Hoffnung auf Normalität: Bürgermeister Herrmann-Josef Scheich spricht über seine Marktgemeinde

Eiterfelds Bürgermeister Hermann-Josef Scheich.
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Eiterfelds Bürgermeister Hermann-Josef Scheich.

Eiterfeld ist eine Geminde mit Pozential. Wir sprachen mit dem Bürgermeister Herrmann-Josef Scheich über das, was in Eiterfeld gerade anliegt.

Eiterfeld. „Es ist sehr erfreulich, dass die Nachfrage nach Betreuungsplätzen für Kinder in den Kindertagesstätten in der Marktgemeinde Eiterfeld steigt. Daher wird derzeit eine Konzeptstudie mit dem Ziel erstellt, einen Überblick über die Machbarkeit von drei zusätzlichen Kinderkrippengruppen darzustellen. Zur kurzfristigen Erweiterung des Betreuungsangebots für Kinder ab einem Jahr bis zum Schuleintritt soll auf dem Festplatz „Am Alten Bahnhof“ in Großentaft eine Kindertagesstätte in Modulbauweise für zwei zusätzliche Gruppen errichtet werden“, antwortet Eiterfelds Bürgermeister Hermann-Josef Scheich auf die FULDA AKTUELL-Frage, was in der Marktgemeinde gerade auf der Agenda stehe. Ein weiterer Punkt ist die geplante Starkstromtrasse: „Der von „TenneT TSO GmbH“ vorgeschlagene Trassenverlauf für die 380 kV-Leitung wird aufgrund der Überbündelung und Überfrachtung der Marktgemeinde Eiterfeld mit Versorgungsleitungen, wie vorhandene Ferngas- Soletransport- und Stromleitungen, abgelehnt“, so Scheich. Falls es keine Alternativtrassen gebe, werde von Seiten der Gemeide eine Erdverkabelung gefordert.

Scheich ist erfreut darüber, dass die Verwaltungsdigitalisierung weiter voranschreitet: „Von dieser Entwicklung sind auch die kommunalen Mandatsträger betroffen und leisten ihren Beitrag zur Umstellung. So wird derzeit ein Ratsinformationssystem eingerichtet und der kommunale Sitzungsdienst wird über eine App auf den Endgeräten der Mandatsträger zur Verfügung gestellt.“ In Kooperationmit den Gemeinden Dipperz, Hofbieber und Petersberg stellt sich Eiterfeld der großen Herausforderung, zukünftig die Dienstleistungen den Bürgern und Bürgerinnen online anzubieten. „Das große Ziel ist die vollständige Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung“, sagt der Bürgermeister.

In Zeiten von Corona ist dem Gemeindeoberhaupt noch etwas wichtig: „Für Eltern, die während der Zeit des Lockdowns für ihre Kinder keine Betreuung in den Kindertagesstätten in Anspruch nehmen mussten, wurden die Benutzungsgebühren für die Monate April bis Juni 2021 ausgesetzt. Um Härtefälle abzuwenden, war eine Betreuung in Notfällen an bis zu fünf Tagen im Monat möglich.“

Durch die Einschränkungen während der Pandemie seien alle Menschen betroffen. Darüber hinaus sind laut Scheich einige Branchen besonders betroffen: „Dazu gehören der stationäre Einzelhandel, die Gastronomie und die Vereine, die Jubiläumsveranstaltungen vorbereitet und geplant haben. Kinder und Jugendliche sind in besonderem Maße von Regelungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie betroffen, da nur zeitlich eingeschränkte Bildungsangebote zur Verfügung standen und keine Vereinsaktivitäten möglich waren“, sagt Scheich. Die Corona-Krise werde auch wirtschaftliche Folgen haben. „Der teilweise Stillstand der Arbeitswelt und des öffentlichen Lebens wird zu erheblichen Einnahmeverlusten bei Bund, Ländern und auch in den Kommunen führen. Diese Rückgänge werden voraussichtlich erst ab den kommenden Jahren zu nicht unwesentlichen Einnahmeverlusten führen“, befürchtet der Bürgermeister.

