin.

„Ab dem Jahr 2023 sind wir dann auch ein annerkannter Ökobetrieb und können mit unserer Milch-Direktvermarktung beginnen. Aber wir nehmen dem Kalb nichts weg von seiner Muttermilch. Es wird nur das entnommen, was das Kälbchen nicht mehr braucht“, so Franzi Reinhardt.

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