Homeoffice und Homeschooling

Homeschooling aus der Sicht einer Mutter

Der Alltag mit Homeoffice und Homeschooling.
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Der Alltag mit Homeoffice und Homeschooling.

Interview mit einer 37- jährigen Mutter aus Fulda: Wie sie mit Homeoffice und Homeschooling umgeht.

Fulda. Homeschooling und die Digitalisierung tragen dazu bei, dass Schüler trotz Pandemie etwas lernen können. Doch wie ist das Ganze für Eltern? Viele sind selbst im Homeoffice und haben ihre Kinder corona-bedingt zu Hause.

„Fulda aktuell“ hat mit einer 37-Jährigen aus Fulda gesprochen und sie befragt, wie sie den Alltag mit ihren zwei Kindern, Homeoffice und Homeschooling meistert. Aus beruflichen Gründen veröffentlicht „Fulda Aktuell“ nicht den ganzen Namen.

FULDA AKTUELL: Frau S. wie sieht der Alltag mit Homeschooling bei Ihnen aus?

FRAU S.: Ich habe einen Dreijährigen und einen 13-Jährigen zu Hause. Der Kleine kann durch Corona leider erst am 1. August in den Kindergarten kommen und der Ältere hat jeden Tag Homeschooling. Ich selbst habe zu 90 Prozent Homeoffice und mein Mann ist bis spätabends an der Arbeit. Um 7 Uhr steht dann mein Ältester auf und macht sich fertig, damit er um 8 Uhr vor dem Laptop sitzen und seine Aufgaben machen kann. Er besucht die 7. Klasse einer Realschule hier in Fulda und sie bekommen jede Woche einen Wochenplan mit Aufgaben.

FULDA AKTUELL: Wie gut klappt es, alles unter einen Hut zu bekommen?

S.: Ich muss ganz ehrlich sagen, es ist wirklich schwer. Ich arbeite als Kundenberaterin und muss auch Telefonate führen während meines Homeoffice. Das ist aber nicht so einfach. Der Kleine versteht nicht, warum Mama zu Hause ist, aber keine Zeit hat, um zu spielen. Also musst du zuhause Lehrerin, Kundenberaterin und Mutter sein. Aufgaben vom Homeschooling erklären, Essen machen, etwas aufwischen, was der Kleine umgeworfen hat, aber dabei auch noch arbeiten, um den Kunden gerecht zu werden. Viele haben Verständnis, wenn sie meine Kinder im Hintergrund hören. Aber es gibt auch ganz andere Leute die es nicht verstehen und sehr pampig reagieren.

FULDA AKTUELL: Was halten Sie vom Homeschooling?

S.: Mein Großer will einfach wieder in die Schule zu seinen Freunden. Er mag es gar nicht. Und auch wenn man Fragen hat, kann man nicht immer direkt einen Lehrer fragen. Natürlich könnte man den Lehrern schreiben und dann irgendwann eine Nachricht erhalten. Aber da habe ich auch Verständnis für die Lehrer. Die können ja nicht 30 Schülern pro Klasse so gerecht werden, dass sie jedem sofort Antworten, das ist klar.

FULDA AKTUELL: Wie gehen Sie mit der aktuellen Situation um?

S.: Mir tut es sehr leid, dass ich meinem Großen immer wieder sagen muss, dass er seine Freunde nicht sehen darf. Oder dass es noch eine Weile dauert, bis er wieder zum Sport kann. Und auch der Kleine kann nicht einfach sorglos draußen mit anderen Kindern auf dem Spielplatz spielen.

Trotzdem versuche ich mindestens zweimal am Tag nach meiner Schicht, mit den Kindern rauszugehen, damit sie aus diesem tristen Alltag kommen. Es ist für viele von uns Eltern eine doppelte und dreifache Belastung, aber wir versuchen das Beste daraus zu machen.

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