Hoffen auf die „HünfeldCard“

Eine Kernfrage: Wie kann man die Hünfelder Innenstadt stärken?
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Eine Kernfrage: Wie kann man die Hünfelder Innenstadt stärken?

Mitgliederversammlung des Vereins „City-Marketing“ der Konrad-Zuse-Stadt

VON BERTRAM LENZ

Hünfeld. Am Ende der gut eineinhalbstündigen Mitgliederversammlung des Vereins „City-Marketing Hünfeld“ gab Bürgermeister Benjamin Tschesnok die Richtung vor und fand damit die Zustimmung der Anwesenden: „Marschieren wir jetzt los und schieben das Projekt an. Dann könnte es Mitte Oktober losgehen, um noch das Weihnachtsgeschäft mitnehmen zu können. Die Stadt wird den Verein dabei unterstützen“.Tschesnok spielte auf die Einführung einer „HünfeldCard“ an, die zuvor Bastian Bayer vorgestellt hatte. Dieser ist stellvertretender Leiter der Ordnungs- und Verkehrsbehörde sowie Ansprechpartner im Gewerbeamt.

Mit einer „HünfeldCard“ könnten Kaufkraft gebunden sowie gleichzeitig Anreize für Unternehmen geschaffen werden, ihren Arbeitnehmern Zuwendungen zukommen zu lassen. Ein Verkauf könnte sowohl über das Internet als auch vor Ort vonstatten gehen und einfach über Kassensysteme oder eine App abgewickelt werden. Als Beispiel für eine solch erfolgreiche „Guthabenkarte“ führte Bayer die Stadt Alsfeld „AlsGuthaben“) an, was Markus Vogt unterstrich: „In Alsfeld funktioniert das hervorragend. Auch für Hünfeld wäre eine solche Card sehr zu begrüßen, weil der stationäre Einzelhandel unterstützt würde. Zugleich würde Werbung für die Stadt gemacht“.

Bürgermeister Tschesnok hatte zuvor erklärt, dass es für eine solche Card verschiedene Anbieter gebe und man schauen müsse, was passend für Hünfeld sein könnte. Fakt sei, dass man in Alsfeld rund 200.000 Euro jährlich Umsatz mit einer solchen Card habe generieren können. „Und davon kamen 80 Prozent von außerhalb“, so Tschesnok. Gemeinsam mit dem Verein „City-Marketing“ werde die Stadt bestrebt sein, das Projekt breit auszurollen. Es komme darauf an, viele Geschäftsleute, Gastronomen und Dienstleister zum Mitmachen zu animieren. Geklärt werden müsse auch die Frage, ob man „Akzeptanzstellen“ auch außerhalb des Stadtgebietes, in den Gemeinden des Altkreises, schaffen wolle.

Thema Innenstadt

Der Verwaltungschef ging auch auf die enge Abstimmung ein, die in den vergangenen Monaten der Corona-Pandemie zwischen der Stadt und dem Vorstand von „City-Marketing“ erfolgt sei. Nun werde es darauf ankommen, die Innenstadt zu einem „place to be“ werden zu lassen. Die Zukunft der Innenstadt sei den Menschen sehr wichtig, was auch bei den Anregungen bezüglich des neuen Leitbildes deutlich geworden sei. Dreh- und Angelpunkt sei auch die Fertigstellung des Rathaus-Umbaus, der noch in diesem Jahr abgeschlossen sein soll. Tschesnok stellte verschiedene Überlegungen bezüglich von Aktivitäten vor, darunter auch die „Kulturhappen“. Große Hoffnungen setze man auch in das Projekt „Ehemalige Klostergärtnerei“, wo auf dem freien Areal ein Dreiklang aus Einkaufen, Wohnen und medizinischer Versorgung entstehen soll. Mit dieser Investition werde nicht nur ein großer Entwicklungsschritt für die Innenstadt getan, sondern auch das Einzelhandelsgeschehen in der Kernstadt gestärkt wir berichteten).

Dieses ist im Übrigen auch das Ziel des Online-Marktplatzes „Treffpunkt Hünfeld“, den Matthias Heitzer vorstelte. Dem Inhaber einer Werbeagentur aus Michelsrombach schwebt dabei ein informatives Medium vor, das Erlebnisraum und lebendige Stadt zugleich sei und wo sich regionale Anbieter aus den Bereichen Shopping, Gastronomie, Handwerk, Dienstleistung, Freizeit und Events präsentieren könnten. Voraussetzung sei, dass möglichst viele mitmachten.

Zusammenhalt wichtig

Zu Beginn hatte Vorsitzende Gitta Grafe-Hodes die anwesenden zwölf Mitglieder von 71) begrüßt und von einem wegen Corona „außergewöhnlichen Jahr“ gesprochen, das Durchhaltevermögen erfordert habe. Es gelte, nach vorn zu blicken. Zusammenhalt sei das „A O“.

Laut Geschäftsführerin Isabel Heller war die einzigeVeranstaltung, die 2020 durchgeführt werden konnte, die „Hünfelder Landpartie“. Für 2021 seien bislang noch die „Landpartie“, der „Martinsmarkt“ und der „Adventsmarkt“ in Planung. In kleinen Arbeitskreisen sollen zu diesen Themen Überlegungen angestellt werden.

Stark nachgefragt sei der Gutschein „I love Hünfeld – Lokal shoppen genießen“, der in den Geschäften eingelöst werden könne. Er kann gekauft werden in der Geschäftsstelle der „Touristischen Arbeitsgemeinschaft Hessisches Kegelspiel“ am Anger.

Dem langjährigen Kassierer Werner Becker wurde für sein Engagement von Marc Zuspann mit Dimitra Siebert Stellvertreter der Vorsitzenden) gedankt. Unter der Leitung von Matthias Kaib „Fulda aktuell“) wurde Christine Jecker einstimmig zur neuen Kassiererin gewählt. Kassenprüfer bleiben OliverVogt und Matthias Heitzer.

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