Hosenfelder Bürgermeister Peter Malolepszy im Gespräch mit Fulda aktuell

Bei der Vorstellung des Projektes unter Federführung der „Raiffeisenbank im Fuldaer Land eG“, die in zentraler Lage von Hosenfeld ein Geschäftshaus renoviert: Gerhard und Laura Schwarz von der „Metzgerei Schwarz“, Torsten Leinweber, Vorstand der „Raiffeisenbank im Fuldaer Land eG“, Bürgermeister Peter Malolepszy, Manfred Klüber, Geschäftsführer der „papperts GmbH & Co. KG“ Michael Faust vom „ Architekturbüro Swoboda“, Martin Weber von „papperts“ und Zahnarzt Dr. Harald Schwarz (von links). 
+
Bei der Vorstellung des Projektes unter Federführung der „Raiffeisenbank im Fuldaer Land eG“, die in zentraler Lage von Hosenfeld ein Geschäftshaus renoviert: Gerhard und Laura Schwarz von der „Metzgerei Schwarz“, Torsten Leinweber, Vorstand der „Raiffeisenbank im Fuldaer Land eG“, Bürgermeister Peter Malolepszy, Manfred Klüber, Geschäftsführer der „papperts GmbH & Co. KG“ Michael Faust vom „ Architekturbüro Swoboda“, Martin Weber von „papperts“ und Zahnarzt Dr. Harald Schwarz (von links). 

Der Hosenfelder Bürgermeister Peter Malolepszy über seine Gemeinde.

Hosenfeld. Eigentlich, so Peter Malolepszy, habe er nie vorgehabt, Bürgermeister zu werden. Denn als Persönlicher Referent von Landrat Bernd Woide habe er sich „sehr wohl gefühlt“, betont der 57-jährige Verwaltungschef der Gemeinde Hosenfeld im Gespräch mit „Fulda aktuell“.

Bis 2013 war der Vater zweier erwachener Söhne im Fuldaer Kreishaus tätig, um dann in Hosenfeld zum Nachfolger von Bruno Block gewählt zu werden. Inzwischen wirkt Malolepszy, der mit der Familie im Ortsteil Hainzell wohnt, in zweiter Amtszeit als Bürgermeister seiner Heimatgemeinde und lenkt gerne die Geschicke der rund 4.600 Einwohner.

Wenn der CDU-Politiker in wenigen Worten skizzieren soll, was das Leben in der Großgemeinde Hosenfeld mit ihren insgesamt acht Ortsteilen attraktiv macht, dann reichen eben jene wenigen Worte nicht aus: „Wir haben eine idyllische Landschaft und Wälder am Rande des Gieseler Forsts und am Fuße des Vogelsberges. Weder Autobahn noch Bundesstraße oder Stromtrasse beeinträchtigen die ruhige Lage. Wir sind stolz auf unsere lebendigen Ortsgemeinschaften und die aktiven Vereine“. Zu denen gehörten natürlich auch die Freiwilligen Feuerwehren, die Sportvereine oder der Tierschutzverein in Hainzell. Sie alle leisteten ihren wertvollen Beitrag zur Gemeinschaft, auch wenn diese durch Corona stark eingeschränkt sei. „Die soziale Komponente fehlt“, so Malolepszy, der übrigens einer derjenigen Bürgermeister ist, die stolz darauf sein können, dass sich ein Flugplatz auf Gemeindegebiet befindet. Nämlich der „Sonderlandeplatz Fulda-Jossa“ , betrieben vom Verein „Motorflug Fulda e. V.“.

Zwischen zwei Kreisen

Zur Großgemeinde gehören neben dem Kernort Hosenfeld mit dem Weiler Sieberzmühle die Ortsteile Blankenau, Brandlos, Hainzell, Jossa, Pfaffenrod, Poppenrod sowie Schletzenhausen mit dem Weiler Gersrod. Hosenfeld liegt genau an der Schnittstelle zwischen dem Kreis Fulda und dem Vogelsbergkreis, und auf die Frage, welcher Region sich denn die Menschen zugehörig fühlen, muss Malolepszy, der von 1981 bis 1984 beim Landkreis Fulda eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten absolvierte, zunächst einmal schmunzeln: „In erster Linie orientieren wir uns nach Fulda – ob beruflich, kulturell oder zum Einkaufen. Außer am Wochenende gibt es eine stündliche ÖPNV-Anbindung von und nach Fulda. Der Vogelsberg wird dagegen sehr geschätzt als Naherholungsgebiet“. Zugleich gebe es freundschaftliche Beziehungen zwischen den benachbarten Ortsteilen: Bei Vereinen und bei der Interkommunalen Zusammenarbeit wie der Feldwege- und Grabenunterhaltung, den Feuerwehren oder auch im Rettungsdienst.

Dass sich die Hosenfelder darüber Gedanken machen, wie sie ihre Gemeinde zukunftsfähig aufstellen können, zeigen die engagierte Arbeit und die Ideen von drei Gruppen in der „Zukunftswerkstatt“, die dabei auch über den Tellerrand hinaus blicken. Malolepszy: „Unsere Stärken liegen vor allem beim Engagement der Bürger und dem Vereinswesen. Aber es gibt durchaus auch Dinge, die ausbaufähig sind“.