Und dennoch wird in Eiterfeld nach vorne geschaut: „Von Seiten des Gewerbevereins wird der ,Matthäusmarkt‘ geplant und vorbereitet – natürlich abhängig von den aktuellen Coronabestimmungen“, erzählt der Bürgermeister. Außerdem plane der „Orchesterverein Eiterfeld“ am 12. September ein Picknickkonzert im Badepark. Auf dem Spielplan des „Theaters Schloss Maßbach“ steht am 25. Oktober das Schauspiel „Endspiel“ von Samuel Beckett im Bürgerhaus. „Wir freuen uns, dass der Badepark, zwar mit Einschränkungen aber wieder geöffnet ist, die Vereine ihre Tätigkeiten vorsichtig wieder aufnehmen können, das Modell ,Alt Eiterfeld‘ der Öffentlichkeit vorgestellt werden kann und dass kulturelle, sportliche und private Veranstaltungen im Rahmen des Machbaren wieder durchgeführt werden können.Wir hoffen somit, wieder zur einem Stück Normalität zurückkehren können“, freut sich Scheich.

Derzeit sind auch größere Bauvorhaben in der Marktgemeinde Eiterfeld geplant. „Momentan findet die Ausschreibung für die Erschließung des Neubaugebiets ,Bartholomäusstraße‘ in Leimbach statt. Die Nachfrage nach Baugrundstücken ist nach wie vor ungebrochen, daher ist es vorteilhaft, nach den Erschließungsarbeiten etwa 14 Baugrundstücke anbieten zu können. In Vorbereitung befindet sich der zweite Bauabschnitt des Wohnbaugebietes in der Kerngemeinde Eiterfeld“, so Scheich.

Um potenziellen Interessenten Gewerbeflächen anzubieten werden die bauplanungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen und der Bebauungsplan „Auf der Großmühl“ im Sommer als Satzung beschlossen. „Somit kann im kommenden Jahr die rund vier Hektar große Gewerbefläche im östlichen Anschluss an die Karl-Ebner-Straße erschlossen werden“, schaut der Bürgermeister vpositiv voraus. „Wir sind in Eiterfeld sehr froh und stolz über das größte Bauprojekt des Landkreises im Schulsektor.“ Gemeint ist der bereitsbegonnene Neubau der „Lichtbergschule“. In 2025 soll die modernste Schule im Landkreis Fulda fertiggestellt sein.

Im Rahmen des Radwegekonzepts wurden aus Eiterfeld Förderanträge für die Herstellung der Radwege von Großentaft nach Rasdorf, von Leimbach nach Malges sowie für die Verbindung von Fürsteneck nach Oberweisenborn bis an die Gemeinde Schenklengsfeld gestellt.

Eine weitere Baumaßnahme ist die Modernisierung des Dorfgemeinschaftshauses in Wölf. „Damit setzt die Marktgemeinde den Kurs fort, ein strukturiertes Programm an Gemeinschaftseinrichtungen bereit zu halten“, so der Bürgermeister. Dabei würden „starke“ Dorfgemeinschaftshäuser gestärkt, die gerne genutzt und ausreichend frequentiert werden, aber aufgrund ihrer baulichen Mängel keine ausreichende Zukunftsfähigkeit ausweisen. „Das Dorfgemeinschaftshaus hat eine hohe Bedeutung und Identifikationspotenzial für die aktive Dorfgemeinschaft in Wölf. Die Gesamtkosten betragen rund 1,1 Millionen Euro. Das Land Hessen unterstützt die Marktgemeinde Eiterfeld mit einer Zuwendung in Höhe von rund 565.000 Euroaus dem Förderprogramm „Dorfentwicklung ländlicher Raum“.

Auch auf den Eiterfelder Straßen geht es weiter: „Im Zusammenhang mit der Erneuerung der Kreisstraße 153 von Eiterfeld nach Reckrod werden innerhalb der Ortsdurchfahrt die Wasserleitung sowie teilweise der Kanal und die Gehwege erneuert. Im Ortsteil Leimbach erfolgt in der K 145 Malgeser Straße, der Austausch der Wasserleitung und analog wie in Reckrod, die Verlegung von Leerohren für die Breitbandversorgung. Die Gesamtkosten für die Verlegung der Leitungen betragen rund 282.000 Euro. In Anschluss erhalten die Fahrbahnen im Auftrag des Landkreises Fulda einen neuen Deckenbau“, erläutert Scheich.

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