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Hünfeld will weiter attraktiv bleiben: Gespräch mit Bürgermeister Tschesnok

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Von: Bertram Lenz

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Interview in Corona-Zeiten: Hünfelds Bürgermeister Benjamin Tschesnok (links) und FULDA AKTUELL-Redaktionsleiter Bertram Lenz
Interview in Corona-Zeiten: Hünfelds Bürgermeister Benjamin Tschesnok (links) und FULDA AKTUELL-Redaktionsleiter Bertram Lenz © Schwabe

Große Dinge tun sich in der Konrad-Zuse-Stadt Hünfeld, über die Bürgermeister Benjamin Tschesnok allerdings erst sprechen will, wenn alles „in trockenen Tüchern“ ist

Hünfeld Nur so viel: Die Hünfelder können sich auf einen sehr spannenden Prozess freuen, der viel mit den reizvollen Anforderungen der (digitalen) Zukunft zu tun hat. Der Verwaltungschef möchte im Gespräch mit FULDA AKTUELL nicht mehr verraten und vertröstet auf einen erneuten Termin.

Aber auch so gab es während des Treffens eine ganze Menge Neues zu erfahren und die Freude Tschesnoks darüber, „dass die Kernstadt und ihre Stadtteile bislang vergleichsweise gut durch die Pandemie durchgekommen sind und sehr gut da stehen“. Dies gelte zu einem großen Teil auch für die in Hünfeld ansässigen Unternehmen und mittelständischen Betriebe, „die sich auf die Herausforderungen gut eingestellt haben“. Allerdings, so schränkt der Verwaltungschef ein, sei die „2G+-Regel“ gerade für die Gastronomie eine Katastrophe. Einzig der Abholservice laufe gut.

Tschesnok ist stolz darauf, dass in Hünfeld derzeit rund 6.500 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze angeboten werden. Hinzu kommen rund 2.000 Stellen für Beamte und Freiberufler – dies alles mit „steigender Tendenz“, wie er im Gespräch formuliert. Dazu zähle unter anderem der Bau des neuen „Tegut“-Logistikzentrums im Logistikpark „Hessisches Kegelspiel“ in Micheslrombach. Über 800 Mitarbeitende werden nach der geplanten Fertigstellung im Jahr 2023 die Bewirtschaftung und Auslieferung von rund 17.000 unterschiedlichen Artikeln auf einer Gebäudefläche von über 90.000 Quadratmetern organisieren.

Und er nennt den Umzug des Geisaer Unternehmens „Datafox“ nach Hünfeld. Geschäftsführer Matthias Hartung hatte Mitte 2021 mitgeteilt, dass die Pläne für den Bau eines Campus im Hünfelder Industriegebiet mittlerweile so weit fortgeschritten seien, dass 2022 mit dem Neubau für den Umzug des Unternehmens und der Ansiedlung von Startups, Partnerunternehmen und Niederlassungen von Kooperationspartnern begonnen werden könne. 2023, spätestens 2024, soll der Umzug von „Datafox“ mit den derzeit 70 Mitarbeitern abschlossen sein. Mittelfristige Perspektive, so betont auch Tschesnok, sei die Schaffung von gut 300 qualifizierten Arbeitsplätzen gemeinsam mit Firmen, die sich auf dem Campus niederlassen werden.

Nicht zuletzt vor dem Hintergrund dieser positiven Zeichen zeigt sich Tschesnok „sehr positiv gestimmt“, auch wenn ihn etwas sichtlich verärgert: der bürokratische Aufwand, der besonders kleinen Handwerksbetrieben und Freiberuflern sehr zu schaffen mache. „Wir regulieren uns zu Tode“, befürchtet jedenfalls der 37-jährige CDU-Politiker.

Die Standortvorteile, die der Landkreis Fulda aufgrund seiner hervorragenden geografischen Lage mitten in Deutschland besitze, wirke sich auch auf die Stadt Hünfeld und ihre Stadtteile aus, deren Infrastruktur sehr gut sei. „Aktuell sind wir dabei, diese sowohl zu erhalten als auch weiter zu entwickeln“, sagt Tschesnok. Dies sei eine große Kraftanstrengung, die aber geschultert werden müsse. „Wir wollen das Niveau halten, in das wir in den letzten Jahren viel investiert haben und dabei auch auf Fördergelder aus dem ‚IKEK‘-Programm zurückgreifen können“. An Maßnahmen nennt der Verwaltungschef unter anderem die barrierefreie Ertüchtigung des Vereinshauses in Kirchhasel und die Neugestaltung des Dorfplatzes in Rudolphshan.

Zudem habe man viele Straßenbauprojekte „vor der Brust“, den flächendeckenden Breitbandausbau sowie die Schaffung von ausreichendem Wohnraum. Für eine Kommune bedeute es eine Herausforderung, Anreize zu schaffen, um besonders auch für junge Familien attraktiv zu sein. Zumal es in Hünfeld ein sehr gutes Angebot an Kindergartenplätzen gebe und die Konrad-Zuse-Stadt größter Schulstandort des Landkreises Fulda sei.

Eine Sache schließlich liegt dem 37-Jährigen sehr am Herzen: Gemeinsam mit dem Verein „City Marketing“ die Innenstadt attraktiv zu halten, gerade auch im Sinne von Einzelhandel und Gastronomie.

Große Hoffnungen setzt man auf das Projekt „Klostergarten“, mit dem man einen Dreiklang schaffen will zwischen Wohnen, Lebensmittel-Einzelhandel und Ärztehaus, und das als „Frequenzbringer“ für die Innenstadt dienen soll. „Da gibt es aktuell sehr positive Zeichen“, stellt Tschesnok fest. Und verweist bei weiteren geplanten Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung auf die erwähnten „smarten“ Pläne.

Über die zu gegebener Zeit berichtet werden wird.

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