Beispielsweise was die Themen Bauland, Gewerbegebiete, Tourismus, Gaststätten oder auch Rad- und Wanderwege angeht. Erfreulich sei der Sachstand beim Breitband, wo fast alle Ortsteile mit gut 100 Mbit versorgt seien und es nur noch bei den erwähnten beiden Weilern hapere.

Der Bürgermeister ist sichtlich stolz darauf, dass in „seiner“ Gemeinde gut 560 Arbeitsplätze angeboten werden – mit steigender Tendenz, und dies vornehmlich bei kleinen beziehungsweise mittleren mittelständischen Handwerks- und Produktionsbetrieben. Zudem gibt es zwei Landarztpraxen, zwei Apotheken, zwei Kitas mit Krippe in Hainzell, zwei Grundschulstandorte mit Turnhallen sowie ein Alten- und Pflegeheim beziehungsweise in Kürze eine Einrichtung für Betreutes Wohnen und zwei Tagespflegestellen. Malolepszy sieht darin einen weiteren sozialpolitischen Mosaikstein für seine Gemeinde. Träger der einen Tagespflegeeinrichtung ist die „Vinzenz-Gruppe Fulda“, die auch St. Elisabeth betreibt. Die moderne Einrichtung nach dem Konzept „stationärer Hausgemeinschaft“ eröffneten die „Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul“ aus Fulda 2013.

Die Nahversorgung stellen zwei Lebensmittelmärkte, zwei Metzgereien, eine Bäckerei und ein Regionaler Lieferservice sicher. Zudem gibt es zwei Tankstellen, einen Baumarkt, ein Fitnessstudio, Physiotherapiepraxen und eine Musikschule. An Freizeiteinrichtungen seien Schwimmbad, Campingplatz, Sport-, Spiel- und Grillplätze sowie auch das „Heimatmuseum Blankenau“ genannt.

Klein und familiär, aber leider schon etwas in die Jahre gekommen: das Rathaus der Gemeinde Hosenfeld, wo (noch) die Verwaltung untergebracht ist. 

Verwaltung zieht um

Seine Pforten geschlossen hat dagegen der Landgasthof Brähler, doch ist hier eine neue Nutzung gefunden: Für den Herbst ist der Umzug der Verwaltung geplant. Malolepszy: „Unser Rathaus, das in den 30er Jahren erbaut worden ist, wirkt zwar sehr familiär, ist aber zu klein geworden und sanierungsbedürftig. Die Bauabteilung musste bereits ausziehen“. Eine Sanierung aber würde wohl einen weitgehenden Umbau bedeuten, der rund eine Million Euro kosten würde, ein kompletter Neubau um die 1,4 Millionen Euro.

Von dem Landgasthof mit angeschlossener Metzgerei soll die rechte Hälfte zum neuen Rathaus werden, auf der linken Hälfte wird eine private Tagespflege einziehen. Zudem werde so der Ortsmittelpunkt der Kerngemeinde gestärkt.

Vor Kurzem wurde auch bekannt, dass die „Raiffeisenbank im Fuldaer Land eG“ in zentraler Lage des Kernortes ein Geschäftshaus renoviert. Neben dem langjährigen Mieter, der Zahnarztpraxis Dr. Harald Schwarz, konnten als weitere Ankermieter die „Bäckerei Pappert“ aus Poppenhausen und die Metzgerei Schwarz aus Uffhausen gewonnen werden.

Die betreffenden Räumlichkeiten hatten seit der Insolvenz einer großen Drogeriekette leer gestanden. Zuvor war dort das „Raiffeisen“-Warenlager untergebracht gewesen.

Das könnte Sie auch interessieren

Meist Gelesen

QR-Code statt des gelben Hefts: Wie und wo kommt an den digitalen Corona-Impfpass?

Seit Donnerstag können vollständig Geimpfte den Nachweis darüber per App auf das Smartphone laden lassen.
QR-Code statt des gelben Hefts: Wie und wo kommt an den digitalen Corona-Impfpass?

Sehr positive Resonanz auf Veranstaltungen des "City Marketing Hünfeld"

Mitgliederversammlung in der "Stadthalle Kolpinghaus" / Kein Frühlingsmarkt wegen Coronavirus
Sehr positive Resonanz auf Veranstaltungen des "City Marketing Hünfeld"

Kirchenmusik im Advent: Es wird leiser, aber nicht still

Interview mit dem Fuldaer Dimkapellmeister Franz-Peter Huber zur derzeitigen Situation der Kirchenmusik in der Advents- und Weihnachtszeit.
Kirchenmusik im Advent: Es wird leiser, aber nicht still

Missbrauch an Kindern: 75 Fälle im Bistum Fulda

Bistum Fulda benennt 75 Missbrauchsfälle und 29 Beschuldigte im Zuständigkeitsbereich
Missbrauch an Kindern: 75 Fälle im Bistum Fulda

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.